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Hoher Diskussionsbedarf Die Kirche und der Missbrauch

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Bei der katholischen Kirche gab es in diesem Jahr schon viel Erklärungsbedarf — vor Beginn der Vollversammlung der Bischöfe im vergangenen Monat erläuterte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, wie künftig sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche vorgebeugt werden soll.Archivfoto: epdBei der katholischen Kirche gab es in diesem Jahr schon viel Erklärungsbedarf — vor Beginn der Vollversammlung der Bischöfe im vergangenen Monat erläuterte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, wie künftig sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche vorgebeugt werden soll.Archivfoto: epd

vb Lingen-Holthausen. Die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: Der Diskussionsbedarf scheint sowohl innerhalb der Kirche als auch unter katholischen Laien noch immer groß zu sein. Dies wurde jetzt vor allem im öffentlichen Diskussionsteil des Akademieabends „Wie bewältigt die katholische Kirche die Fälle des sexuellen Missbrauchs?“ im LudwigWindthorst-Haus (LWH) deutlich.

„Ich habe heutzutage schon Bammel, wenn ich zufällig noch mit zwei Mädchen im Klassenraum stehe. Wann finden wir unter diesem Generalverdacht wieder zur Normalität zurück?“, fragte ein besorgter Lehrer. Eine konkrete Antwort gab es auf diese Frage zwar nicht, aber das Thema wurde an diesem Abend sowohl von den Fachleuten als auch rund 80 Interessierten engagiert diskutiert.

„Dieses Thema werden wir sicherlich behalten. Es gibt aber auch die Chance, hierbei die heilsam-therapeutische Wirkung des Glaubens zu erfahren. Es würde mich freuen, wenn die Menschen in fünf Jahren über diese Phase sagen, dass die Kirche daraus gelernt hat. Die Kirche wird aber sicherlich auch in Zukunft eine sündige Kirche in einer sündigen Welt bleiben“, betonte der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Theo Paul.

Dass kirchliche Mitarbeiter jetzt ein Führungszeugnis vorlegen müssen, bezeichnete der Franziskanerpater Thomas Abrell als „einen guten Schritt. Und bei uns im Orden kann vor allem unter der jüngeren Generation jetzt offener über Sexualität gesprochen werden. Das ist eine gute Entwicklung.“ Zuvor hatte Ulrike Schultheis von der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Essen aus medizinischer Sicht in das Thema eingeführt, und der Politikredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung, Dr. Christof Haverkamp, hatte mit einem historischen Abriss in das Thema eingeführt (siehe nebenstehenden Text).

„Was nehme ich von heute Abend mit? Ich bin trotz allem dankbar für die letzten Monate und danke für die kritische Wahrnehmung vieler, die auch uns damit geholfen haben. Wir sind keine fehlerfreie Kirche, sondern eine Gemeinschaft, in der auch Fehler ihren Platz haben“, resümierte der Generalvikar abschließend.


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