Kriminalfall aus der Antike auf der Bühne Latein-AG des Franziskusgymnasiums Lingen gewinnt ersten Landespreis

Die Latein-AG des Franziskusgymansisums gewann unter der Leitung von Angelika Roelfes (vorne rechts) den Landeswettbewerb Fremdsprachen; Schulleiter Michael Klumparendt gratulierte. Foto: Johannes FrankeDie Latein-AG des Franziskusgymansisums gewann unter der Leitung von Angelika Roelfes (vorne rechts) den Landeswettbewerb Fremdsprachen; Schulleiter Michael Klumparendt gratulierte. Foto: Johannes Franke
Johannes Franke

Lingen. Den ersten Landespreis im Bundeswettbewerb Fremdsprachen hat die Latein-Theater-AG des Franziskusgymnasiums Lingen gewonnen. Während der Preisverleihung präsentierten die Schüler Ausschnitte ihres Stückes.

„Wir dürfen einen Menschen nicht verurteilen, nur weil er fremd ist“, lautet der Wesensgehalt des Kriminalfalls zur Zeit der römischen Antike. Den erstplatzierten Schülern und ihrer Lehrerin Angelika Roelfes ging es dabei vordergründig um Rassismus, vorschnelle Verdächtigungen und Vorverurteilungen – damals und vor allem heute. 

Präzise Sprache

Die Jury war beeindruckt vom präzisen Gebrauch der lateinischen Sprache sowie der spielerischen Umsetzung dieses moralischen Lehrstücks. „Heute sind alle Sieger und Gewinner! Deshalb haben wir vor allem für euch Schüler extra den roten Teppich ausgerollt“, begrüßte Schulleiter Michael Klumparendt die Preisträger in Begleitung ihrer Lehrer und Eltern und hieß sie in mehreren Sprachen willkommen. 

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen begann 1979 mit 133 Einsendungen. Heute schicken Schüler der Klassen sechs bis zehn über 15.000 Solo- und Teambeiträge, die überwiegend in englischer, aber auch spanischer, lateinischer und französischer Sprache verfasst sind. 169 Schüler hatten im Bereich der Niedersächsischen Landesschulbehörde Regionalabteilung Osnabrück teilgenommen. 41 Einzel- und Gruppenwettbewerber aus dem Nordwesten wurden geehrt. 

Hervorragende Einsendungen

Zu den Aufgabenstellungen zählen Hör- und Leseverstehen, Landeskunde, Textproduktion, Lückentextergänzungen und ein selbst gedrehtes kurzes Video, in dem eine Persönlichkeit des Zeitgeschehens oder Literatur vorgestellt wird. „Bei diesen neuen Anforderungen gab es ganz hervorragende Einsendungen, von denen die Jury begeistert war“, betonte Studiendirektor Michael Völpel vom Gymnasium Georgianum, der seit 22 Jahren den Bundeswettbewerb Fremdsprachen organisiert. Ein hohes Maß an sprachlicher Kreativität, Spielfreude und Lebendigkeit im Umgang mit Fremdsprachen habe die Jury festgestellt und kritisch bewertet. 

„Ihr alle dürft stolz sein, denn ihr habt tolle Leistungen und spannende Beiträge erbracht“, gratulierte Lingens Zweiter Bürgermeister Stefan Heskamp. Sprachen seien gerade in heutiger Zeit der Globalisierung wichtig. Leitender Regierungsschuldirektor Detlev Heinrich gratulierte und dankte allen beteiligten Lehrern sowie den Eltern, die die Talente unterstützt haben.

Für Musik sorgte die Big Band des Franziskusgymnasiums unter der Leitung von Stefan Pohlmann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN