Geräte werden perspektivisch ersetzt Rat Lingen will Kartenzahlung am Parkautomaten

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Lingen. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Lingener Rat einstimmig beschlossen, dass die städtischen Parkautomaten perspektivisch durch solche ersetzt werden, an denen das Zahlen per Karte möglich ist. Kurzfristig werden die Parkgebühren per Handy-App zahlbar sein.

Für das Zahlen per Handy-App hatte sich der Verkehrsausschuss der Stadt im Februar ausgesprochen und war damit einem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt. Der Weg dafür wurde nunmehr durch eine Neufassung der städtischen Parkgebührenordnung geebnet, die der Rat am Donnerstag ebenfalls einstimmig beschloss.

Wirtschaftsbetriebe setzen sofort auf die Karte

Zeitgleich mit der städtischen Entscheidung für das Zahlen über die Handy-Plattform „Smartparking“ war bekannt geworden, dass die Wirtschaftsbetriebe Lingen zukünftig bei den von ihnen betriebenen Parkhäusern und beschrankten Parkplätzen auf die Zahlung per Karte setzt. Möglich sein soll das ab Sommer in den Tiefgaragen am Pferdemarkt und Marktplatz, den Parkhäusern am Rathaus und Medicus Wesken, im Lookentor (Tiefgarage und Parkhaus) sowie am Bonifatius-Hospital (Parkplatz und Tiefgarage).

Die SPD hatte die von der Stadt bevorzugte Handylösung bereits im Februar kritisiert. Sozialdemokrat Andreas Kröger hatte zur Begründung unter anderem darauf verwiesen, dass die Kosten für das Handy-Parken mit der Nutzung der App auf den Verbraucher umgelegt werden. Die auf der Plattform "Smartparking" versammelten Anbieter rechnen alle neben der normalen Park- auch eine Servicegebühr ab.

Soviel kostet das Handy-Parken den Nutzer

Der Nutzer hat bei Smartparking die Auswahl zwischen sieben App-Anbietern. Die Registrierung sowie Installation ist bei jeder App kostenlos. Wer parken will, muss bei der Handy-Zahlung eine Gebühr an den App-Anbieter sowie auch die normale Parkgebühr zahlen.
Die Tarife der App-Anbieter:
  • EasyPark und ParkNow sind in allen Smartparking-Städten vertreten. Ihre Nutzer können zwischen einem Abonnement pro Monat (2,99 Euro bis 4,99 Euro, keine weiteren Kosten) und einer Gebühr pro Parkvorgang (0,25 Euro bis ca. 0,49 Euro) wählen.
  • Auch bei Park and Joy und Trafficpass kann man zwischen diesen beiden Optionen wählen (Abo pro Monat 1,99 Euro und pro Parkvorgang 0,19 Euro)
  • MoBiLET erhebt für jeden Parkvorgang eine Servicegebühr von 0,10 Euro und travipay, abhängig von der Stadt, zwischen 0,07 Euro und 0,14 Euro (abhängig von der Bezahlmethode).
  • Bei Yellowbrick/flowbird kostet jeder Parkvorgang 0,25 Euro. Nutzer können zudem ein Wochenabonnement für 0,50 Euro abschließen. 
Alle Infos zu Smartparking und den jeweiligen Tarifen stehen auf www.smartparking.de


Mit dem jetzt vom Stadtrat einstimmig beschlossenen SPD-Antrag wurde festgelegt, dass die Parkgebühren zukünftig auch auf den von der Stadt bewirtschafteten Parkplätzen mit Karte (auch kontaktlos oder beispielsweise per Handy-Bezahlsystemen von Google oder Apple) bezahlt werden können. Dafür sollen jedoch nicht alle Parkautomaten sofort ausgetauscht werden, sondern immer dann, wenn ein Gerät abgängig ist. Derzeit gibt es nach Verwaltungsangaben 27 Automaten. Die Umrüstung eines jeden würde 5000 Euro kosten, hatte die zuständige Fachbereichsleiterin Kathrin Möllenkamp im Februar berichtet.

Kröger: Dem Bürger schwer zu vermitteln

Im Stadtrat erläuterte Kröger nun, dass seine Fraktion die Zukunft des Bezahlens nicht in App-Plattformen und darauf versammelten Anbietern sieht, sondern in der Kartenzahlung. Die Wirtschaftsbetriebe würden eben Letzteres bereits jetzt einführen. "Es ist schwer, dem Bürger zu erklären – besonders wenn er von außerhalb kommt –, dass er erstmal eine App laden, sich registrieren und dann auch noch extra zahlen soll",  sagte Kröger. Die Umstellung auf Kartenzahlung müsse auch nicht sofort sein, sondern immer dann, wenn Ersatz für die Automaten nötig ist. Dass es dann – neben dem herkömmlichen Zahlen mit Münzgeld – zwei Systeme gebe, sei umso schöner. Dann habe der Bürger die Auswahl.

Erster Stadtrat Stefan Altmepper entgegnete den Ausführungen Krögers, dass der von der SPD beschriebene Austausch der bisherigen Automaten von der Verwaltung ohnehin beabsichtigt gewesen sei. Er verwies dazu auf das Protokoll der Verkehrsausschuss-Sitzung im Februar. Von daher sei der SPD-Antrag zu begrüßen.


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