CO2-frei? Lingener Atomkraftgegner widersprechen RWE

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Lingen. Das Bündnis "AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland" hat dem Betreiber des Kernkraftwerkes Emsland, RWE, widersprochen, der anlässlich der Revision mitgeteilt hatte, dass die dortige Stromproduktion CO2-frei sei. Das Bündnis fordert zudem die Veröffentlichung von Strahlungsspitzenwerten, die Brennelemente nicht zu wechseln und das Kraftwerk sofort stillzulegen.

Die Atomkraftgegner reagieren auf ein Pressemitteilung von RWE anlässlich der am Freitag begonnenen Revision, bei der auch 44 neue Brennelemente eingesetzt werden sollen. Das Bündnis behauptet, dass unter Fachleuten schon lange klar sei, "dass für eine präzise Betrachtung der CO2-Produktion durch Atomkraft nicht allein die (geringen) CO2-Emmissionen berücksichtigt werden müssen". Auch vor- und nachgelagerte Prozesse wie der Urananbau, die Aufbereitung der Brennelemente, der Bau und Rückbau der Kraftwerke und die Lagerung der Atommülls müssten berücksichtigt werden.

Das Bündnis verweist dazu auf eine Studie des Öko-Instiuts aus dem März 2007 (Treibhausgasemissionen und Vermeidungskosten der nuklearen, fossilen und erneuerbaren Strombereitstellung", Uwe R. Fritsche) sowie auf eine weitere, kritischere Studie aus dem Jahr 2005 ("Nuclear Power – the Energy Balance", Jan Willem Storm van Leeuwen, Philip Smith).

Darüber hinaus schließen die Atomkraftgegner aus ARD-Recherchen zur Sendung "Plusminus" vom 21. Juni 2011, die auf Nachforschungen des Vereins "Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung aufbauen würden, dass Brennelementewechsel gefährlicher seien als bisher angenommen. Daher ruft "AgiEL" RWE dazu auf, die Strahlungsspitzenwerte in der Abluft während der Brennelementewechsel zu veröffentlichen. Der geplante Wechsel solle unterlassen und der Kraftwerke sofort stillgelegt werden.


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