"Nur Geld im Kopf" Otten kritisiert Stadt Lingen wegen Haltung zu Atomanlagen

Die Brennelementefertigung bleibt das Kerngeschäft von ANF in Lingen, auch wenn sich das Unternehmen international strategisch breiter aufstellt. Foto: Sven LampeDie Brennelementefertigung bleibt das Kerngeschäft von ANF in Lingen, auch wenn sich das Unternehmen international strategisch breiter aufstellt. Foto: Sven Lampe

Lingen. Gerd Otten, Vorsitzender des Vereins Restrisiko Emsland, hat Oberbürgermeister Dieter Krone im Zusammenhang mit dessen Äußerungen zum Kernkraftwerksstandort Lingen kritisiert.

Krone hatte in der jüngsten Sitzung des Rates unterstrichen, dass die Stadtverwaltung die Atomindustrie in Lingen nicht in Frage stelle. "Wir stehen zu diesen Anlagen", sagte Krone. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten eingehalten werden, und das würden sie. Anlass dieser Äußerung war die Aufforderung eines Bürgers in der Einwohnerfragestunde, dass sich die Verwaltungsspitze und der Stadtrat positionieren sollten zu der Brennelementefabrik und den Transporten dorthin, zum Kernkraftwerk und dem dort anfallenden Atommüll sowie zum Zwischenlager in Lingen.  

Otten: Nur Geld im Kopf

Wenn Oberbürgermeister Krone immer noch betone, dass er und die Mehrheitsfraktion zu den Atomanlagen stehen würden, habe man den Eindruck, „dass die Verantwortlichen der Stadt Lingen nur das Geld im Kopf haben“, betonte Otten in einer Erklärung. Sicher seien bei ANF rund 200 Menschen beschäftigt, aber es werde ignoriert, dass Lingen am 6. Dezember letzten Jahres „an einer Atomkatastrophe vorbei geschliddert ist. Es wurde Uran freigesetzt und dieses wurde selbst von den Gutachtern nicht wiedergefunden. Keiner weiß, welche Schäden dieses Uran bei wem auslöst.“

Die Steuereinnahmen seien für den Haushalt der Stadt erfreulich, so Otten weiter. Aber allein im Altkreis Lingen würden 100 000 Menschen mit der Gefahr der Atomanlagen leben. Auch für diese Bürger seien der Rat und die Verwaltung der Stadt Lingen und auch der Oberbürgermeister verantwortlich.

Keine Auffälligkeiten

Gebrannt hatte es in einem Laborraum des Fertigungsgebäudes von ANF. Dort hatte ein Verdampfer mit uranhaltiger Flüssigkeit den Brand ausgelöst. Nach dem Brand hatte das Umweltministerium den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) mit Messungen im Betrieb und in der Umgebung beauftragt. Diese hätten keine Auffälligkeiten ergeben, teilte das Umweltministerium mit.


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