Plattdeutsche Messe in einer Landmaschinenhalle Pfarreiengemeinschaft Freren feiert zehnjähriges Jubiläum

Pfarrer Jürgen Krallmann entzündet am Altar  sechs Kerzen, die symbolisch für die einzelnen Kirchengemeinden in Andervenne, Beesten, Fereren, Messingen, Suttrup und Thuine stehen. Foto: Johannes FrankePfarrer Jürgen Krallmann entzündet am Altar sechs Kerzen, die symbolisch für die einzelnen Kirchengemeinden in Andervenne, Beesten, Fereren, Messingen, Suttrup und Thuine stehen. Foto: Johannes Franke

Andervenne. An der "Plattdüdtschken Misse van de Pfarreiengemeenskup Freren" haben am Sonntag anlässlich des zehnjährigen Bestehens mehr als 600 Besucher in der Landmaschinen-Halle Rainer Meyer in Andervenne teilgenommen.

Pfarrer Jürgen Krallmann entzündet am Altar sechs Kerzen. Symbolisch stehen sie für die katholischen Kirchengemeinden St. Andreas Andervenne, St. Servatius Beesten, St. Vitus Freren, St. Antonius Messingen, Unbefleckte Empfängnis Mariens Suttrup-Lohe sowie St. Georg Thuine. Diese bilden die Pfarreiengemeinschaft Freren. Umrahmt von Messdienern und Bannerträgern, musikalisch begleitet vom Shantychor Andervenne unter Leitung von Otto Bajohr, feierten Pfarrer Jürgen Krallmann und Pfarrer Christoph Höckelmann mit den Gemeindemitgliedern eine würdevolle, fröhliche plattdeutsche Messe.

Dorthin, wo die Menschen sind

„Gottesdienst an einem anderen Ort zu feiern, ihn mit dem zehnjährigen Jubiläum zu verbinden, in plattdeutscher Sprache, die viele täglich noch sprechen, das ist schon ein besonderes Erlebnis“, betonte Jürgen Krallmann. Es sei auch Auftrag der Kirche, dorthin zu gehen, wo die Menschen sind, sie dort zu erreichen, wo sie arbeiten.  

Für das Ehepaar Maria und Antonius Schoo aus Suttrup beispielsweise bedeutet es „etwas ganz Besonderes, mit den vielen Menschen gemeinsam den plattdeutschen Gottesdienst zu feiern“, der auf Initiative der „Kerngruppe 60+“, besonders durch Hubert Kuhl, angeregt und organisiert wurde.

Hölterne Hochtied

Im Tagesevangelium sagt Jesus: „Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“. Pfarrer Krallmann übertrug diese Botschaft auf das zehnjährige Jubiläum: „Wi bünt nu tein Joahre tousammen. Noch kine Ewigkeit, man wi häbt us aneinander gewöhnt. Wi kennt us, bünt us nicht mehr fremd und fiert nu Hölterne Hochtied. Dat is nich immer licht, netso as in de Familien, man meistied klappt dat, so föhl ik dat.“ Er erhielt dafür sehr herzlichen Beifall. Er dankte namentlich sehr vielen Organisationen, denn ohne die vielen helfenden Hände sei es schwerlich möglich gewesen.

Herzlichen Beifall erhielten auch die Mädchen und Jungen für ihr Lied, das sie mit ihren Betreuerinnen vom Kinder-Kirchen-Kreis im eigenen Gottesdienst eingeübt hatten. Ihr Kunstwerk, bunte Kinderhände umgeben den schützenden Jesus – lasset die Kinder zu mir kommen – wird nun in den sechs Gemeinden ausgestellt.

„Dass Menschen durchaus in Freude ihr Leben und ihren Glauben feiern wollen und können“, ist Anneliese Heymann, Katechetin in der Seniorenpastoral, und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christoph Driever sehr wichtig. Und so trafen sich nach dem Gottesdienst Jung und Alt bei Getränk und Grillwurst.


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