Kindgerecht und temporeich Max und Moritz begeistern in Lingen

Von Meike Blunk

Mit   Melodien aus bekannten Opern spielte sich das Ensemble der Kleinen Oper Bad Homburg sowie dem tollen Streichorchester der Musikschule des Emslandes mit der Bilderbuchgeschichte „Max und Moritz“ in die Herzen der Zuschauer. Foto: Meike BlunkMit Melodien aus bekannten Opern spielte sich das Ensemble der Kleinen Oper Bad Homburg sowie dem tollen Streichorchester der Musikschule des Emslandes mit der Bilderbuchgeschichte „Max und Moritz“ in die Herzen der Zuschauer. Foto: Meike Blunk

Lingen. Mit einem farbenfrohen Bühnenbild, bunten Kostümen und vielen bekannten klassischen Melodien präsentierte die „Kleine Oper Bad Homburg“, zusammen mit dem Streichorchester der Musikschule des Emslandes die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ im Theater an der Wilhelms höhe und begeisterte damit Jung und Alt gleichermaßen.

Schon vor Beginn dieser kindgerechten und temporeich gespielten Inszenierung der Bilderbuchgeschichte von Wilhelm Busch, diente der geöffnete Orchestergraben als spannendes Magnet für die jungen Zuschauer, aus dem der Klang vieler unterschiedlicher Instrumenten zu vernehmen war. Das Einstimmen weckte die Neugierde der Besucher und vermittelte ihnen, dass ein ganz besonderer Hörgenuss auf sie zukommen würde.

Als wenig später das Licht ausging und der geschlossene Vorhang auf der Bühne sich zu bewegen begann, durch den sich Lehrer Lämpel (er fungierte auch als Pianist und Erzähler) umständlich hindurch manövrierte, um das Publikum zu begrüßen, war binnen weniger Minuten zu erkennen, dass die Kinder sich auf die etwa 70-minütige Unterhaltung voll und ganz einlassen würden. Der humorvolle Stil Buschs, der 1865 die sieben Lausbubenstreiche mit Reimen und Versen versah, die bis heute im alltäglichen Sprachgebrauch angewandt werden, wurde aufgegriffen und spielerisch verdichtet. „Ja, zur Übeltätigkeit, ja, dazu ist man wohl bereit. Ich muss euch heute beichten, von den Lausbubenstreichen.“

Verändertes Ende

Das Bilderbuch wurde durch die Musik Mozarts, Händels oder Bizets mit einem kompatiblen Bühnenbild, wie absolut überzeugenden Darstellern zum Leben erweckt. Da ist die Witwe Bolte, die ihr Federvieh so liebte, mit denen die Buben ein allzu böses Spiel trieben. „Ahnungsvoll tritt sie hinaus. Oh, Garaus, wer kann so etwas machen, und darüber auch noch lachen?“ Max und Moritz wollen stets etwas aushecken und sind in ihrem Vor haben nicht so schnell zu bremsen. „Dieses war der erste Streich und der zweite folgt zugleich!“ Ferner erfahren noch der Schneider Böck wie auch Onkel Fritze oder der Müller Meck vom besonderen Schaffens drang der Buben. Dabei bezog Busch bereits Position, dass Streiche auf Kosten anderer nur beding lustig seien und meist Bestrafung zur Folge hat.

In der Inszenierung der Kleinen Oper können die Zuschauer sich mit den unternehmungslustigen Buben wie aber auch mit den Leidtragenden identifizieren. Doch das gewalttätige Ende Buschs wurde verändert. Am Ende gab es die Einsicht, dass es auch bei Streichen um die richtige Dosierung gehe. Klassische Musik und Kinder funktioniert, wie diese Inszenierung gezeigt hat, unheimlich gut. Bei vielen Melodien wippten oder klatschten sie mit und brachten ihrer Freude darüber zum Ausdruck. Ist zu hoffen, dass die Kleine Oper Bad Homburg und die Musikschule erneut in eine so wunderbare, bereichernde Kooperation gehen werden. 


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