Zusammenarbeit mit Fachschule St. Franziskus Projekt "Balu und Du" stärkt Grundschulkinder in Lingen

Freuen sich auf den Start des Projektes (von links): Lina Thünemann, Christopher Paulsen, Laura Jaske, Franziska Schnettler, Lucas Többen und Luisa Janning. Auf dem Bild fehlen Vivian Beni und Mona Hofschröer. Foto. Thomas PertzFreuen sich auf den Start des Projektes (von links): Lina Thünemann, Christopher Paulsen, Laura Jaske, Franziska Schnettler, Lucas Többen und Luisa Janning. Auf dem Bild fehlen Vivian Beni und Mona Hofschröer. Foto. Thomas Pertz

Lingen. "Balu und Du" ist der Name eines Präventionsprojektes, das die Lingener Polizei gemeinsam mit dem Präventionsrat der Stadt gestartet hat. Dahinter steht ein bundesweites Mentorenprogramm zur Förderung von Grundschulkindern im außerschulischen Bereich.

Der Name "Balu" ist den Erzählungen des britischen Autors Rudyard Kipling entnommen, dessen "Dschungelbuch" zu den bekanntesten und erfolgreichsten Jugendbüchern gehört und durch die Disney-Verfilmung weltbekannt geworden ist. Darin beschützt Bär Balu den kleinen Mogli im Dschungel vor allerlei Gefahren.

Die beiden Romanfiguren stehen bildlich für das 2002 an der Universität Osnabrück und im Caritasverband entwickelte Projekt "Balu und Du". Der Initiator Dominik Esch stellte es in der Fachschule St. Franziskus vor. Pädagogische Grundidee ist es, Patenschaften zwischen Grundschulkindern und jungen Erwachsenen zu initiieren und zu fördern. Hier sind es künftige Erzieherinnen und Erzieher der Fachschule St. Franziskus.

Das Kind trifft sich einmal in der Woche mit seinem "Balu". Es geht ausdrücklich nicht um Nachhilfe in der Schule. Aus den wöchentlichen Treffen können sich unterschiedliche Alltagsthemen entwickeln. "Wo können Kinder Halt finden außerhalb von zu Hause: Ist es das Jugendzentrum, der Sportverein oder andere Orte, wo man Kind sein kann?", beschrieb Lehrer Jörg Kettner die Bandbreite an Möglichkeiten.

Er könne nichts versprechen, sagte der Vorsitzende des Vereins "Balu und Du", Dominik Esch. Die bisherigen Erfahrungen hätten aber gezeigt, dass Kinder, die am Projekt teilgenommen hätten, stabiler geworden seien. "Die Persönlichkeit der Kinder entwickelt sich durch das positive Vorbild der jungen Erwachsenen", betonte Esch. Die Lingener Kriminalhauptkommissarin Hiltrud Frese, die stark in der Präventionsarbeit engagiert ist, war im Rahmen einer Fachtagung auf Esch und das "Balu"-Projekt aufmerksam geworden. Frese verwies auf die Bedeutung von Prävention bereits im Grundschulalter, da Jungen und Mädchen bereits hier in zunehmendem Maße Opfer und Täter werden können.

 Ehrenamtliches Engagement

Insgesamt acht Kinder aus 16 Lingener Grundschulen wurden von Schulsozialarbeiterin Miriam Bauersachs ausgesucht, vier Jungen und vier Mädchen. "Sie freuen sich schon sehr", verwies Bauersachs auf erste "Annäherungen" von "Moglis" und "Balus" über gegenseitige Steckbriefe. Die acht "Balus" sind die künftigen Erzieherinnen und Erzieher Lina Thünemann, Vivian Beni, Christopher Paulsen, Laura Jaske, Franziska Schnettler, Mona Hofschröer, Lucas Többen und Luisa Janning. Ohne das Einverständnis der Eltern, die sich und ihre Familie in gewisser Weise einem zunächst Fremden öffnen, geht es den Worten von Esch zufolge natürlich nicht. Die acht Fachschüler sind entsprechend vorbereitet worden und werden auch während des Projektes hindurch durch Lehrer Jörg Kettner begleitet.

Schulleiter Ludger Mehring hob in diesem Zusammenhang besonders hervor, dass es sich um einen freiwilligen, ehrenamtlichen Einsatz der jungen Leute an den Nachmittagen handele. "Wir fangen mit acht an und hoffen, dass es im nächsten Jahr noch mehr Balus werden", sagte Mehring. Erster Stadtrat Stefan Altmeppen dankte in  seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Präventionsrates allen Beteiligten für das Zustandekommen des Projektes.


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