LWH Kardinal Marx trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Lingen ein

Ins Goldene Buch der Stadt trug sich Mittwochabend im LWH Kardinal Reinhard Marx ein. Foto: Thomas PertzIns Goldene Buch der Stadt trug sich Mittwochabend im LWH Kardinal Reinhard Marx ein. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat sich am Mittwochabend ins Goldene Buch der Stadt Lingen eingetragen.

Das feierliche Zeremoniell fand im Heuerhaus auf dem Gelände des Ludwig-Windthorst-Hauses statt, wo die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag zu Ende geht.

Neben Kardinal Marx waren auch Bischof Franz-Josef Bode, Landessuperintendent Detlef Klahr, Oberbürgermeister Dieter Krone, Landrat Reinhard Winter sowie Vertreter des Lingener Stadtrates und des Ludwig-Windthorst-Hauses beim Eintrag ins Goldene Buch dabei. Als Geschenk für den Kardinal überreichte Krone eine verkleinerte Keramikabbildung des Historischen Rathauses auf dem Marktplatz. Bischof Bode erhielt den Bildband „Kunst und Kultur: Lingen und südliches Emsland – Porträts“. In ihrem neuen Buch porträtiert die Lingener Journalistin Eva Maria Riedel zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus dem südlichen Emsland. 

Krone: Große Ehre

Es sei eine große Ehre für die Stadt Lingen, dass die Deutsche Bischofskonferenz nach 20 Jahren zum zweiten Mal hier tage, sagte Oberbürgermeister Krone. „Lingen trägt sich ein in die Geschichte der katholischen Kirche Deutschlands“, sagte Marx mit seinem Hinweis auf die Gewichtung der Themen, die 1999 und 2019 hier behandelt worden sind. Vor 20 Jahren war es um die Schwangerenkonfliktberatung gegangen. Das Thema Missbrauch in der Kirche bestimmt diese Bischofskonferenz in Lingen. Um einen Missbrauch anderer Art, nämlich den Missbrauch von Natur und Umwelt, geht es einer Gruppe von katholischen Christen, die am Mittwoch vor dem LWH für die Erhaltung von Dörfern und Kirchen an den Kohleabbaugebieten Garzweiler und Hambach demonstrierten. Sie überreichten dem Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, rund 550 Unterschriften, verbunden mit dem „Appell katholischer Christen: Schöpfung bewahren! Kohleabbau stoppen! Hambacher Wald retten!“

Für den Erhalt ihrer Dörfer und Kirchen an den Kohleabbaugebieten Garzweiler und Hambach setzten sich diese Demonstranten ein. Sie überreichten dem Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, einen entsprechenden Aufruf. Foto: Thomas Pertz


Bei strömendem Regen hatten ein Dutzend Demonstranten am Nachmittag für den Erhalt der Dörfer demonstriert. Unter ihnen auch Barbara Ziemann-Oberherr aus dem Erkelenzer Ortsteil Keyenberg. "Die Bagger stehen schon vor unserer Haustür, auch die alte Kirche soll zerstört werden", kritisierte sie. Seit die Kohlekommission ihre Empfehlungen an die Politik vorgelegt habe, beschleunige RWE den Abriss der Dörfer an den Tagebauen Garzweiler und Hambach. Die Demonstranten hatten Schilder mitgebracht, auf denen die Namen weiterer Orte standen, die verschwinden sollen: Kuckum, Berverath, Morschenich und Manheim. Mehr als 40.000 Menschen im Rheinischen Revier wurden nach ihren Angaben wegen des Braunkohletagebaus zwangsumgesiedelt. Dutzende von Kirchen im Bistum Aachen und im Erzbistum Köln fielen den Baggern zum Opfer.

 „Nun appellieren wir an die katholische Kirche, die einer der größten Grundeigentümer und Immobilienbesitzer im Rheinland ist, keine weiteren Kirchen zu entwidmen, auf die Entschädigung von RWE zu verzichten und sich schützend vor ihre Gemeinden zu stellen“, sagte Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. 




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