Drei Frauen vor Jugendschöffengericht Streit um Nacktfoto: Amtsgericht Lingen urteilt über Frauentrio

Symbolfoto:: Julian Stratenschulte/dpaSymbolfoto:: Julian Stratenschulte/dpa

Lingen. Wegen eines heftig eskalierten Streits haben sich jetzt drei junge Frauen vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Lingen verantworten müssen. Zunächst angeklagt wegen schweren Raubes, wurde das Damen-Trio letztlich wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung verurteilt.

Während die 22 und 21 Jahre alten Frauen eine Geldstrafe bzw. eine Geldauflage in Höhe von je 900 Euro zahlen müssen, muss eine 19-Jährige 90 Stunden gemeinnützige Dienste ableisten. Alle drei Angeklagten erklärten sich zudem in einem Vergleich bereit, jeweils 700 Euro Schmerzensgeld an die Geschädigte zu zahlen, welche vor Gericht als Nebenklägerin auftrat. Das Urteil ist rechtskräftig. 

Erotisches Bild Ausgangspunkt des Streits

Ein über soziale Netzwerke unkontrolliert verbreitetes erotisches Bild, welches eine der drei Angeklagten zeigte, war Auslöser für einen Vorfall, der sich am Heiligen Abend 2017 gegen 23.30 Uhr in Meppen abspielte und von dem ein damals 17-jähriges Mädchen  betroffen war. Der in intimer Darstellung von ihrem Ex-Freund abgelichtete Angeklagten war im Vorfeld gedroht worden, das Nackt-Bild an ihre Familienangehörigen weiterzuleiten. Unter anderem war besagtes Bild auch auf das Handy der Geschädigten gelangt. 

Gesicht zerkratzt und Pfefferspray in den Mund gesprüht

Um eine weitere Verbreitung des Bildes unbedingt zu verhindern, suchten die drei angeklagten jungen Frauen am späten Heiligen Abend das Elternhaus der damals 17-jährigen auf. Während sich zwei der jungen Frauen zunächst versteckten, lockte die dritte im Bunde das arglose Mädchen unter einem Vorwand in die Dunkelheit und zu einem nahe gelegenen Spielplatz. Dort hielt das Trio die 17-Jährige fest, zog an ihren Haaren und zerkratzte ihr das Gesicht. Schließlich sprühten die Frauen, von denen eine mit einer Sturmhaube maskiert gewesen sein soll, dem Mädchen Pfefferspray sowohl ins Gesicht als auch in den Mund, entrissen ihm das etwa 700 Euro teure Smartphone mit dem darauf befindlichen Nackt-Bild und verließen anschließend den Tatort.

Bei der einstigen Freundin entschuldigt

Die drei Angeklagten zeigten sich vor Gericht geständig, sodass auf die Zeugenaussage insbesondere des Opfers verzichtet werden konnte. Alle drei Frauen entschuldigten sich persönlich und teils unter Tränen bei der einstigen Freundin.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN