Zwei Shows, zwei Mal ausverkauft Premiere mit Luke Mockridge in der Lingener Arena

Premiere in Lingen: Luke Mockridge kam am Sonntag mit seinem neuen Programm "Welcome to Luckyland" zurück in die Emslandarena. Foto: Jessica LehbrinkPremiere in Lingen: Luke Mockridge kam am Sonntag mit seinem neuen Programm "Welcome to Luckyland" zurück in die Emslandarena. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Nicht Hamburg, Berlin oder Köln, sondern Lingen: Am Sonntagabend hat Luke Mockrigde in der Emslandarena seine Premiere und somit den Auftakt seiner neuesten Tour „Welcome to Luckyland“ regelrecht zelebriert. 3500 Besucher sind mit dabei gewesen. Auch der Zusatztermin am Montagabend ist ausverkauft gewesen.

Tickets für seine Shows sind in Lingen binnen weniger Tage vergriffen. „Lingen ist sogar die Stadt, in der die Karten immer am schnellsten ausverkauft sind“, schwärmt der gebürtige Bonner. Und weil die Lingener sich immer wieder als treue Fans erweisen, fand der Auftakt seiner Tour genau hier statt. „Es wird wahrscheinlich eine Menge schiefgehen, aber ich habe Bock auf eine richtig geile Show mit euch“, kündigte Mockridge den Abend an.

Eine Show zum erstem Mal über die Bühne bringen: Da kann so einiges nicht rundlaufen – von Texthängern bis hin zur Technik. Doch Mockridge, der mit seinen vielen Fernsehformaten und etlichen Liveshows mittlerweile schon als „alter Showhase“ zu bezeichnen ist, zeigte gekonnt sein Improvisationstalent und nutzte die Gelegenheiten für herrliche Situationskomik.

"Das Leben ist wie ein Freizeitpark"

Bediente sich Mockridge bisweilen gerne Themen rund um das Kultjahrzehnt der 1990er-Jahre, weicht „Welcome to Luckyland“ nun ein wenig ab. Der Halb-Kanadier ist „reifer“ geworden, schließlich ist er seit März nun Teil des 30er-Clubs. Seinen kindlichen Charme jedoch hat er nicht abgelegt. Das zeigt auch das neue Bühnenbild, das aufgebaut ist wie ein bunter Vergnügungspark – und nichts Anderes ist das Leben laut Mockridge: ein Freizeitpark.



Vorbei ist die Zeit, in denen er über die in den 2000er-Jahren geborenen „Millennials“ gescherzt hat, die „laktoseintoleranten Möchtegerns“. Mit 30 macht man sich schlau.. „Zwei Jahre lang habe ich mich quasi selbst beleidigt.“ Denn offiziell reiche die Generation der Millennials von 1980 bis in die 2000er. Nicht nur das: „Ich habe nun selbst auch Laktoseintoleranz“, gesteht Mockridge zu „seiner Schande“ ein. Es sei sogar so schlimm, dass lediglich ein Blick auf die Milchstraße am Nachthimmel genüge und der Bauch würde rebellieren.



Nun geht es um Themen wie Vergleiche zu den Eltern, Beziehungen und all den bedeutsamen Dingen als Erwachsener, wie der Geburt seiner Nichte, mit der weder der Komiker selbst noch seine Brüder scheinbar etwas anfangen können. Nicht verwunderlich bei sechs Jungs im Hause Mockridge.

„Ich will ein Kind von dir“ 

Nachdem das Publikum nach der ersten Hälfte warmgelaufen war, griff in der zweiten Hälfte die Situationskomik, als zwei junge Damen mit ihren Rufen „Luke, wir lieben dich“, und „Ich will ein Kind von dir“ den Entertainer kurzzeitig aus dem Konzept brachten. Als ihm dann der Zufall in die Karten spielte und der Halter seines Mikrofons am E-Piano den Geist aufgab, konterte Mockridge lachend: „Seht ihr? Sobald jemand sagt, sie möchte ein Kind von mir, kippt mein Ständer.“

Eine Bärendame namens Cordula Grün

Was folgte, war ein regelrechtes Feuerwerk an Komik, an dem Mockridge selbst sichtlich Spaß hatte. Gepaart mit seinem musikalischen Talent, sorgte er für Dauerlacher und zeigte einmal mehr, sein Können als Sänger und Imitator. Kurzzeitig wurde die Arena sogar zum Bierzelt, als der Entertainer zusammen mit seiner Jugend-Band Sprengstoff spontan den Hit „Cordula Grün“ schmetterte. Ab jetzt dürfte auch die Stoffbären-Dame im Tütü, die eigentlich nur als Dekoration galt und mit der Mockridge einen höchst erotischen Tanz hinlegte, den Namen Cordula tragen.

Es war ein Abend voller Doppeldeutigkeiten, Metaphern, Neuem und Altbewährtem. Wer Mockridge kennt, der weiß: Das Ende der Show bildet ein Medley aus bekannten Songs, die jeder mitsingen kann – so auch dieses Mal.

Luckyland ist ein Augenblick

Was „Luckyland“ für den „jungen Wilden“ bedeutet? „Eigentlich suchen wir doch alle unser Luckyland. Aber es ist kein Ort, sondern ein Augenblick.“ Man solle jedem Augenblick die Chance geben, der beste im Leben zu werden. Tolle Momente gab es bei der Premiere in jedem Fall. Die Frage, wie die Besucher den Abend fanden, war überflüssig, denn dieses gab stehende Ovationen als zum Abschluss Luftschlangen von der Decke schossen, während eines der Lieblingslieder des Comedians gesungen wurde: der Titelsong der Kinderserie „Die Gummibärenbande“. So ganz erwachsen geworden ist Luke Mockridge mit 30 Jahren halt doch nicht – und das ist auch gut so.


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