Auf städtischen Flächen Parkgebühren in Lingen nun via Handy bezahlbar

Auf den Parkflächen der Stadt Lingen ist es nun möglich, die Gebühren per Handy zu zahlen; hier der Parkplatz Am Wall Süd. Foto: Mike RöserAuf den Parkflächen der Stadt Lingen ist es nun möglich, die Gebühren per Handy zu zahlen; hier der Parkplatz Am Wall Süd. Foto: Mike Röser

Lingen. Ab sofort können die Gebühren für städtische Parkplätze per Handy bezahlt werden. Wie die Stadt Lingen mitteilt, ist die im März vom Stadtrat beschlossene Bezahlmöglichkeit nun verfügbar.

Möglich ist das Bezahlen der Parkgebühren via Handy somit auf den von der Stadt Lingen selbst bewirtschafteten Flächen wie beispielsweise Parkplätzen. Nicht möglich ist dies hingegen in den Tiefgaragen am Pferdemarkt und Marktplatz, in den Parkhäusern am Rathaus und Medicus Wesken, am Lookentor (Tiefgarage und Parkhaus) sowie am Bonifatius-Hospital (Tiefgarage und Parkplatz). Diese mit Schranken versehenen Parkanlagen werden von den Wirtschaftsbetrieben Lingen bewirtschaftet – dort setzt man ab Anfang Juni auf das Zahlen per Karte.

Zuschläge für Handyparken-Anbieter

Für die ab sofort in Lingen verfügbare Handylösung kooperiert die Stadtverwaltung mit der Initiative Smartparking. Diese bietet verschiedenen Diensten zum Bezahlen von Parkgebühren per Handy eine Plattform. In Lingen stehen nach Auskunft der Stadtverwaltung die folgenden Anbieter zur Verfügung: "EasyPark", "ParkNow", "Park and Joy", "moBiLET", "Yellowbrick/flowbird" und "travipay". Für den Service berechnen diese Anbieter unterschiedliche Zuschläge auf die Parkgebühr: Diese betragen je nach Anbieter zwischen 10 und bis zu 49 Cent; die meisten bieten Abonnements (zwischen zwei und drei Euro im Monat) an, bei denen alle Parkvorgänge inbegriffen sind.

Krone: Ein Gewinn für den Einkaufsstandort

Überzeugt von der zusätzlichen Möglichkeit, die Parkgebühren zu zahlen, zeigt sich Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone in einer Pressemitteilung der Stadt: "Das neue Angebot ist sehr kundenfreundlich, einfach zu bedienen und die Kunden sparen unterm dem Strich Geld. Ein echter Gewinn für den Einkaufsstandort Lingen und ein zusätzlicher Service für unsere Bürgerinnen und Bürger.“ In diesen Tagen würden die Hinweise auf das neue System an allen Parkautomaten angebracht. Diese bleiben parallel in Betrieb, so dass der Kunde selbst wählen kann, wie er bezahlen möchte.

Wer die Gebühren via Handy zahlen möchte, muss sich dafür die App eines der sechs Anbieter auf sein Smartphone laden. Den Parkvorgang startet der Autofahrer dann per App, Anruf oder SMS – manche der Anbieter bieten mehrere Optionen an. Die Parkzeit kann der Nutzer je nach Bedarf stoppen oder verlängern.

System rechnet minutengenau ab

„Falls man im Café, im Wartezimmer beim Arzt oder während einer Konferenz feststellt, dass das Ticket gleich abläuft, kann man bequem über Handy nachzahlen“, sagt Dieter Krone. „Zudem rechnet das System immer minutengenau ab – ich zahle also nur für die Zeit, in der ich tatsächlich auch parke.“

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes können laut Auskunft der Stadt über den Abgleich mit einer zentralen Datenbank erkennen, ob für ein Auto ein digitales Ticket gelöst worden ist und wie lange dieses gültig ist. Das ist mittlerweile in 85 Städten der Fall, darunter Nordhorn oder Vechta in der Nähe oder auch in Großstädten wie Hamburg und Berlin. 

Auch Kartenzahlung soll kommen

In der politischen Diskussion im Stadtrat waren nicht alle Fraktionen vom Handyparken überzeugt. "Es ist schwer, dem Bürger zu erklären – besonders wenn er von außerhalb kommt –, dass er erstmal eine App laden, sich registrieren und dann auch noch extra zahlen soll", sagte Sozialdemokrat Andreas Kröger in der Stadtratssitzung im März. Die SPD-Fraktion hatte deshalb beantragt, dass bei künftigen Parkautomaten auf die Kartenzahlung gesetzt werden soll, so wie es die Wirtschaftsbetriebe ab Juni bei ihren Parkanlagen tun. Dies sei ohnehin beabsichtigt, hatte Erster Stadtrat Stefan Altmeppen entgegnet.



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