Winter 1978/79 Schneechaos in Lingen bleibt mit der Geburt der Tochter verbunden

Ein Streifenwagen der Polizei im Februar 1979 auf der Fahrt durchs Emsland. Foto: Rudi RickersEin Streifenwagen der Polizei im Februar 1979 auf der Fahrt durchs Emsland. Foto: Rudi Rickers

Lingen. Die Geburt der Tochter und dazu ein Umzug innerhalb der Stadt Lingen bei meterhohem Schnee: Den Februar 1979 wird Brigitte Grothues nie vergessen. Hier ihr Bericht.

"Ich war mit unserer Tochter schwanger und der errechnete Geburtstermin war der 10. Februar 1979. Weil das Wetter aber schon für einige Überraschungen gesorgt hatte, wurde ich vorsorglich schon am  9. Februar ins Lingener Bonifatius-Hospital aufgenommen. Unsere Tochter kam dann am 10. Februar zur Welt. Für das kommende Wochenende war ein Umzug von Lingen nach Biene in eine größere Wohnung in  geplant.

Meterhoher Schnee

 Aus organisatorischen Gründen ließ sich das nicht anders regeln und der Umzug musste stattfinden, obwohl im Vorfeld klar war. das ich nicht vor Ort bin. An alles hatten wir gedacht, die Kisten waren gepackt und beschriftet: wer fährt den Lkw, wer sorgt für das leibliche Wohl, Schwiegervater sollte Kartoffelpfannkuchen backen usw.. nur an das Wetter nicht, am Umzugstag lag meterhoch Schnee. Auf den Schrecken gab es dann erstmal einen "Klaren".

Straße frei geschaufelt

 Von Lingen nach Biene und umgekehrt sind dann unsere Freunde beziehungsweise die Familie immer wieder vom Lkw abgestiegen und haben streckenweise die Straße frei geschaufelt, irgendwie musste es ja geschafft werden. Mit viel Humor und  ab und zu einem "Klaren" ging alles.

Im Krankenhaus liebevoll versorgt

 Ich war ja noch im Krankenhaus, dort wurde man wirklich liebevoll umsorgt. Das Krankenhaus hatte über mehrere Tage so gut wie keine Besucher nur Patienten und Mütter mit Ihren Babys. Alles war ruhig und entspannend. Wer aufstehen konnte, stand am Fenster und hat zugesehen, wie einzelne Besucher sich zu Fuß durch den hohen Schnee gequält haben. Mein Mann und meine Schwester sind trotz aller Widerstände auch durch den Schnee gestapft, um die Tochter beziehungsweise die Nichte und mich zu besuchen, obwohl mein Vater meinte, das müsse am Umzugstag doch nicht sein.

Dr. Ardelt fing damals als Chefarzt an

 Unsere Tochter war eines der ersten Babys, die von Dr. Ardelt entbunden wurden. Er fing im Januar/Februar 1979 gerade neu als Chefarzt im Bonifatius-Hospital an. Trotz aller Probleme und Arbeit, die ein Umzug so macht, obendrauf das Schneechaos, haben wir nur positive Erinnerungen an den Winter 78/79 , an jedem Geburtstag der Tochter wird das von meinem Mann mit Begeisterung erzählt. Unsere Tochter und ich wurden dann 14 Tage nach dem Schneechaos ist eine fertig eingeräumte Wohnung entlassen."


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