Medienkompetenz Thema in Lingen "Facebook ist bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr in"

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DasThema erläuterte Moritz Becker (Dritter von links). Eingeladen hatte die "ElternBildung Lingen" ins Theater an der Wilhelmshöhe. Über die gute Resonanz freuen sich Frank Wesendrup vom Jugendschutz der Stadt Lingen, Hiltrud Frese, Opferhilfebeauftragte der Polizeiinspektion Emsland, Grafschaft-Bentheim, Peter Siebert, Internet-Prävention Polizeiinspektion, Natalie Heinen, Beratungsstelle Logo, Natalia Grinke, Jugendschutz der Stadt Lingen.(v.l.n.r.). Foto: Johannes FrankeDasThema erläuterte Moritz Becker (Dritter von links). Eingeladen hatte die "ElternBildung Lingen" ins Theater an der Wilhelmshöhe. Über die gute Resonanz freuen sich Frank Wesendrup vom Jugendschutz der Stadt Lingen, Hiltrud Frese, Opferhilfebeauftragte der Polizeiinspektion Emsland, Grafschaft-Bentheim, Peter Siebert, Internet-Prävention Polizeiinspektion, Natalie Heinen, Beratungsstelle Logo, Natalia Grinke, Jugendschutz der Stadt Lingen.(v.l.n.r.). Foto: Johannes Franke

Lingen. „Whatsapp, Instagram und Snapchat – Was geht uns Eltern das an? Dieser Frage nachgegangen ist jetzt bei einem Vortrag in Lingen der Pädagoge Moritz Becker vom Verein zur Förderung der Medienkompetenz „Smiley“ aus Hannover.

Bereits zum dritten Mal stand Moritz Becker während seiner 90 minütigen „entspannten Medienkompetenz-Aufklärung“ im Rahmen der Reihe "Eltern Bildung Lingen" auf der Bühne des Theaters an der Wilhelmshöhe. Wieder dabei: Die beiden Kinder Lisa und Max. Das Duo ist vielen der über 200 Besucher bereits bekannt. „Wir wissen schon, mit welcher Interaktion der Referent größte Aufmerksamkeit erreicht und sind auch heute wieder sehr gespannt, was wir als Eltern, Pädagogen oder Lehrer dazulernen können“, ist zu vernehmen.

Die Erwachsenen erfahren: „Facebook ist bei den Kindern, Jugendlichen und der Generation bis etwa 40 Jahre nicht mehr in“, erklärt Becker. Während sich viele Erwachsene noch relativ umständlich mit dem Smartphone oder Ähnlichem befassen, seien die Kids oder Jugendlichen ihnen immer schon einen Schritt voraus. Sie benutzen überwiegend Messengers wie Whatsapp, Instagram und Snapchat. Lisa und Max gehören dazu. Was sie bei ihren Internetchats, Selfies und Likes bewegt, verdeutlicht Moritz Becker an Beispielen und klebt ihnen nach und nach gelbe Schlagwörter an den Oberkörper. „Unbekümmertheit, Neugierde, Anerkennung, Orientierung, Identitätsentwicklung und Freiheit.“ Max und Lisa verziehen bei alledem keine Miene, denn sie sind aus Pappe.

"Aufmerksamkeit, Vertrauen und Anerkennung"

Gerade diese Kommunikation kommt bei den Erwachsenen gut an. Denn es geht nicht um technische Fragen, sondern um das menschliche Miteinander im Sinne von: „Wie wollen wir online miteinander umgehen und, wie sollen Eltern und Erziehungsberechtigte beim Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen agieren und reagieren“, betont der Sozialpädagoge. Im Grunde genommen habe sich durch die Neuen Medien nicht viel geändert, so Becker. Lediglich die Instrumente und Rahmenbedingungen seien andere. „Kinder wollten schon immer spontane Antworten von ihren Eltern. Und sie könnten insbesondere dadurch unterstützen, dass sie ihnen viel Aufmerksamkeit, Vertrauen und Anerkennung entgegenbringen.

Schwieriger sei das vor allem in der Pubertät. „Wenn Jugendliche morgens im Gesicht Pickel entdecken, stelle sich die Frage, ob sie so überhaupt in die Schule gehen könnten. Während Erwachsene ihr Profilbild, etwa bei Whatsapp vielleicht nur alle paar Wochen änderten, geschehe dies bei Jugendlichen quasi stündlich“, erklärte der Dozent. Ein Selfie wird gepostet, erste Reaktionen der „Freunde“ wie „gefällt mir“ erscheinen, plötzlich geht der Daumen runter, negative, verletzende Meinungen und Kommentare werden oftmals hemmungslos ins Netz gestellt. Die Probleme und Sorgen sind groß, wachsen und stoßen, falls Eltern davon überhaupt etwas erfahren, nicht immer auf Verständnis dieser Mediennutzung. Falsch ist es, den Kindern ihre Grundbedürfnisse zu verbieten.

Es gelte, Eltern, Erzieher und Pädagogen zu stärken, die ihrerseits Kinder und Jugendliche stark machen müssen, da sie sonst auch im Internet leicht zu manipulieren seien. Moritz Becker fühlt sich oft als Fürsprecher der Kinder und Jugendlichen. „Die gelben Karten, wie Max und Lisa sie tragen, sind unsere Chance“, weiß er, und die Zuhörer haben verstanden, welch „leichte Pädagogik dahintersteckt, um Kinder und Jugendliche stark zu machen.“ 


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