Realen Verhältnisse sind schlecht Grüne werfen Lingener CDU Verunglimpfung der Teilnehmer am Fahrradklimatest vor

Unterschiedlich bewerten CDU und Grüne in Lingen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatestes für die Stadt. Foto: Wilfried RoggendorfUnterschiedlich bewerten CDU und Grüne in Lingen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatestes für die Stadt. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Der Ortsverband Emsland-Süd von Bündnis 90/Die Grünen kritisiert in einer Mitteilung die Haltung der CDU zu den Ergebnissen des Fahrradklimatestes 2018 für Lingen. Die Grünen werfen darin der CDU eine "Verunglimpfung der Teilnehmer am Fahrradklimatest" vor.

Die CDU hatte in einer Mitteilung erklärt, es gehe in der Öffentlichkeit vollkommen unter, dass es in Lingen bereits vielfache konkrete Ansätze zur Verbesserung des Radverkehrs gebe. „Dass die CDU den Radfahrern die Schuld an den schlechten Noten gibt, ist eine Verunglimpfung der Teilnehmer an dem Fahrradklimatest“, sagt Peter Blauert vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen in Lingen. Nur so sei die Einlassung der CDU zu dem schlechten Abschneiden der Stadt Lingen beim aktuellen Fahrradklimatest zu verstehen: „Die verhaltene Bewertung der Befragten in dem Report sind unserer Ansicht nach auch auf die gestiegenen Ansprüche zurückzuführen" schrieben die Christdemokraten. Darauf antwortet Peter Blauert: „Nicht nur die Benotung ist schlecht, sondern die realen Verhältnisse sind es. Sie werden nicht mehr den Erfordernissen gerecht.“ Zum Glück habe der Radverkehr zugenommen, nicht aber der entsprechende Ausbau des Radverkehrsnetzes und seiner Infrastruktur. Aus anderen Städten seien die Radfahrer Besseres gewöhnt, und "andere Städte strengen sich mehr an."

 Fuest: Vieles Stückwerk ohne Konzept

Den Beweis für die Behauptung der CDU "es ist nicht alles schlecht“ bleibe die Partei in ihrer Mitteilung  schuldig. Die CDU verweise nur allgemein auf „längst eingeleitete Verbesserungen und eigene Anträge für die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses“. „Das ist der ersten Antrag der CDU zur Verbesserung des Radverkehrs seit 2013“, erklärt Michael Fuest. „Einzige erhebliche Verbesserung, für den Radfahrer und die Fußgänger ist die Unterführung am Bahnhof. Vieles andere ist Stückwerk ohne Konzept, so zum Beispiel die 60 Meter lange Fahrradstraße in der Straße Zum Neuen Hafen im Abschnitt vom Dortmund-Ems-Kanal bis zur Einmündung Jahnstraße, die niemand braucht. Hier und da wird mal ein Stück Radweg neu gemacht, es werden einige Schilder abgebaut und Piktogramme aufgemalt, sicher richtig aber zu wenig. Heute sind die Ausweisungen von fahrradfreundlichen Baugebieten, ihre Anbindung mit Radschnellwegen, Haupt- und Tangentialrouten mit Vorrecht für Radfahrer und Fahrradgesetze gefragt.“

An Aufholern orientieren

Wie  Hilling richtig sage, berieten die Gremien seit Langem über das Klimaschutzteilkonzept. „Aber konkrete Verbesserungen gibt es zu wenig“, bemängelt Blauert: „Im Klimaschutzteilkonzept, dass mit großer Bürgerbeteilung 2015 erarbeitet wurde, stehen 50 Maßnahmen zur Verbesserung des Fuß und Radverkehrs. Davon hat der Rat der Stadt nur 15 übernommen und davon sind bis heute nur die kostengünstigsten aber die am wenigsten wirksamen Maßnahmen verwirklicht worden.“ Auch die Behauptung von Hilling, „dass wir in Lingen viel weiter sind als manch andere Kommune in unserer Region“, werde nicht belegt. Emden und Nordhorn schneiden jedenfalls besser ab. „Und an den Aufholern und nicht an den Nichtstuern sollten wir uns orientieren“, sagt Blauert, „wenn wir in zwei Jahren beim nächsten Fahrradklimatest besser abschneiden wollen.“ 


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