Bombensprengung in Lingen 50 freiwillige Helfer im Stephanus-Pflegeheim in Lingen

Heiko Harms-Ensink ist Leiter des Stephanus-Haus an der Thüringer Straße und hat die Bewohner des Pflegeheimes während der Evakuierung in die BBS an der Beckstraße begleitet. Foto: Thomas PertzHeiko Harms-Ensink ist Leiter des Stephanus-Haus an der Thüringer Straße und hat die Bewohner des Pflegeheimes während der Evakuierung in die BBS an der Beckstraße begleitet. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Rund 8800 Lingener mussten für die Bombenentschärfung in der Nacht auf den 1. Februar ihre Wohnung verlassen, darunter auch die Bewohner von drei Senioreneinrichtungen. Einen Tag später lief der Betrieb im Stephanus-Pflegeheim laut Heimleiter Heiko Harms-Ensink aber wieder "fast normal".

"Das war schon eine besondere Situation für unsere Mitarbeiter, aber vor allem natürlich für unsere Bewohner", berichtet Harms-Ensink einen Tag nach der Evakuierungsaktion auf Nachfrage unserer Redaktion. Am Nachmittag habe er davon erfahren und die Mitglieder seines Leitungsteams informiert: "Nach einer halben Stunde stand fest, dass rund 50 Mitarbeiter unsere Bewohner zum Evakuierungszentrum in die BBS Technik und Gestaltung begleiten würden."

50 Freiwillige im Einsatz

Kurz vor 18 Uhr kamen denn auch die ersten und kurz nach 21 Uhr die letzten Heim-Bewohner in der Berufsschule an. Die Küche des Hauses hatte zu diesem Zeitpunkt dort bereits nicht nur die eigenen Bewohner mit Getränken und Essen versorgt. In der Leitungsrunde sei dann gegen 21.30 Uhr entschieden worden, dass die Mitarbeiter der Frühschicht nach Hause gehen sollten. Gut 30 Mitarbeiter blieben aber vor Ort, organisierten Getränke und Joghurts, spendeten Trost und kümmerten sich nach der Entwarnung um den Rücktransport.

Ein ruhiger Freitagmorgen

Nachdem alle Bewohner wieder in ihren Zimmern waren, haben auch Harms-Ensink und bis auf die Mitarbeiter der Nachtschicht die letzten Pfleger kurz nach 2 Uhr das Stephanus-Haus nach einem langen Arbeitstag verlassen. "Am Freitagmorgen war es dann im Haus erst einmal natürlich noch etwas ruhiger als normal", berichtete der Heimleiter weiter. Die Arbeit in den verschiedenen Wohnbereichen laufe aber wieder nahezu normal.

Stolz auf die Mitarbeiter

Im Nachhinein ist Harms-Ensink "sehr stolz über die in dieser Ausnahmesituation geleistete Arbeit unserer Mitarbeiter. Wie wir damit umgehen wissen wir noch nicht, aber honoriert werden soll dieser Einsatz auf jeden Fall."


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