Lingener Komponistin im Interview Annette Focks: Klangwelten zwischen Jazz, Klassik und Moderne

Die Komponistin Annette Focks kommt am 4. Mai nach Lingen. Foto: Thomas SchloemannDie Komponistin Annette Focks kommt am 4. Mai nach Lingen. Foto: Thomas Schloemann

Lingen. Annette Focks ist eine preisgekrönte Komponistin mit emsländischen Wurzeln. Ihre Musik wird am 4. Mai im Lingener Theater zu hören sein. Im Interview spricht sie über den Weg des Komponierens, ihre Liebe zur Heimat und darüber, was die Zuschauer bei ihrem Auftritt erwartet.

Sie haben zum zweiten Mal den Deutschen Fernsehpreis erhalten. Was empfindet eine preisgekrönte Komponistin bei solch einer Auszeichnung?

Es ist eine große Ehre den Preis zu erhalten. Ich war schon über die Nominierung überrascht und hatte nicht mit dem Preis gerechnet. Natürlich habe ich mich sehr gefreut.

Während des Studiums haben Sie in verschiedenen Bands gespielt. Wann haben Sie gespürt, dass Sie Filmmusik komponieren können und wollen?

Ich habe mich schon früh für Komposition interessiert. Die Idee Filmmusik als Schwerpunkt zu wählen, kam aber erst mit 25 Jahren. Ich hatte bereits ein mein Musikstudium an der Kölner Musikhochschule abgeschlossen, als man mir ein zweijähriges europäisches Kompositions Stipendium angeboten hatte. Während dieser Zeit konnte ich bei namhaften Filmmusikkomponisten lernen und habe den Entschluss gefasst, ein Kompositionsstudium an der Münchner Hochschule für Theater und Musik anzuhängen.

Wodurch lassen Sie sich inspirieren?

Vom Buch, Drehbuch, von der Inszenierung, vom Look der Kamera und Ausstattung und natürlich auch vom Spiel der Darsteller. Beim Film kommen so viele Faktoren zusammen. Aber am Anfang steht immer das Buch. Hier finde ich die meisten Inspirationen.  

Wie kommen Film und Musik zusammen?

Ich komponiere vor dem Dreh aufgrund des Drehbuchs. Aber die Hauptarbeit beginnt natürlich mit dem Schnitt: im Schneideraum werden die gedrehten Szenen in eine Form gegossen. Ich bekomme immer wieder Szenen oder Teile zugeschickt und kann dadurch direkt zum Bild komponieren.

Haben Sie die Stars Ihrer Filme auch mal persönlich kennengelernt?

Ja, natürlich. Die Branche ist letztendlich klein.

Woran arbeiten Sie aktuell?

Aktuell komponiere ich zwei sehr spannende Fernsehspielfilme und bereite eine Schweizer Serie vor. Im Herbst kommt dann der neue Film von Karoline Herfurth und der letzte Teil von Ostwind.

Welchen Bezug haben Sie heute noch zu ihrer Heimatstadt Lingen?

Ich bin sehr heimatverbunden. Ein Großteil meiner Familie lebt dort sowie alte Freunde. Lingen und das Emsland sind meine Heimat und mein Herz geht immer auf, wenn ich dort bin. Ich verbinde eine schöne Kindheit mit der Stadt Lingen.

Denken Sie noch manchmal an das Weltkindertheaterfest 2018, bei dem Sie Patin waren? Wie stehen zu solch einer Veranstaltung?

Ich bin immer noch beeindruckt davon! Ein besonderes Fest, ein großartiges Aushängeschild für Lingen.

Am 4. Mai kommen Sie nach Lingen. Was erwartet die Besucher?

Klangwelten zwischen Jazz, Klassik und Moderne. Prof. Ralf Schrabbe hat ein exzellentes Ensemble zusammengestellt. Ich konnte für meinen Part zusätzlich noch die preisgekrönte Solocellistin Anja Lechner gewinnen. Mit ihr arbeite ich seit Jahren zusammen und eine Vielzahl meiner Filmmusiken trägt ihre Handschrift.

Ralf Schrabbes Musik zeichnet sich durch eine sensible, spannende Mixtur aus Jazz und Klassik aus. Es ist mir eine besondere Ehre, dass sein grandioses Ensemble auch meine Musik live spielen wird. Wir werden zusammen einen Auszug meiner Filmmusiken auf der Bühne präsentieren. Unter anderem werden Themen aus Ostwind, Sweetheart, Rocca und Nighttrain To Lisbon zu hören sein. – Und wer weiß, vielleicht tanzt auf großer Leinwand Ostwind zur Musik!  

Werden auch Filmausschnitte während des Konzertes gezeigt?

Das kann ich leider noch nichts sagen. Im Vordergrund des Konzertes wird die Musik stehen.

Karten für dieses Konzert zum Preis von 19 Euro/erm. 14 Euro gibt es unter anderem bei der Touristinfo, Tel. 0591 9144144 und in der Geschäftsstelle der Lingener Tagespost sowie online unter www.lingen.de.


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