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"Atomkraftgegner reden Unsinn" RWE: Keine Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerkes

Von PM und Ludger Jungeblut

Das Kernkraftwerk Emsland in Lingen. Foto: Carsten van BevernDas Kernkraftwerk Emsland in Lingen. Foto: Carsten van Bevern

Lingen. Aufgrund von Auskünften der Konzernspitze während der RWE-Hauptversammlung am vergangenen Freitag in Essen befürchten Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) eine Laufzeitverlängerung für das von RWE betriebene Kernkraftwerk Emsland in Lingen. RWE wies diese Mutmaßung als Unsinn zurück.

RWE wolle laut Konzernchef Rolf Martin Schmitz in Lingen erst im Jahr 2022 den "letzten" Brennelementwechsel durchführen, schreiben die Atomkraftgegner in einer Pressemitteilung. Dies sei nur wenige Monate vor dem Auslaufen der gesetzlichen Stilllegungsfrist zum 31. Dezember 2022. Dies habe Schmitz auf Nachfrage von Atomkraftgegnern während der Hauptversammlung mitgeteilt. Die Anti-Atomkraft-Initiativen befürchten nun, dass RWE mit diesem sehr späten Termin für den Brennelementewechsel die technischen Grundlagen für eine mögliche Laufzeitverlängerung des AKW-Betriebs legen will.

RWE: Sicherer Betrieb bis zum gesetzlich festgelegten Laufzeitende

Ein Pressesprecher der RWE erklärte dazu: "Die Mutmaßung, RWE plane eine Verlängerung der Laufzeit, entbehrt jeder Grundlage und ist Unsinn.“ Das Kernkraftwerk Emsland werde planmäßig Ende 2022 seinen Betrieb einstellen. Bis zu diesem Zeitpunkt werde RWE den Brennstoffeinsatz im Rahmen der Brennelementwechsel so planen, dass ein sicherer Betrieb der Anlage bis zu dem gesetzlich festgelegten Laufzeitende gewährleistet sei.

Die Atomkraftgegner verweisen auf "einen Präzendenzfall": 2015 habe EON auf einen letzten noch möglichen Brennelementewechsel beim AKW Grafenrheinfeld verzichtet und es ein halbes Jahr vor dem gesetzlich spätest möglichen Termin stillgelegt. RWE wolle diesen vernünftigen Weg anscheinend nicht gehen, zumal der RWE-Chef auf der Hauptversammlung kein eigenes konkretes Stilllegungsdatum benennen wollte.

Vent: Müssen uns auf Zusage verlassen können

„Eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks mit den damit verbundenen Risiken ist nicht hinnehmbar", so  Alexander Vent vom Bündnis "AgiEL- AtomkraftgegnerInnen im Emsland“. "Jeden Tag wird zudem weiterer Atommüll produziert, der hier in Lingen lagern soll und dessen Entsorgung noch immer ungeklärt ist. Wir müssen uns auf die Zusage der Bundesregierung zum Atomausstieg verlassen können. Das Atomkraftwerk Emsland muss sofort abgeschaltet werden, und zwar endgültig.“


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