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Innenstadt proppenvoll Familiensonntag lockt die Massen zum Lingener Altstadtfest

<em>Christian Hüser</em> nahm Liedtitel wie „Fit wie ein Turnschuh“ wörtlich: Alle wurden zum Mittanzen aufgefordert – und dazu gehörten auch die Eltern. Foto: Christiane AdamChristian Hüser nahm Liedtitel wie „Fit wie ein Turnschuh“ wörtlich: Alle wurden zum Mittanzen aufgefordert – und dazu gehörten auch die Eltern. Foto: Christiane Adam

Lingen. Glück mit dem Wetter muss man haben: Bei Kaiserwetter haben sich Tausende das Familienprogramm am letzten Tag des Lingener Altstadtfestes einverleibt.

Dazu passend die „Kurparkatmosphäre“, die das Blasorchester Regenbogen auf den Marktplatz gezaubert hat. „Die Musik ist klasse“, freute sich Ruth Schmidt aus Lingen. Den gesamten Auftritt des etwa 70-köpfigen Hobbyorchesters hat sie sich angeschaut. „Einmalig, die Musik“, schwärmten zwei andere Damen.

Da möchte man doch glatt mitsingen zu „What a wonderful world“ von Louis Armstrong. „De laigen Männekes“ aus Münster finden, dass das Altstadtfest „ein sehr schönes Fest“ ist. Dass der Kegelclub allerdings extra den Zug bis Meppen nehmen musste, um 14 Fahrräder entleihen zu können, hat „die braven Männlein“ enttäuscht. In Lingen sei ihnen dies nicht gelungen.

Um lange über dieses Problem nachzudenken, blieb keine Zeit, denn schon sprangen Jungs und Mädels auf die Bühne, um die Hip-Hop-Show der Tanzschule TanzArt aufzuführen. „Aus urheberrechtlichen Gründen ist das Fotografieren und Filmen der Show – uns scheißegal“, tönte es. Das kam einer Aufforderung gleich: Zahlreiche Kameras wurden gezückt, es wurde regelrecht um den besten Platz zum Fotografieren gedrängelt.

Bei einem kurzen Abstecher in die Lookenstraße war eine schräppige Stimme zu hören, die nach „Erwin“ rief. Die Dame sah in ihrem Tweedkostüm doch reichlich tantig aus. Das musste dann wohl „Erna, die rasante Dampfnudel“ sein. Was ist denn das für eine Person? Sie arbeitete sich zur Bühne durch, um dort weiterhin nach ihrem Erwin zu krakeln. Anfangs tat sich das Publikum ein wenig schwer, mit dem Mannsweib aus dem sauerländischen Kirchhundem warm zu werden. Kalauer wie: „Ich komme gerade vom Schwangerschaftstest.“ „Und, waren die Fragen schwer?“, entlockten den spärlich besetzten Zuschauerreihen eher ein hohles „Hahaha“. Die Stimmung änderte sich rasant, als Erna ihr zweites Gesicht zeigte. Und dann ihr drittes, viertes, fünftes. Nach einer kurzen Pause stampfte sie als Lady Gaga auf die Bühne, um sich anschließend als Marilyn Monroe kokett das Kleidchen so weit hochpusten zu lassen, dass ihr Spitzenschlüpfer zu sehen war. Als Schlagersängerin verlangte sie danach, ihrem verheirateten Geliebten irgendwann ganz zu gehören. Und als Tina Turner riss sie die Zuschauer, die sich inzwischen mindestens vervierfacht hatten, mit ihrem roten Lederkleid vom Hocker. In dieser Partystimmung schloss sich nahtlos der zweite Auftritt der Tanzschule TanzArt mit einer zweiten Hip-Hop-Show an.

Auch die kleinsten Zuschauer wollten sich bewegen. Da kam Christian Hüsers Programm gerade recht. Er lud alle Kinder ein, sich nach vorn zu begeben, um mit ihm zu tanzen. Wenn die Eltern dachten, sie könnten sich bequem im Hintergrund halten, hatten sie sich allerdings getäuscht. „Sollen die Mamas und Papas und Omas und Opas auch alle mitmachen?“ „Jaaaa!“ Wir lernten, dass das Wichtigste beim Samba sei, mit dem Popo zu wackeln. Liedtitel wie „Fit wie ein Turnschuh“ nahm Hüser wörtlich, und so wurden alle einmal ordentlich durchgeschüttelt. Den Abschluss des Familienprogrammes bildete der Fanfarenzug Damaschke.

Einen Seniorennachmittag hatte es am Samstag auf dem Universitätsplatz gegeben. Dort traten zu Kaffee und Kuchen die Vechtekrainer Euregio und die Tanzmariechen des Karnevalsvereins Lingen auf. Auf dem Marktplatz präsentierten sich am Samstag zudem die Orchesterklasse der Gesamtschule Emsland und die Folkloretanzgruppe Rossinka.


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