Doch erst ab dem Jahr 2021 Lkw-Unfälle auf Umgehungsstraße Lingen: Schutzmaßnahmen kommen

Im Jahr 2014 ist es zu mehreren Lkw-Unfällen auf der Umgehungsstraße in Lingen gekommen. Foto: Wilfried RoggendorfIm Jahr 2014 ist es zu mehreren Lkw-Unfällen auf der Umgehungsstraße in Lingen gekommen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Auf der Umgehungsstraße in Lingen ist es in den vergangenen Jahren zu Verkehrsunfällen mit Lastkraftwagen gekommen, die die Böschung hinab gekippt sind. Klaus Haberland, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen, hat im Verkehrsausschuss dazu Stellung bezogen.

Anfang des Jahres hat es zuletzt  zwischen Damaschke und Laxten einen Verkehrsunfall mit einem Lastkraftwagen gegeben. Bereits in den Jahren 2013 und 2014 waren ungefähr an der gleichen Stelle vier Lastwagen von der Lingener Umgehungsstraße abgekommen. 

90 Prozent menschliches Versagen

Obwohl es in den vergangenen Jahren lediglich vereinzelt zu Unfällen im dortigen Bereich gekommen ist, hat das Bündnis 90/Die Grünen im Vorfeld des jüngsten Verkehrsausschusses gefordert, die Ortsumgehung von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erneut überprüfen zu lassen. 2014 hatten sie bereits Schutzmaßnahmen an der Schulstraße gefordert, die sich unweit von den Unfallstellen entfernt befindet. (Weiterlesen: Grüne fordern mehr Sicherheit an Schulstraße)

Klaus Haberland (rechts) hier im Jahr 2016 zusammen mit Markus Droste an der Lingener Umgehungsstraße. Foto: WIlfried Roggendorf

Klaus Haberland, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen, bezog dazu nun Stellung.  Seiner Aussage nach ist der dortige Bereich nicht zu bemängeln, weder die Linienführung noch der Zustand der Straße sei die Unfallursache, wenn Lastkraftwagen von der Straße abkommen: "In zehn Prozent der Fälle spielt technisches Versagen eine Rolle, in 90 Prozent ist es menschliches Versagen." Haberland spricht beispielsweise von Sekundenschlaf. "Gerät ein Lastwagen erst einmal in den Seitenraum, ist die Chance gering, dass das Fahrzeug wieder auf die Straße kommt, indem das Lenkrad umgerissen wird."

Bündelung von Unfällen nicht erkennbar

Eine Bündelung oder Häufung von Unfällen mit Lastwagen-Beteiligung ist laut Haberland an einem bestimmten Abschnitt der Umgehungsstraße nicht erkennbar, dennoch war seitens der Landesbehörde vorgesehen, im kommenden Jahr zwischen den Anschlussstellen Damaschke und Laxten im Zuge der Sanierung neue Schutzeinrichtungen zu installieren. Stahlschutzplanken mit einem Pfostenabstand von zwei Metern, bisher sind es vier Meter, sagt Haberland. 

Eine Betonwand anzubringen, betrachtet der Leiter der Landesbehörde nicht als sinnvoll.  Lastkraftwagen könnten, wenn sie denn gegen eine solche Wand mit ihrem Fahrzeug prallen, in den Gegenverkehr geschleudert werden. Die Gefahr, dass dann noch weitere Menschen verletzt werden, sei hoch. 

Sanierung verzögert sich

Die Sanierung der Umgehungsstraße verzögert sich jedoch, wurde im Verkehrsausschuss klar. Die Autobahn  31 hat Vorrang – und dort wird von 2020 bis 2021 die Strecke zwischen den Anschlussstellen Meppen und Emsbüren saniert. Die Umleitung führt dann auch über die B70 und B213, sagt Haberland. Wäre dann dort ebenfalls eine Baustelle, ist ein Verkehrschaos unausweichlich. Das Ende vom Lied: Die Sanierung beginnt nach derzeitiger Planung erst in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2021. 



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