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15.03.2019, 16:37 Uhr KOMMENTAR

"Kirche - Nein Danke" ist nicht die Botschaft

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Franz-Josef Bode, Bischof im Bistum Osnabrück, erhält im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, stellvertretend für die gesamte Bischofskonferenz, 30000 Unterschriften von Mitgliedern der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Foto: Friso Gentsch/dpaFranz-Josef Bode, Bischof im Bistum Osnabrück, erhält im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, stellvertretend für die gesamte Bischofskonferenz, 30000 Unterschriften von Mitgliedern der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Foto: Friso Gentsch/dpa

Lingen. Kirche? Nein Danke. Ist das die Botschaft, die von dieser bewegten und bewegenden Woche in Lingen ausgeht? Die Antwort ist Nein. Aus zwei Gründen.

Die Frauen und ihre eindrucksvolle Aktion „Macht Licht an“ sind ein Grund. Wie Getriebene wirkten die Teilnehmer der Deutschen Bischofskonferenz am Montagabend nach dem Verlassen der St.-Bonifatius-Kirche. Brennglasartig hatte die KFD mit ihren Taschenlampen deutlich gemacht, was zu tun ist: schonungslos die Täter des Missbrauchs bestrafen, umfassend den Opfern helfen. Dass die Frauen in so großer Anzahl gekommen waren, zeigte aber auch: Es ist noch „ihre“ Kirche, sie ist ihnen nicht egal, sie sind dabei, wenn es darum geht, sie zu verändern. 

Der zweite Grund war die Festakademie im LWH. Auch wenn der Todestag von Windthorst den Anlass bildete, stand die Versammlung doch noch ganz unter dem Eindruck der gerade beendeten Bischofskonferenz im Haus. Auch hier wie schon in der Bonifatius-Kirche gab es ein voll besetztes Forum. Das Interesse von Menschen, unter dem Eindruck der Skandale in der Kirche diese von Grund auf zu verändern, ist da. Noch.


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