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Viel Mut zur Selbstironie Die Kabarettgruppe „Dietutnix“ bringt das Lingener Publikum mit seiner Aufführung zum Toben

Von Meike Blunk

<em>In die Herzen</em> der Lingener spielten sich die Mitglieder von „Dietutnix“. Foto: Meike BlunkIn die Herzen der Lingener spielten sich die Mitglieder von „Dietutnix“. Foto: Meike Blunk

Lingen. Das Lingener Gleichstellungsbüro hat die Frauen-Kabarettgruppe „Dietutnix“ ins Theater an der Wilhelmshöhe eingeladen, und die Damen sind mit ihrem neuesten Programm „GeBauchsanweisung“ gekommen.

Im ausverkauften Theater haben sie mit charmanter Hingabe und spielerischer Leichtigkeit niveauvolles Musikkabarett geboten und das Publikum zum herzhaften Lachen gebracht.

Pointierter Humor, gebrauchsfertiger Wortwitz (aus dem Bauch heraus) und eine Menge hochkarätiger Gesang scheint das Erfolgsrezept von Heike Knief, Ingrid Helmer, Susanne Anders, Sabine Hollefeld und Stefanie Windhoff zu sein.

Abwechslungsreich, höchst aktuell und musikalisch wertvoll trafen sie nicht nur den richtigen Ton, sondern auch stets den Nagel auf den Kopf, wenn sie über ihre gefühlsechte Betrachtung unserer hektischen Zeit und die oftmals aberwitzig wirken- den gesellschaftlichen und politischen Trends sprachen und sangen.

Ihren weiblichen Bauch verstehen sie als Zentrale des gesunden Menschenverstandes, in dem die Intelligenz sitzt, die in ihren Köpfen keinen Platz mehr gefunden hat. Die Vollblut-Kabarettistinnen bewiesen viel Mut zur Selbstironie und schlüpften in so manch ulkiges Kostüm, mit dem sie das Fass ihres großherzigen Humors zum Überlaufen brachten.

Sie nahmen die Auswirkungen der Lebensmittelindustrie unter die Lupe und traten als Geflügelwurst, Pastakäse, Remoulade oder emigrierte Tomate auf.

Mit viel sprachlichem Vermögen wurde ferner live vom Prinzessinnen-Kipferl-Treffen berichtet. Helmer agierte mit markanter Mimik als Máxima aus den Niederlanden, im verbalen Austausch mit Mette-Marit aus Norwegen (Windhoff), der spanischen Letizia (Anders), Charlene von Monaco (Knief) und Camilla Parker, alias Hollefeld , die im schnellen Galopp (auf einem, vom Christophorus Werk in Lingen gefertigten Steckenpferd) durch den Ärmelkanal geritten kam.

Dabei gaben sie den Song „Müssen noch kurz unser Geld retten“ nach Tim Bendzko zum Besten. Mit bravourösen Klaviereinlagen machten sie des Weiteren auf die Problematik der Einsparungen im Kulturbereich auf merksam.

Charme und Vermögen

Mal standen Knief nicht alle Töne am Klavier zur Verfügung, mal arbeitete sie Werbemelodien in ihr Liedgut (Sonate von Beethoven) mit ein, um wenigstens Werbetantiemen kassieren zu können. Das Lied „Ich hab Sommer“ wurde zum Highlight des Abends. Hollefeld sang kraftvoll über Hitzewallungen und das Sprießen von Haaren an Oberlippe und Beinen. Das Publikum tobte. „Dietutnix“ spielten sich mit viel Charme und großem Vermögen in die Herzen der Lingener, die mehrere Zugaben forderten und nicht müde wurden zu klatschen.