Ein Bild von Thomas Pertz
26.04.2019, 12:30 Uhr KOMMENTAR

Kirche und Missbrauch: Chance für Veränderungen nutzen

Ein Kommentar von Thomas Pertz


350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums Osnabrück nahmen am Fachtag zum Thema Missbrauch teil. Foto: Thomas Pertz350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums Osnabrück nahmen am Fachtag zum Thema Missbrauch teil. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Wenn die enorme Beteiligung von Hauptamtlichen im Bistum Osnabrück am Fachtag in Lingen ein Gradmesser für die Bereitschaft war, trotz oder gerade wegen der Missbrauchsskandale einen Beitrag zu Veränderungen in der Kirche zu leisten, dann ist diese Bereitschaft sehr groß.

Sie alle, "die ihr Gesicht hinhalten für diese Kirche", wie es Pater Zollner formulierte, wollen sich nicht weiter schämen für sie, sondern dazu beitragen, "ihre" Kirche zu verändern. Da war wenig oder auch nichts von Resignation zu spüren. Umso mehr aber der Wunsch, die furchtbaren Fälle von Missbrauch bei aller notwendigen Prioritätensetzung für die Unterstützung der Opfer auch als Chance zu nutzen, Verkrustungen aufzubrechen und Strukturen zu hinterfragen.

Wie können diese Veränderungen aussehen? Wenn sexualisierte Gewalt – übrigens nicht nur in der Kirche – immer auch ein Ausdruck von Macht und Machtmissbrauch ist, dann können mehr Teilhabe, Beteiligung und Mitverantwortung Möglichkeiten sein, vorbeugend zu wirken. Das gilt in erster Linie für die Hauptamtlichen, aber auch für die ehrenamtlich engagierten Bürger in den Kirchengemeinden.

Der Tag im LWH hat durch die Wucht der Teilnehmerzahl eine Diskussionskultur und einen Veränderungswillen im Bistum dokumentiert, die Hoffnung machen.




Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN