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24.02.2019, 18:00 Uhr KOMMENTAR

Hängepartie schadet ANF und den Beschäftigten

Ein Kommentar von Wilfried Roggendorf


Das Brennelementewerk ANF in Lingen. Foto: Ludger JungeblutDas Brennelementewerk ANF in Lingen. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Mit dem Atomausstieg fast alle Nuklearanlagen in Deutschland stillzulegen und gleichzeitig Fachwissen und -personal für Nuklearanlagen erhalten zu wollen: Dieses Vorhaben der Bundesregierung gleicht der Quadratur des Kreises.

Welcher Student wird sich noch auf Kerntechnologie spezialisieren, wenn die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt in diesem Bereich rapide abnehmen? Welcher Wissenschaftler wird noch in diesem Bereich forschen, wenn es fast keine Industrie mehr gibt, die solche Forschungen finanziert? 

Der Weg von ANF in Lingen, auch durch ein neues strategisches Unternehmenskonzept Wissen zu erhalten und zu erweitern sowie Personal aus- und weiterzubilden, könnte eine Lösung des Problems sein.

Es erscheint inkonsequent, alle kommerziellen Kernkraftwerke in Deutschland stillzulegen, aber die Brennelemente für Reaktoren in benachbarten Staaten weiter hier zu fertigen. Dies ist eine Frage, die politisch diskutiert und entschieden werden muss. Von Ideologie geprägte Äußerungen, wie sie der Grünen-Politiker Jürgen Trittin jüngst in der Talkshow von Anne Will getan hat, helfen bei dieser Diskussion nicht weiter. 

Wichtig ist, dass eine klare Entscheidung für oder gegen die Brennelementefertigung in Lingen in überschaubarer Zeit fällt. Eine längere Hängepartie schadet nicht nur dem Unternehmen. Sie ist auch für die über 300 ANF-Mitarbeiter und deren Familien unzumutbar.


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