19. Internationales Fest Wenn alles am seidenen Faden hängt: Lingen lässt die Puppen tanzen

Das Materialtheater Stuttgart & Théatre Octobre Brüssel gastiert am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr mit dem Stück "Traumkreuzung" im Lingener Professorenhaus. Foto: Materialtheater StuttgartDas Materialtheater Stuttgart & Théatre Octobre Brüssel gastiert am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr mit dem Stück "Traumkreuzung" im Lingener Professorenhaus. Foto: Materialtheater Stuttgart

Lingen. Lingen verwandelt sich und das passiert in diesem Falle alle zwei Jahre, wenn das Internationale Fest der Puppen, dieses Mal vom 13. bis 18. September, über die Bühnen geht: Wenn zierlichen Figuren, herausragende Künstler die Kinder und Erwachsenen gleichermaßen beglücken. Wenn sie Denkanstöße geben und Freude vermitteln, dann wird in diesem Jahr bereits zum 19. Mal in Lingen die Wunderwelt der kleinen Wesen zu erleben sein.

Das Figurentheater Ambrella aus Hamburg tritt mit „Der eingebildete Kranke“ am Samstag, 14. September, um 20 Uhr in Lingener Centralkino auf. Geeignet ist das Stück für Erwachsene und Jugendliche: Eingebettet in Molières Komödie wird vom Leben zweier historischer Figuren erzählt. Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV. und dessen Komödiendichter Jean Baptiste Poquelin, Moliére. Die ohnehin schon kurzweilige Komödie, wird kräftig gestrafft und zudem noch um einige Handlungsstränge erweitert. Hoch oben über allem thronen die Schutzengel Kasperl und Gretel sowie Gevatter Tod als klassische Fingerpuppen auf einer Wolke, um wo es nötig ist, ins Geschehen einzugreifen. 

Das Lingener Marionettentheater  bereichert das Festival der Puppen mit zwei Aufführungen, und  zwar "Der Geizige" am Freitag, 13. September, und "Was ihr wollt" am Samstag, 14. September, Leitung: Michael Sänger/ Laurenz Bäthke, jeweils um 18 Uhr im Lingener Professorenhaus.  

Szene aus "Der Geizige" vom Marionettentheater Lingen. Foto: Marionettentheater

 Mysteriöse Figuren 

Geich der erste Festivaltag, 13. September, um 20 Uhr im Lingener Theater fordert "Solace" mit der Numen Company Berlin,  zum Nachdenken und sich Besinnen auf: Trost, Schutz, Halt.  - Das sind die gegenwärtigen wichtigen angesprochenen Themen, erzählt in einer einzigartigen Beziehung zwischen einem Kind und merkwürdigen, rätselhaften Figuren. Um die Beziehungen von einem Kind zu rätselhaften Figuren geht es in Solace von der Numen Company, Berlin. Foto: Gebert

Unterschiedliche Zeitebenen treffen in wüstenhafter Landschaft aufeinander, Reminiszenzen und Flashbacks einer vergessenen Vergangenheit flackern auf, Bilder entstehen, verknüpft allein durch die Erinnerung. Mysteriöse Figuren interagieren auf der Bühne, um den wortlosen Dialog der Körper mit theatralischen Mitteln zu erfahren.  Allein mit dem Blick eines Kindes werden das Anderssein, das Bedürfnis nach Trost thematisiert. (geeignet für Jugendliche und Erwachsene).

Puppenroute 

Zu viel soll nicht verraten werden über die geheimnisvolle Puppenroute, die zwei Stunden dauert. Treffpunkt für Jugendliche und Erwachsene ist am Samstag, 14. September und am Sonntag, 15. September, jeweils um 11 und um 15 Uhr am Universitätsplatz. Aber so viel sei vorab gesagt: Drei Länder, drei Puppenspieler, drei Figurenarten, drei geheimnisvolle Orte, eine geführte kleine Wanderung durch den Stadtkern Lingens.  Aus Ungarn, Frankreich und den Niederlanden kommen die Darsteller. Gespielt wird ohne Sprache. In virtuos dargebotenen circa 20 Minuten langen Kammerspielen bekommt der Besucher Figurentheater auf höchstem Niveau zu sehen und gleichzeitig einen Einblick in die Vielfalt des künstlerischen Puppenspiels.

Mit den Marionetten unterwegs auf der Puppenroute: Foto: Budapest Marionettes

Selbst wenn hinter "Carabas" das Märchen "Der gestiefelte Kater" steckt, dürfen die Zuschauer am Samstag, 14. September, um 17 Uhr oder am Sonntag, 15. September, um 11 Uhr  im Lingener Professorenhaus gespannt sein, wie das Märchen vom Theater Salz und Pfeffer aus Nürnberg musikalisch umgesetzt wird. 50 Minuten dauert das Stück, das sicherlich Kindern ab sieben Jahren  Freude bereiten wird. Miteinander und im Wechsel geben Bläserquintett, Erzählerin und Kater die Geschichte wieder. 

Das Märchen vom gestiefelten Kater steckt hinter "Carabas" mit einer eigens für das Stück komponierten Musik. Foto: Zitzelsberger

Das Materialtheater Stuttgart & Théâtre Octobre Brüssel kommt am  Sonntag, 15. September, um 17 Uhr mit  dem Stück "Traumkreuzung"  ins Professorenhaus. Es handelt sich  um eine Koproduktion mit dem FITZ-Zentrum für Figurentheater Stuttgart. Das Stück dauert  ungefähr 55 Minuten und ist für Kinder  ab 7 Jahre geeignet: „Das gibt’s doch nur im Traum“ denkt sich die neunjährige Elisabeth, als sie in einer fremden Welt aufwacht, neben ihr ein unbekannter Junge schläft und vor dem Haus nicht Mamas Auto steht, sondern drei Ziegen grasen. 

Paradies für Senioren

Das  Theater Laboratorium Oldenburg beglückt Lingen noch einmal mit den „Bremer Stadtmusikanten“   (geeignet  für Jugendliche und Erwachsene) und das am  Sonntag, 15. September, um 20 Uhr  im Centralkino. Die Spieldauer von 110 Minuten wird von einer 30-minütigen Pause unterbrochen. Eine Grenzstation irgendwo im Balkan: Jeder muss sie früher oder später passieren. Doch das geht nicht einfach so. Grenzbeamte patrouillieren dort und sorgen für Ordnung. Eines Tages tauchen sie auf: ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn. Wie genau sie an die Grenze gekommen sind, ist unklar. Zu alt und zu krank für eine Gesellschaft, in der man nicht alt zu sein hat,  haben sie sich gefunden. Vom Leben enttäuscht  sagen sie sich: "Etwas Besseres als den Tod findest du überall". Bloß wo? Natürlich in Bremen bei Oldenburg. Bremen, die Stadt der zweiten Chance, das Paradies für Senioren, die Stadt, in der alles Graue bunt ist. 

Die Bremer Stadtmusikanten werden vom Laboratorium aus Oldenburg gespielt. Foto: Laboratorium

Aschenputtel“   nach dem Märchen der Gebrüder Grimm wird am Montag, 16. September,  um 17 Uhr im Centralkino Lingen aufgeführt von Das weite Theater aus Berlin. Das Stück dauert 60 Minuten und ist geeignet für Kinder ab vier Jahre: Wer silberne Kleider, goldene Schuhe etc.erwartet, auf dem das arme Mädchen seinen Prinzen trifft, wird überrascht. .Das weite Theater lässt  Gegenstände und Figuren  aus Papier entstehen und kreiert so ein Märchen, das mit den einfachsten Mitteln verzaubert. 

"Zum t bei N-1 (Le t de n-1)"  - Was ist das, eine Sache? (Montag, 16. September, 20 Uhr im Lingener Theater)  Wenn sich eine Kompagnie wie Les Ateliers du Spectacle, die unter der Leitung von Jean-Pierre Larroche seit 1988 das Wesen der Dinge anschaulich untersucht, diese Frage stellt, darf man umfassende und unterhaltsame Antworten erwarten. Inspiriert von Clemence Gandillots Buch „Die Wurzel des Lebens“ (auf Deutsch in der Übersetzung von Raoul Schrott erschienen) bedient sich die Kompagnie der Mathematik, um Antworten zu finden. Ist ein Gedanke ein Ding?  Wie viele Dinge gibt es insgesamt? Cecile Coustillac stürzt sich als neugierige Lehrerin in eine abenteuerliche Beweisführung. Sie steht an der Tafel, addiert, multipliziert und bringt die Welt in eine Gleichung. 

Der kleine Eisbär

Das Marotte Figurentheater aus Karlsruhe bringt „Der kleine Eisbär“ mit nach Lingen und mehr erfahren die Besucher darüber am Dienstag, 17. September, um 17 Uhr im Lingener Professorenhaus. Die Spieldauer beträgt circa. 40 Minuten und ist geeignet für Kinder ab 3 Jahren. Hoch oben im Norden, wo Schnee und Eis ewig sind, wohnt Lars, der kleine Eisbär. Lars kann schon auf dem Rücken seines Vaters reiten und mit einer Pfote Fische fangen. Nur schwimmen kann er noch nicht so gut. Eines Tages passiert etwas Schreckliches. Lars treibt ganz allein auf einer Eisscholle hinaus aufs Meer und erlebt sein erstes großes Abenteuer.

Für die ganz Kleinen werden die Abentuer vom Lars, dem Eisbären gespielt: Foto: Marotte Figurentheater

Bei „Königs Weltreise“ mit dem Theater Handgemenge aus Ballwitz handelt es sich um ein Schattentheater für Jugendliche und Erwachsene am Dienstag, 17. September, um 20 Uhr im Lingener Centralkino. Ein König, eine Frau, ein verrücktes Volk, Gießkannen, Regenschirme und eine höchst sonderbare Geschichte. Eine surreale und abenteuerliche Reise um die halbe Welt und mehr als sechzig Mitwirkende werden mit Hilfe extravaganter Figuren-und Lichttechnik in den Schatten gestellt.

United Puppets aus Berlin geben sich wieder  die Ehre, in Lingen aufzutreten. Sie kommen mit "Über den Klee" am Mittwoch, 18. September, um 20 Uhr  ins Centralkino. Geeignet ist  das Stück für Jugendliche und Erwachsene. Zwischen 1916 und 1924 baute Paul Klee 50 faszinierende Handpuppen für seinen Sohn Felix. Das Stück  führt diese Figuren, Repliken der im Zentrum Paul Klee verwahrten Originale, nun erstmalsr öffentlich im Theaterformat vor: Der Maler Klee steht an seiner Staffelei und sucht nach dem einzigartigen Ausdruck seiner selbst.  Er ringt um die Wahrheit und die nächste Mietzahlung, wird von Erkenntnis durchdrungen, von Zweifeln heimgesucht und vom Schicksal gebeutelt, malt sich unsterblich, bis der Tod ihn abholt. Seine Figuren bewegen sich zwischen Diesseits und Jenseits, spiegeln das Universum des Künstlers mit Witz und Ironie, karikieren Zeitgenossen Klees, zeigen die Mühen der Selbstfindung, den Glanz der Meisterjahre und die Tragik seines Lebensendes. 

Strukturarmer Raum

"NOR. Vom Kirchturm kann man die Zugspitze sehen“ - Das Leben an Orten, wo alle immer nur durchfahren, präsentiert am Samstag, 14. September, um 11.30 Uhr im Burgtheater.Josephine Hock in ihrer Diplominszenierung als dokumentarisches Theater mit Objekten. Diplominszenierung, Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.( geeignet für Jugendliche und Erwachsene):  Da ist die Struktur im strukturarmen Raum. Das Dorf ist für manche Heimat, eigentlich für die meisten. Also für die, die noch da sind und für die, die immerhin kommen, um die Eltern zu besuchen. 

Teddy Brumm”, nach dem Kinderbuchklassiker von Nils Werner und Heinz Behling, kommt nach Lingen: Friederike Krahl und das Marotte Figurentheater aus Karlsruhe treten damit am Montag, 16. September, um 12 Uhr im Lingener Burgtheater auf. Das Stück ist geeignet für Kinder ab vier Jahre: Nein das ist zu viel! Bis eben waren Klaus und Teddy Brumm beste Freunde. Und jetzt ist Klaus so gemein zu ihm! Da bleibt nur eins: Weglaufen.Teddy schleicht sich heimlich aus dem Haus. Und das Abenteuer beginnt. 

Karten können im TPZ Lingen, Telefon 0591 916630 sowie  bei der Lingener Wirtschaft und Tourismus GmbH, Telefon 0591 9144144 und an der Abendkasse erworben werden.



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