Chorfrühling im Theater Lingen Singen für die gute Sache bei Rotarier-Benefizkonzerten

Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei war wieder der Chor St. Bonifatius unter der neuen Leitung von Balthasar Baumgartner. Foto: Sebastian von MelleDer Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei war wieder der Chor St. Bonifatius unter der neuen Leitung von Balthasar Baumgartner. Foto: Sebastian von Melle

Lingen (Ems). Alles neu macht der Mai. So auch vieles beim Lingener Chorfrühling. Zwei Mal war das Theater an der Wilhelmshöhe gut gefüllt und die Zuhörer begeistert.

Der Vorstand des örtlichen Rotary-Clubs, vertreten durch Franz-Josef Paus und Heinz Gehring, hatte eine attraktive Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Tafel Lingen organisiert. Vier Chöre aus der Region standen auf der Bühne, und jeder hatte sein unverwechselbares Flair. 


Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Organisiert wurde er von Heinz Gehring (l.) und Franz-Josef Paus vom Rotary-Club Lingen. Foto: Sebastian von Melle



Sympathische Powerfrau leitet Männerquartett

Mit minimalistischem Dirigat, hörenswertem Alt-Solo und Energie für drei präsentierte die neue Leiterin Eline Harbers (Enschede) das Lingener Männerquartett. Die 23 Sänger können mit dieser sympathischen Powerfrau hoch zufrieden sein, lockt sie doch saubere Klänge und verständliche Texte hervor und spornt zu Höchstleistungen an. Dank guter Begleitung durch Pianist und Arrangeur Peter Nijland verlief die „Reise durch Europa“, so Harbers, harmonisch und kurzweilig. Bereits beim fünften Stück, „Viva Espana“, gab es rhythmisches Klatschen und kräftigen Saalgesang. „Sag mir, wo die Blumen sind“ wurde angemessen ruhig interpretiert, bevor Udo Jürgens' „Mit 66 Jahren“ wieder alle Lebensgeister weckte.


Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei war wieder das Lingener Männerquartett unter der neuen Leitung von Eline Harbers. Foto: Sebastian von Melle


Schöne Mouth-Percussion bei der Chorwerkstatt

Verteilt im Publikum, quasi auf Tuchfühlung, begann die Chorwerkstatt unter der Leitung von Dieter Krone ihr A-cappella-Programm mit „Viva la vida“. Dieser Song von Coldplay wie auch das berührende „Fix you“ mit schöner Mouth-Percussion durch Jakob Belle leitete über zu drei opulenten Stücken: John Miles' „Music“, Rammsteins „Engel“ mit einer ausgewachsenen Fuge auf „Da-da-da“ und Queens „Bohemian Rhapsody“. Und der Song „Don't stop me now“ war als Appetizer für die Konzerte 2020 angekündigt und endete konsequent nach 10 Sekunden. Gute Idee!


Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei war wieder die Chorwerkstatt Lingen unter der Leitung von Dieter Krone. Foto: Sebastian von Melle


Schwung und Routine in bunten Hemden

Nach der Pause gab es wieder einen neuen Chorleiter. Balthasar Baumgartner und der Chor St. Bonifatius brachten Farbe auf die Bühne und interpretierten mit Schwung, großer Routine und in frühlingshaft bunten Hemden 14 von 18 Liebesliedern aus dem 150 Jahre alten Walzer-Zyklus op. 52 von Johannes Brahms, am Konzertflügel einfühlsam begleitet von Hsiu Ping Chang und Stefanie Löning. Wer das Werk nicht kannte, vermisste die Texte Georg Friedrich Daumers im Programmheft. Dennoch: Baumgartner kann nicht nur Kirchenlieder, seine Vitalität war bestechend.


Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei war wieder der Chor St. Bonifatius unter der neuen Leitung von Balthasar Baumgartner. Foto: Sebastian von Melle


Partystimmung durch die Klampflinge

Neu war auch die Präsenz der Lingener „Klampflinge“, mit denen die Stimmung sich nochmal steigern ließ. Ruhige Lieder wie „Amazing Grace“ oder die Eigenkompositionen „Bescheidenheit“ und „Euer Wunsch“ gingen unter die Haut. Daneben gab es auch Partyhits wie „Wein, Weib und Gesang“ oder „Tortuga“ (Ich bin blau wie das Meer). Nach und nach nahmen die neun Klampflinge in historischer Tracht ihre Instrumente zur Hand, Lauten, Geige, Percussion und eine Drehleier, und schon wurde frenetisch geschunkelt. Markus „Medicus“ Vedder und seine Recken, darunter der ehemalige „Moltovocalist“ Dirk „Dirkolas“ Brinkmann mit schönem Countertenor, überzeugten auf ganzer Linie, obwohl außer Brian „Rattus“ Lüken und Steffen „Fidelius“ Kerstens keiner von ihnen Noten lesen könne, so Vedder. Bei der qualitativ ausgereiften Performance fiel es schwer, das zu glauben. Da musste schon die leere Pommesschale auf dem Notenständer als Beweis herhalten.


Der Lingener Chorfrühling brachte auch 2019 wieder Farbe ins Theater an der Wilhelmshöhe. Mit dabei waren zum ersten Mal die Klampflinge unter der Leitung von Markus Vedder (4. v. l.). Foto: Sebastian von Melle


Offenes Singen

Wie immer gab es zum Schluss unter der Leitung von Balthasar Baumgartner ein kleines offenes Singen zusammen mit allen Mitwirkenden. „Komm, lieber Mai, und mache“ und „Lieder, die wie Brücken sind“. Lingen kann über seine Kulturvielfalt stolz sein.


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