Wodka für alle Lingen als City of Polka außer der Rand und der Band

Ein unschlagbares Trio ist "Außer der Rand und der Band": Pawel und Dorota Popolski sowie Hermann Timmer an der Schießbude (von links). Foto: Johannes FrankeEin unschlagbares Trio ist "Außer der Rand und der Band": Pawel und Dorota Popolski sowie Hermann Timmer an der Schießbude (von links). Foto: Johannes Franke

Lingen. Zur Popolski-Wohnzimmershow „Außer der Rand und der Band“ im Theater an der Wilhelmshöhe in der „City of Polka“ waren über 500 Besucher gekommen. Mit Pawel und Dorota Popolski sowie Special-Guest Hermann Timmer aus Lingen an der Schießbude ging „der Post ab durch der Decke.“

Wodka für alle. Na ja, für die ersten Reihen. „Ras, dwa, trzy, cztery“ tönt es lautstark durch den Saal. Dann erheben zahlreiche Besucher ihr kleines Plastikglas, trinken ihren Wodka und werfen den Becher hinter sich. Das gehört zum Ritual, für die Besucher einmalig, für Pawel Popolski, alias Achim Hagemann, mehrmals. Denn er zwitschert und flötet sich hin und wieder genüsslich ein Nationalwässerchen, „bis sich der Schädeldecke abhebt um zwei Zentimeter.“ Seine Stimmung und die der Besucher ist gleich auf Betriebstemperatur, denn sie bekommen „Oppas sensationelle Welthits“ genüsslich an der Schießbude, den drei Kesseltrommeln oder am Tasteninstrument, den wichtigsten Instrumenten der Popgeschichte, neu arrangiert auf die Ohren. 

Drummer-Meister mit enormer Kondition

„Oppa Was A Roling Stone“, "Another One Bites The Dust“ und Deep Purples Klassiker „Smoke On The Water“ gehören dazu. Riesenkompliment an Pawel Popolski, dem virtuosen Drummer-Meister mit enormer Kondition. Über 2000 Hits entstanden In einer Plattenbausiedlung im elften Stock des Örtchens Zabrze entstanden als Technobeat beim Gürkchenfrühstück mit einem Pfefferstreuer, zwei Paprikaschoten und einem gekochten Ei. Leider von einem Gebrauchtwagenhändler gestohlen, weltweit vertickt, landeten sie auch bei Dieter Bohlen wie „Cheri, Cheri Lady“, die Kirschen verkaufende Marktfrau. 

Ausflüge in die prähistorische Geschichte

Und Reggae ist in Wahrheit nur eine Polka auf halber Geschwindigkeit. Ausflüge in die prähistorische Geschichte des polnischen Volkes der Mayek sind ebenso amüsant wie die museumsreifen Musikgeräte von Sonyski und Panasonski. Gern nimmt man die schlechte Bildqualität der „Liveschaltung“ nach Zabrze zum Bruder Janusz, „der trube Tasse“, hin.

Ein galanter Handkuss darf nicht fehlen

 Denn wenn der schüchterne Bassspieler nach der Flasche Wodka in Fahrt kommt, dann gibt es für die Saiten kein Halten mehr. Zur Familienbande gehört auch Cousine Dorota, „der scharfe Geschoss“. Im zweiten Teil unterstützt sie beinfrei im engen, roten Kleid den Entertainer. Tolle Stimme und Bühnenpräsenz und getanzt wird auch, natürlich Polka. Das Publikum steht, tanzt links vor, rechts zurück und umgekehrt. Und dann kommt Hermann, der Trommler. Sein Auftritt im Trio gehört mit zu den Höhepunkten des Klasseabends. Vorher ein galanter Handkuss, und dann sitzt er wie einstudiert an der Schießbude beim Song „Ney Nah, Neh, Nah“, im Original von Vaya Con Dios. Riesenbeifall, Umarmungen und vier Wodka.

Abschied mit stehendem Applaus

 „Ich war schon etwas aufgeregt, es hat mir aber Riesenspaß gemacht und Achim Hagemann ist ein sehr, sehr netter Mensch“, freut sich Hermann Timmer aus Lingen noch nach der Vorstellung. Zwei Zugaben gibt’s obendrauf und mit stehendem Applaus werden Pawel und Dorota verabschiedet. Dziękuję und  do widzenia, danke und hoffentlich auf Wiedersehen in der City of Polka.


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