Leidenschaft und Präzision Woodstock auf der Wilhelmshöhe in Lingen

Von Meike Blunk

Für große Begeisterung sorgte das Gastspiel "Woodstock - The Story" im Theater auf der Wilhelmshöhe in Lingen. Foto: Meike BlunkFür große Begeisterung sorgte das Gastspiel "Woodstock - The Story" im Theater auf der Wilhelmshöhe in Lingen. Foto: Meike Blunk

Lingen. Das Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen hat sich jetzt beim bravourösen Gastspiel „Woodstock – The Story“ förmlich zum legendärsten Festivalgelände der Musikgeschichte verwandelt. Das neunköpfige Ensemble versetzte das Publikum drei Stunden lang in den besonderen Geist des 1969 stattgefundenen Events: „3 Days of Peace & Music“.

Schon vor Beginn dieser grandiosen Musiktheater-Show war im Foyer des Theaters der Hauch von „Flower-Power“ zu spüren, da einige Zuschauer auch mit entsprechenden Accessoires und Kleidungsstücken der damaligen Bewegung versehen waren. Als dann die achtköpfige Band auf der Treppe „Give Peace a Chance“, „Blowing in The Wind“ und den 1968 zur Hymne gewordenen Song „San Francisco“ darboten, zog der besondere Geist und die Lebensphilosophie der damaligen Hippie-Kultur in Gänze im Theater ein.

Laurens ten Den (Schauspieler und künstlerische Leiter der Show) entführte in der Rolle eines Festivalmitglieds das Publikum immer mehr mit authentischer Hingabe in die Besonderheiten dieses einzigartigen Festivals, zu dem eine halbe Millionen Menschen gepilgert waren und 32 Bands und Solokünstler auftraten. Ten Den spricht in Englisch und Deutsch das Publikum als Festivalbesucher an, verteilt Plastikfolien und Decken zum Schutz gegen die Kälte und freut sich über den jugendlichen Glanz, den er in ihren Augen zu erkennen vermag. Filmeinspielungen des Oscar-prämierten Dokumentarfilms sorgten zusätzlich für eine atmosphärische Dichte, so dass das Gefühl aufkam, als wären die etwa sechshundert Theaterbesucher tatsächlich mitten auf den Wiesen eines Milchbauern im US-Staat New-York

Authentische Gesten

Darüber hinaus brachten sie das gigantische Ausmaß, mit dem zuvor keiner der Organisatoren gerechnet hatte, zutage. Die Band heizt den Saal voller Leidenschaft und Präzision mit Stücken wie „Black Bird“ (in der Fassung von Crosby, Stills & Nash),“ Mercedes Benz“ (Janis Joplin), „Purple Haze“ (Jimi Hendrix), „Somebody to love“ (Jefferson Airplane) oder auch „Soul Sacrifice (Santana) mit spektakulären Schlagzeugsoli sowie „We Shall Overcome“ (Joan Baez) und „With a Little Help From My Friends“ (Joe Coc er) ein.

Muriel te Loo, Martin van der Starre und Thomas Meeuwis boten diese Songs mit einem grandiosen Facettenreichtum und unglaublich authentischen Gesten dar, sodass das Publikum immer wieder vor Begeisterung aufsprang und applaudierte. Für das Lied „Dance To The Music“ holte ten Den einige Zuschauer auf die Bühne. Dank der grandiosen Band und der absolut gelungenen Dramaturgie lebte nicht nur die Musik der friedensbewegten Künstler von damals wieder auf, sondern auch die Motivation, mit dem Festival gegen den damaligen Vietnamkrieg zu rebellieren und der Friedenssehnsucht Ausdruck zu verleihen. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langanhaltenden Standing Ovationen.


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