Glücklich durch Antidepressionsmusik Pasquale Aleardi und die Phonauten freuen sich auf Lingen

Für gute Laune will Pasquale Aleardi (Mitte) mit den Phonauten Marc Leymann (links) und Jörg Hamers mit "Antidepressionsmusik"  im Lingener Kulturforum sorgen. Foto: Doreen GeyerFür gute Laune will Pasquale Aleardi (Mitte) mit den Phonauten Marc Leymann (links) und Jörg Hamers mit "Antidepressionsmusik" im Lingener Kulturforum sorgen. Foto: Doreen Geyer

Lingen. Man kennt ihn aus dem Fernsehen als Kommissar Dupin, aus diversen Kinofilmen wie Honig im Kopf oder Für Emma und ewig. Pasquale Aleardi kann aber auch Musik. Mit seinen Phonauten möchte er das am 20. Februar im Lingener Kulturforum zeigen. Im Interview sprach er über Interaktionen mit dem Publikum, Antidepressionsmusik und den Gebrauch von Nasenflöten.

Ihr wart vor einem Jahr schon einmal mit den Phonauten in Lingen, warum jetzt wieder? 

Wir hatten ja schon viele tolle Konzerte, aber das in Lingen gehörte definitiv zu einem der Highlights. Einerseits weil es so groß war – die ganze Bude war voll. Wir spielen ja sonst eher in kleineren Sälen und trotzdem hatten wir das Gefühl, auch die letzte Ecke zu erreichen. Es war so wohlwollend und so eine glückliche Stimmung auch danach – da waren wir ganz aus dem Häuschen. Da hat der Marc dann auch den Spruch von „Liebeslingen“ erfunden.

Das war natürlich auch ein Benefizkonzert. Vielleicht geht man da als Besucher auch mit anderen Erwartungen heran?

Das kann sein, aber wir sind damals auch sehr charmant vom Oberbürgermeister angekündigt worden, sodass schon schnell eine positive Grundstimmung herrschte.

Jetzt geht es mit dem Kulturforum in einen kleineren Saal. Wonach sucht Ihr die Locations für die Auftritte aus?

Für uns ist schon wichtig, dass bestuhlt wird. Mehr als 300 Leute haben wir bis jetzt eher selten. Denn das Programm lebt ja auch von der Interaktion mit dem Publikum. Wenn es zu groß wird, kann es sein, dass die Message unserer Songs und der ganze Witz nicht so rüber kommt. Außerdem soll man ja unsere Mimik auch noch erkennen. Deshalb waren wir ja auch so überrascht, dass es im Lingener Theater mit mehr als 700 Leuten trotzdem funktionierte. Die Erfahrung mit unserem Programm zeigte ansonsten: umso intimer, umso direkter, umso besser. Weil wir das Publikum sehr gerne mit einbeziehen.

Das steht aber dann im krassen Gegensatz zu den Dingen, die du sonst so machst, sprich die Rolle des Kommissars Dupin im Fernsehen, Kinorollen oder demnächst als Hauptdarsteller in Paramour, einem Musical des Cirque de Soleil.

Ich liebe es grundsätzlich, auf verschiedenen Hochzeiten zu tanzen. Am 11. April wird die nächste Dupin-Verfilmung ausgestrahlt, am 16. April ist dann Premiere für Paramour. Damit geht dann für mich ein Traum in Erfüllung. Ich hatte Mitte der 90er Jahre den Cirque de Soleil in Paris gesehen und war total beeindruckt, von dem was ich da gesehen habe und hatte immer gedacht, da möchtest du auch einmal dabei sein. Genauso wie bei Chicago, was ich kurz darauf in New York gesehen hatte. Zwanzig Jahre später habe ich dann am Broadway gespielt und jetzt kommt Paramour. Das erste Mal übrigens, wo zu dem Schaupielerischen mit Tanz und Gesang auch noch akrobatische Elemente dazukommen. Da fangen in diesen Tagen die Proben an. Das wird ein Riesenabenteuer.

Dazwischen liegt dann der Auftritt in Lingen.

Ja, zwischendurch bin ich dann mit den Phonauten auf Antidepressionstour. Das Jahr fängt ganz schön intensiv an.

Antidepressionsmusik ist ein ungewöhnlicher Begriff – wie kam der zustande?

Das hat mit der Entstehungsgeschichte der Songs zu tun. Wir sind ja gute Kumpels und immer, wenn wir zusammen waren, haben wir auch viel Quatsch und viel Blödsinn gemacht. Und aus dieser guten Laune und dem Spaß heraus, haben wir dann diesen Begriff kreiert. Wer darauf gekommen ist, weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Unser Credo ist immer, dass Menschen, die unsere Vorstellungen besuchen, am Ende glücklich herausgehen.

Wie sieht das konkret aus?

Es soll über das eigentliche Konzerterleben hinausgehen. Wir wollen natürlich schon virtuos und vielseitig sein mit unserer Musik und den Genres. Wir spielen ja auch Funk, Soul und wo wir gerade Lust drauf haben. Uns ist einfach immer wichtig, das Publikum mit einzubeziehen. Nicht dass es heißt: die Typen da oben machen ihre Musik und dann gehen sie wieder. Es soll keine Mauer entstehen zwischen uns und den Besuchern.

Was können die Zuschauer im Lingener Kulturforum erwarten?

Sie können einen glücklichen Abend mit uns verbringen. Es ist wie ein vorgezogenes Gefühl ins Wochenende, das sich durchtragen wird, wenn es uns gelingt. Es wird so sein, als wäre es schon Freitag und Wochenende (lacht). Beim Konzert werden die Leute mit einbezogen werden und das beste Antidepressivum überhaupt erhalten. Denn auch da kommt die Nasenflöte zum Einsatz, die ich bei jedem Konzert anpreise. Wir stehen ja für die „Nasenflötenrevolution“. Das ist auch ein guter Grund zu kommen.

Direkt am nächsten Tag besucht ihr eine Grundschule in Lingen.

Stimmt – da geben wir Nasenflötenunterricht. Das wird bestimmt super. Auch da freue ich mich schon drauf.

Die Nasenflöte war ja schon beim ersten Konzert in Lingen dabei – ist die schon ein Markenzeichen von euch?

Ja, das könnte sie zumindest werden. Ich bin da durch Zufall drauf gestoßen und es macht richtig gute Laune, wenn es einem gelingt, die Töne da heraus zu bekommen. Wir werden die Leute mit allem, was wir so drauf haben nach besten Wissen und Gewissen unterhalten. Das kann ich versprechen.

Karten für das Konzert gibt es für 20 Euro/ermäßigt 15 Euro  bei der Tourist-Info, Tel. 0591 9144144 sowie an der Abendkasse für 23 Euro/erm. 18 Euro.


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