Eine Stadt im Nationalsozialismus Lingen unter dem Hakenkreuz am Mittwoch im Museum

Um die Zeit des Nationalsozialismus in Lingen, hier ein Aufmarsch des „Bund Deutscher Mädel“ in der Burgstraße, geht es beim nächsten „Mittwoch im Museum“. Foto: Bildarchiv Emslandmuseum LingenUm die Zeit des Nationalsozialismus in Lingen, hier ein Aufmarsch des „Bund Deutscher Mädel“ in der Burgstraße, geht es beim nächsten „Mittwoch im Museum“. Foto: Bildarchiv Emslandmuseum Lingen

Lingen. „Lingen unter dem Hakenkreuz“ lautet das Thema beim nächsten „Mittwoch im Museum“. Am Mittwoch, 3. April, 2019, schildert Museumsdirektor Andreas Eiynck ab 11, 14, 16 und 19.30 Uhr anhand von Dokumenten und Fotos aus dem Emslandmuseumdie Zeit des Nationalsozialismus in Lingen von der Machtergreifung 1933 bis zum Kriegsende 1945.

Wie das Emslandmuseum Lingen weiter mitteilt, beschreibt der Referent, wie die Nationalsozialisten auch im Emsland an die Macht gelangten, obwohl sie hier nie eine Mehrheit hatten. Sie konnten ihre Position in kürzester Zeit so ausbauen, dass jeder Widerstand, ja sogar Widerspruch gegen das System gefährlich wurde. 

Es folgten die sogenannten „Erfolgsjahre“ des Regimes, in denen sich die Wirtschaft erholte und die Arbeitslosigkeit rasch zurückging. Dafür nahmen viele die politischen Repressionen und die Verfolgung von Gegnern teilnahmslos hin. Viele interessierten sich nicht dafür, dass der Aufschwung aus dem geraubten Vermögen der Juden finanziert und über die Aufrüstung Deutschlands umgesetzt wurde. Andere fürchteten Nachteile oder Verfolgung, wenn sie ihre Stimme dagegen erhoben. Jeder Widerstand wurde im Keim erstickt, während sich das Regime bei Aufmärschen, Großkundgebungen, im Glanz von Sportveranstaltungen und Olympischen Spielen sonnte.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nahm die Gewalt des Systems ungehemmt zu. Aus der Judenverfolgung wurde der Holocaust, friedliche Nachbarstaaten wurden militärisch erobert, ihre Bevölkerung gewaltsam unterdrückt und ihre Wirtschaft ausgeplündert. Doch auch die deutsche Bevölkerung spürte bald die Folgen des Krieges.

Bis zur letzten Minute lief auch im Emsland die Propaganda- und Unterdrückungsmaschinerie des NS-Staates. Die Stadt Lingen sollte bis zur letzten Patrone gehalten werden, um die Gegner an der Ems aufzuhalten. Der Kampf um die strategisch wichtige Stadt forderte viele Opfer und führte zu schweren Verwüstungen im Stadtgebiet. Anfang April 1945 rückten die alliierten Truppen in Lingen ein, die letzten verbliebenen Nazis flüchteten.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Heimatvereinsmitglieder 3 Euro.



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