Landgericht Osnabrück Doch keine Berufung: Bruderpaar muss in Dauerarrest

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Ihre Berufung vor dem Landgericht Osnabrück zurückgezogen haben zwei Brüder aus dem südlichen Emsland. Nun müssen die beiden einen Dauerarrest absitzen.  Symbolfoto: Arne Dedert dpaIhre Berufung vor dem Landgericht Osnabrück zurückgezogen haben zwei Brüder aus dem südlichen Emsland. Nun müssen die beiden einen Dauerarrest absitzen. Symbolfoto: Arne Dedert dpa

Osnabrück. Mit der Rücknahme der Berufung endete vor dem Osnabrücker Landgericht ein Prozess gegen zwei Jugendliche aus Schapen und Spelle.

Die beiden Brüder waren die Hauptakteure in einer Auseinandersetzung gewesen. Im Verlauf einer Schulabschlussfeier der Oberschule von Spelle im letzten Sommer trafen der 16- und 18-Jährige auf der Dorfstraße auf einen Mitfeiernden. Offenbar kam es zu einem Zwist, der im Wortsinn handgreiflich endete. Sowohl der jüngere als auch der ältere Bruder versetzten dem Mitfeiernden einen Schlag mit der Hand und mehrfach mit der Faust. Das Resultat beim Gepeinigten: Schmerzen, eine Nasenbeinprellung und leichte Absplitterungen an den Zähnen.

Berufung gegen Dauerarrest

Die nächtliche Auseinandersetzung endete via Anzeige zunächst vor dem Amtsgericht in Lingen. Dort verurteilte man das Bruderpaar wegen gemeinschaftlicher und teils gefährlicher Körperverletzung zu je einer Woche Dauerarrest. Gegen dieses Urteil legten die jungen Heranwachsenden Berufung ein.

Während der eine sich vor der 13. Kleinen Strafkammer in Osnabrück zunächst nicht in der Sache äußern wollte, wollte der Verteidiger des älteren Bruders eine sogenannte Beschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch, sprich: eine Strafminderung erreichen.

Zuchtmittel nicht anfechtbar

Das geht nicht, sagte der Kammervorsitzende und zitierte Paragraf 55 des Jugendgerichtsgesetzes. Diese Bestimmung regele etwa, dass eine Entscheidung, in der lediglich Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmittel angeordnet wurden, nicht wegen des Umfangs der Maßnahmen angefochten werden könne.

Prozessökonomie

Im Jugendrecht unterscheide man zwischen Erziehungsmaßregeln und dem Jugendstrafrecht, erläuterte er am Rande der Verhandlung. Da der Dauerarrest unter die Rubrik Erziehungsmaßregel falle, sei es laut Paragraf 55 nicht erlaubt, durch eine Berufung beispielsweise die Dauer des Arrests abzusenken. „Damit sollen Verfahren beschleunigt werden“, ergänzte Sebastian Hohdorf, der stellvertretende Pressesprecher des Osnabrücker Landgerichtes.

Nach kurzer Beratungszeit mit ihren Mandanten, nahmen die Verteidiger die Berufung zurück. Damit wird das Urteil des Lingener Amtsgerichtes rechtskräftig, das Bruderpaar hat den einwöchigen Dauerarrest also abzusitzen.


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