Stadt kündigt Maßnahmen an Lingens OB Krone über Remondis: Ich habe die Nase voll

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Gelbe Säcke stapeln sich in Lingen am Parkhügel. Foto: Wilfried RoggendorfGelbe Säcke stapeln sich in Lingen am Parkhügel. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Im Zusammenhang mit den Problemen des Entsorgungsunternehmens Remondis, das mit dem Einsammeln der gelben Säcke in der Region beauftragt worden ist, ist Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone der Geduldsfaden endgültig gerissen.

Krone kündigte in der Ratssitzung am Dienstag an, dass ab diesem Mittwoch das Entsorgungsunternehmen Augustin aus Meppen an den Stellen die gelben Säcke einsammeln werde, wo Remondis dies seit Jahresbeginn immer noch nicht geschafft habe. "Wir sind heute in der fünften Woche, mein Geduldsfaden ist gerissen, ich habe die Nase voll", ließ der geäußerte Unmut des Verwaltungschefs an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Nach mehrfachen Beschwerden der Stadtverwaltung hatte das bundesweit tätige Unternehmen aus Lünen im Kreis Unna zwar Anfang der Woche den Worten von Krone zufolge an mehreren Stellen in Lingen und den Ortsteilen Versäumtes nachgeholt und die Säcke endlich eingesammelt. "Aber an verschiedenen Punkten der Stadt und in den Ortsteilen immer noch nicht", beschrieb Krone die Situation. Als Beispiel nannte er in der Stadt den Bereich des Parkhügels, wo sich die Gelben Säcke inzwischen meterhoch türmen.

Gefahr für Verkehrsteilnehmer

Da diese häufig zerrissen seien und auch durch die vom Wind auf Straßen und Gehwegen verteilten Säcke eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer darstellten, sieht sich die Stadt zum Handeln gezwungen. Die Kosten für die von Augustin - das Unternehmen war bislang für die Entsorgung der Säcke zuständig - eingesammelten Säcke werden, so Krone, Remondis in Rechnung gestellt. Er bat die Bürger, sich beim Umwelttelefon der Stadt unter 0591/9144-362 (oder -364) zu melden und die Standorte durchzugeben, wo immer noch keine Abholung erfolgt sei. "Wie werden außerdem prüfen, ob hier eine Umweltstraftat vorliegt", schloss der Oberbürgermeister rechtliche Schritte gegen Remondis nicht aus.

Fällt Landschaftssäuberungsaktion aus?

Auftraggeber von Remondis ist die "Der grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH". Die Kölner GmbH wurde im September 2018, vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung des Kartellamts, aufgekauft. Neuer 100-prozentiger Besitzer ist Remondis selbst. Krone kündige an, die Beschwerden zu bündeln und an die Kartellbehörde zu schicken, die über den Kauf entscheiden muss. Der Verwaltungschef erwägt außerdem, die für den März geplante traditionelle Landschaftssäuberungsaktion in Lingen ausfallen zu lassen. "Ich sehe nicht ein, dass Ehrenamtliche in der Stadt und den Ortsteilen den Müll aus den gelben Säcken aufsammeln, weil ein privates Unternehmen nicht in der Lage ist, diesen abzuholen."

In mehreren Wortbeiträgen unterstützten die Ratsfraktionen die geäußerte Kritik und geplante Vorgehensweise des Oberbürgermeisters. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass Remondis eine Ausschreibung gewonnen habe, ohne den Nachweis geführt zu haben, dass es technisch und personell in der Lage sei, die gelben Säcke abzuholen, meinte Stefan Wittler für die SPD. "Ich unterstütze die härteren Maßnahmen, der jetzige Zustand ist unerträglich".


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