Während der Revision in Lingen Kernkraftwerk Emsland: Drei meldepflichtige Befunde

Das Kernkraftwerk Emsland in Lingen. Foto: Carsten van BevernDas Kernkraftwerk Emsland in Lingen. Foto: Carsten van Bevern

Lingen. Im Rahmen der Revision beim Kernkraftwerk Emsland (KKE) in Lingen sind drei meldepflichtige Befunde festgestellt worden. Dies teilte eine Sprecherin des Kraftwerks am Dienstag mit.

Das KKE ist für seine jährliche Revision mit Brennelementewechsel seit dem 17. Mai abgeschaltet. In dieser Zeit werden zahlreiche Inspektionen und umfangreiche Funktionsprüfungen an den Kraftwerkssystemen vorgenommen. Dabei wurden bislang drei Befunde festgestellt, die als Vorkommnisse gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (Normal) eingestuft wurden. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) sind sie der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

In der Mitteilung verweist das Unternehmen auf diese Befunde: An einem Entlüftungsstutzen des mit Emswasser betriebenen Nebenkühlwassersystems sind Wanddickenschwächungen an einer Schweißnaht festgestellt worden. Das System ist vierfach vorhanden und dient der Kühlung von Kraftwerkskomponenten. Der betroffene Entlüftungsstutzen wurde instandgesetzt.  Zwei Heizrohre in einem von vier Dampferzeugern zeigten jeweils eine lokale Wanddickenschwächung. In den Dampferzeugern mit insgesamt 16.472 Heizrohren wird der für die Stromproduktion notwendige Dampf erzeugt, der die nachgeschaltete Turbine antreibt. Die zwei betroffenen Heizrohre sind vorsorglich verschlossen worden. Auswirkungen auf die Funktion der Dampferzeuger gibt es keine. An einem Brennelement wurde eine defekte Niederhaltefeder festgestellt. Niederhaltefedern dienen zur vertikalen Positionierung des Brennelements. In jedem Brennelement des betroffenen Typs sind 16 Niederhaltefedern eingebaut. Der Bruch einer einzelnen Feder hat keine Auswirkungen auf die sichere Niederhaltung in allen Betriebszuständen. Das Brennelement kommt nicht mehr zum Einsatz.  

Die Ereignisse sind dem niedersächsischen Umweltministerium als Aufsichtsbehörde fristgerecht gemeldet worden. Die Befunde hatten nach Angaben der Sprecherin keine Auswirkungen auf Personen, auf die Umgebung oder die Funktionsfähigkeit der Systeme.


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