Lingener Schüler simulieren Europawahl 2019 Klimaschutz und Urheberrecht sind Top-Themen der Jugend

Schlange stehen für die Wahl: Schüler des Franziskusgymnasiums beteiligten sich an der Juniorwahl zur Europawahl 2019. Foto: Caroline TheilingSchlange stehen für die Wahl: Schüler des Franziskusgymnasiums beteiligten sich an der Juniorwahl zur Europawahl 2019. Foto: Caroline Theiling
Caroline Theiling

Lingen. Wenn es um Europa geht, stehen der Klima- und Umweltschutz und das Thema Urheberrecht bei Schülern des Franziskusgymnasiums ganz offensichtlich an oberster Stelle. Das wurde bei der EU-Juniorwahl in der Schule deutlich, an der insgesamt 14 neunte bis elfte Klassen mit rund 300 Jugendlichen teilnahmen. Auch an vier weiteren Schulen im Stadtgebiet haben Jugendliche sich an dem bundesweiten Projekt beteiligt.

Seit 1999 wird diese Wahl in Deutschland parallel zu Landtags-, Bundestags- und Europawahlen durchgeführt. Das Projekt soll Schüler an Prozesse der demokratischen Willensbildung heranführen und sie auf die Teilhabe am politischen System der Bundesrepublik vorbereiten. Das Thema Europa steht nach Angaben von Politik-Fachlehrer Andreas Bethke ganz regulär auf dem Programm der zehnten Jahrgänge des Gymnasiums. Da geht es allgemein um die EU, um das Parlament, um die Organe auf EU-Ebene, um Parteien, Werte und Ziele. Einen Tag vor der Wahl in der Schule besuchte Bethke noch zusammen mit 60 Schülern des Jahrgangs elf den niedersächsischen Landtag und das europäische Informationszentrum, um das Thema auch außerhalb des Unterrichts den jungen Wählern näher zu bringen.

Die meisten der teilnehmenden Schüler dürfen am kommenden Sonntag zwar nicht wählen, weil sie noch keine 18 sind, würden aber – so der Tenor – alle zur Wahlurne gehen, wenn sie denn dürften.  "Ich würde wählen gehen, weil das zur Demokratie dazu gehört", sieht der 14-jährige David einen wichtigen Grund sich zu beteiligen. "Entscheidungen, die vom Europaparlament getroffen werden, betreffen ja auch uns", ergänzt Ina (16) aus der zehnten Klasse. Zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern der Buchhaltung der Schülerfirma Franz- IT bildet sie den Wahlvorstand. 


Nur wer mit Wahlbenachrichtigung und Ausweis kommt, darf auch wählen. Bei der Juniorwahl geht es genauso zu, wie bei der echten Wahl am Sonntag. Foto: Caroline Theiling


Auch wenn die Ergebnisse am Ende keine Relevanz haben, so ist der Ablauf doch identisch mit der Wahl am Sonntag. Alle beteiligten Schüler haben eine Wahlbenachrichtigung erhalten, die sie am Wahltag zusammen mit einem Ausweis mit die Schule bringen müssen, nur dann dürfen sie ihre Stimme abgeben. Auch die Stimmzettel entsprechen dem Original, sodass darauf geachtet werden muss, dass keiner versehentlich einen solchen mit nach Hause nimmt oder in Umlauf bringt. "Nicht benötigte Stimmzettel werden noch am selben Tag nach Ende der Wahl vernichtet", versichert der betreuende Politiklehrer Andreas Bethke. Inwiefern sich ihre Testwahl von dem tatsächlichen Ergebnis der Europawahl unterscheidet, können die Schüler dann auch erst am Sonntag, 26. Mai 2019,  ab 18 Uhr auf www.juniorwahl.de sehen. Dann werden die Ergebnisse der Juniorwahl, an der insgesamt 2760 Schulen teilnehmen, veröffentlicht.

Der Stimmzettel der Juniorwahl gleicht dem offiziellen Stimmzettel für die Europawahl 2019. Foto: Christopher Bredow

Während am Franziskusgymnasium nahezu alle Schüler aus dem EU-Raum kommen, waren unter den mehr als 600 Teilnehmern aus allen Berufsbereichen der BBS Technik und Gestaltung auch junge Leute mit Fluchterfahrung, die ihre Stimme abgegeben haben. „Für diese Jugendlichen war es etwas besonderes, aktiv Demokratie zu erleben“, betonte Annika Laser, Leiterin der Fachgruppe Politik einen wichtigen Punkt dieses Projektes. Ihr war es auch wichtig, die Schüler grundsätzlich zu motivieren, an Wahlen teilzunehmen und Schwellenängste abzubauen. Auch das Gymnasium Georgianum hat sich mit den Klassen neun bis elf (das sind 416 Schüler) an der Juniorwahl beteiligt. Initiiert und organisiert wurde die Aktion von Politiklehrer Sebastian Zermann. An der Durchführung waren auch die Politikkollegen Markus Schmid und Julia Schlagge beteiligt. An der Gesamtschule Emsland haben sich 322 Schüler der Jahrgänge acht bis zehn im Fach Gesellschaftslehre mit den Europawahlen auseinandergesetzt und ihre Stimme abgegeben, begleitet von der Didaktischen Leiterin Claudia Brose. 261 Schüler aus verschiedenen Fachbereichen an den BBS Lingen Wirtschaft haben ebenfalls gewählt. Hier lag die Leitung in Händen von Studienrätin Sabine Litfin.



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