Bauingenieur hofft auf festen Job Syrer Ohanes Agop: Reholand baut Menschen auf

Ohanes Agop und seine Frau Najah Khamasmie. Er hofft auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei Reholand in Lingen. Foto: Thomas PertzOhanes Agop und seine Frau Najah Khamasmie. Er hofft auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei Reholand in Lingen. Foto: Thomas Pertz
Thomas Pertz

Lingen. Ohanes Agop kennt im sozialen Wirtschaftsbetrieb Reholand nahezu jeden Arbeitsbereich. "Außer Hauswirtschaft", schmunzelt der 51-jährige Syrer. Aber der energiegeladene Agop würde, so viel ist sicher, auch dort ebenfalls sein Bestes geben.

Ohanes Agop und seine Frau Najah Khamasmie waren mit ihren Kindern vor sechs Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen. Seit vier Jahren wohnen sie in Lingen. In Aleppo hat der 51-Jährige als Bauingenieur mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik gearbeitet und in Lingen an verschiedenen Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge teilgenommen. Nun arbeitet er bei Reholand. 

"Der Arbeitsvertrag ist zunächst befristet", sagt SKM-Geschäftsführer Hermann-Josef Schmeinck. Und drückt gleichzeitig die Hoffnung aus, dass daraus ein weiterführendes Arbeitsverhältnis werden kann. Denn Ohanes Agop ist ein gutes Beispiel dafür, was ein Einzelner auch in schwieriger Situation bewegen kann, wenn es am Willen nicht mangelt.

Die Kinder des Paares besuchen inzwischen das Gymnasium in Lingen. Zu Hause wird nur Deutsch gesprochen und das deutsche Fernsehprogramm geschaut. "Meine Muttersprache ist arabisch, die meiner Kinder ist jetzt Deutsch", sagt er. Die Familie möchte sich ein neues Leben in Lingen aufbauen, auch die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben.

"Aufbauen" - das ist für Ohanes Agop ein wichtiges Wort: "Reholand, mein Chef Alfons, baut Menschen auf, das gefällt mir sehr", beschreibt der Syrer Geschäftsführer Alfons Hennekes und das ganze Team auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Hof Greiwe in Darme. Dass bei der Arbeit dort Herkunft, Hautfarbe oder Religion keine Rolle spielen würden, beeindrucke ihn sehr, erzählt er.

Mehrere Sprachen

Agop spricht neben Arabisch auch die englische, deutsche und armenische Sprache. "Kurdisch verstehe ich zumindest", erzählt er. Klar, dass der Syrer bei Reholand deshalb auch häufig als Dolmetscher im Einsatz ist. Aber die Art und Weise, wie er die Dinge anpackt und versucht, sich einzuarbeiten und auch zunächst eher fremde Tätigkeiten zu erlernen, kommt ohne Übersetzung aus. "Ich möchte nach vorne schauen, die Vergangenheit ist nicht meine Richtung", sagt er. Es sei wichtig, ein Ziel zu haben.

Seine Ehefrau Najah Khamasmie unterstreicht dies. Die 42-Jährige hat Wirtschaft studiert, kennt sich im Designen von Webseiten aus, spricht mehrere Sprachen. Und Deutsch immer besser. "Wir sind hier nicht zu Besuch", sagt sie und macht damit deutlich, dass das Wort "Aufbauen" ihr ebenso viel bedeutet wir ihrem Mann.


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