Schneekatastrophe 1979 Dank des Jahrhundertwinters in Lingen zwei Wochen schulfrei

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Die Schneekatastrophe 1979 führte im Emsland zu chaotischen Straßenverhältnissen. Foto: Rudi RickersDie Schneekatastrophe 1979 führte im Emsland zu chaotischen Straßenverhältnissen. Foto: Rudi Rickers

Lingen. Wegen der Schneekatastrophe im Februar 1979 hatten die Schüler in Lingen fast zwei Wochen schulfrei. Daran erinnert sich Matthias Janning. Hier sein Bericht.

Im Winter 1978/1979 war ich  elf Jahre alt. Ich wohnte in Holthausen, nur einen Steinwurf weit von der Raffinerie. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Jahrhundertwinter erinnern. Ich ging zur Marienschule in die fünfte Klasse. Von diesem Winter spreche ich noch sehr oft, insbesondere kamen die Erinnerungen wieder hoch,  als ich die kürzlich die Bilder aus Süddeutschland sah.

Besonders erfreulich war für uns Schüler, dass wir insgesamt fast zwei Wochen schulfrei hatten. Ermöglicht hat uns dieses der damalige Kultusminister Werner Remmers, der ja bei uns in Holthausen wohnte. Er war wohl damals unter den Schülern nicht nur der prominenteste Lingener, sonder auch der Beliebteste.


Eine besondere Herausforderung war es für die Besatzungen von Rettungswagen, ihr Ziel bei den chaotischen Straßenverhältnissen zu erreichen. Foto: Rudi Rickers


Wir hörten jeden Abend Radio und freuten uns auf einen weiteren freien Schultag. Internet gab es damals ja noch nicht, auch Handys waren noch unbekannt. Die Autos hatten keine Winterreifen, ans Fahrrad fahren war nicht zu denken. Es wurde alles per Fußmarsch erledigt. Die Bauern räumten mit ihren Traktoren die Straßen. Die Bundeswehr, die ja damals noch in Lingen stationiert war, half mit Räumpanzern, die Straßen von den meterhohen Schneemassen zu befreien.

Wir tobten den ganzen langen Tag im Schnee; meterhoch waren die Schneeberge, teilweise mussten wir uns gegenseitig befreien, weil wir bis zur Brust im Schnee fest saßen. Dieser Winter gehört zu den schönsten Kindheitserinnerungen; auch wenn es nicht überall glücklich ausging und es auch viele Tote und viel Leid gab. 


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