Ehrenprofessur verliehen Lingener Professor Mokrusch forciert Austausch mit China

Hohes Ansehen genießt der Lingener Professor Dr. Thomas Mokrusch in China. Das Foto entstand im Universitätskrankenhaus Shanxi Health Vocational College. Von links: Vice-Präsident Yuming Qu, Präsident Bo Zhang, Professor Mokrusch, Parteisekretär Weidong Wang, Geschäftsführer Li Wei und dessen Mitarbeiter Yan Liu.Hohes Ansehen genießt der Lingener Professor Dr. Thomas Mokrusch in China. Das Foto entstand im Universitätskrankenhaus Shanxi Health Vocational College. Von links: Vice-Präsident Yuming Qu, Präsident Bo Zhang, Professor Mokrusch, Parteisekretär Weidong Wang, Geschäftsführer Li Wei und dessen Mitarbeiter Yan Liu.

Lingen . Der frühere langjährige Ärztliche Direktor der MediClin Hedon-Klinik in Lingen und Chefarzt der Neurologie, Professor Dr. Thomas Mokrusch, hat kürzlich von der Medizinischen Universität Weifang bei Shanghai eine Ehrenprofessur für seine Verdienste um die Förderung der neurologischen Rehabilitation in China erhalten.

Der Professor ist auch Ehrenpräsident der Vereinigung chinesischer Rehabilitations-Krankenhäuser. Überdies unterstützt der 66-jährige Lingener als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation und als Vorsitzender des Bundesverbandes NeuroRehabilitation den Austausch mit China.

Noch  bis Ende 2019 als Chefarzt in Gernsbach tätig

Derzeit ist der 66-Jährige noch bis Ende des Jahres als Chefarzt im MediClin Rehazentrum Gernsbach bei Baden Baden tätig, wo er einen angehenden Chefarzt auf diese Tätigkeit vorbereitet. Mokrusch setzt sich seit 2001 ehrenamtlich für den deutsch-chinesischen Austausch zur Förderung der neurologischen Rehabilitation vor allem bei Schlaganfallpatienten ein. "Etwa zwei Drittel der Reha-Patienten, ob in Deutschland oder China, hatten zuvor einen Schlaganfall erlitten", erläuterte der Professor in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Lingener Professor Dr. Thomas Mokrusch sieht große Chancen in der Zusammenarbeit mit China. Foto: Ludger Jungeblut

Anders als in Deutschland stecke die Neurologische Frührehabilitation im Land der Mitte noch in den Kinderschuhen, werde aber vom Staat gefordert und gefördert. In den chinesischen Rehakliniken seien etwa doppelt so viele Ärzte pro Patient eingesetzt; der Ausbildungsstandard sei aber nicht so hoch wie in der Bundesrepublik und es gebe Nachholbedarf bei der Organisation und der Hygiene.

"Die Chinesen stellen kluge Fragen"

"Die Chinesen haben großes Interesse, von den deutschen Fachmedizinern zu lernen und stellen dabei kluge Fragen", machte der Professor deutlich, dass es ihm große Freude bereite, mit den chinesischen Kollegen zusammenzuarbeiten. "Auf der Jahrestagung der chinesischen Fachgesellschaft Chinese Association of Rehabilitation Medicine in Shanghai habe ich im Juli einen vielfach beachteten Vortrag zur Neurologischen Frührehabilitation und zur neu geschaffenen Intensivmedizinischen Rehabilitation gehalten", berichtete der 66-Jährige. "Bei zahlreichen Besuchen in China konnte ich eine Reihe von Krankenhäusern und Rehakliniken besichtigen, die mithilfe internationaler Fachkräfte, zum Beispiel deutschen Physiotherapeuten, aber auch Ärzten, die notwendigen Strukturen für eine hochwertige Rehabilitation aufbauen."

Von der Medizinischen Universität Weifang hat der Lingener Professor Dr. Thomas Mokrusch eine Ehrenprofessur erhalten. Foto: Medizinische Universität Weifang

Nach seinen Worten wurden in den letzten Jahren einige Rahmenverträge zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Institutionen geschlossen, darunter auch Kliniken und Fachgesellschaften. Beispielhaft nannte der Professor einen Freundschaftsvertrag zwischen dem MediClin Rehazentrum Gernsbach und dem Rehabilitationszentrum in Wuxi, der zum verstärkten fachlichen Austausch geführt hat - zuletzt in Form einer dreimonatigen Hospitation der Chefärztin Dr. Hui Feng. Weitere Hospitationen seien geplant. Mokrusch kündigte zudem ein deutsch-chinesisches Fachsymposium zum Thema "Fortschritte der Neurologischen Frührehabilitation" im Dezember in Leipzig an.

Verbindungen zu chinesischen Pflegeschulen

Nach Einschätzung von Mokrusch werden mittelfristig auch die Verbindungen zu chinesischen Pflegeschulen größere Bedeutung erlangen. „Wir haben in Deutschland einen großen Nachholbedarf an examinierten Pflegekräften und werden neben anderen Maßnahmen für einige Jahre verstärkt auch ausländisches Personal bei uns einsetzen müssen, um den Pflegemangel etwas abzumildern." Sofern die Probephase für beide Seiten erfolgreich verlaufe, könnten jährlich zehn bis 15 Pflegekräfte auch in Kliniken der MediClin übernommen werden, so dass möglicherweise bald auch in der Hedon-Klinik in Lingen chinesische Fachkräfte ihren Dienst versehen."


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