Auch Platz für Kulturforum Frühere Kirche St. Michael in Lingen soll als Kita dienen

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die frühere Kirche St. Michael im Lingener Stadtteil Reuschberge soll künftig gemeinsam von der Kita St. Michael und dem Kulturforum genutzt werden. Foto: Ludger JungeblutDie frühere Kirche St. Michael im Lingener Stadtteil Reuschberge soll künftig gemeinsam von der Kita St. Michael und dem Kulturforum genutzt werden. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. In die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte St. Michael in Lingen wird die angrenzende frühere Kirche einbezogen. Das hier befindliche Kulturforum St. Michael und die Kita werden künftig gemeinsam das Gebäude nutzen. Das Projekt soll im Sommer 2020 fertiggestellt sein.

Einzelheiten des schätzungsweise 4,8 Millionen Euro teuren Vorhabens stellte Dezerzentin Monika Schwegmann kürzlich in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor. Schwegmann zeigte sich sehr angetan von dem Projekt, das nach zahlreichen Gesprächen auf den Weg gebracht worden sei. "Das wird eine gute Sache", meinte sie. Laut Mitteilungsvorlage der Verwaltung plant die Kirchengemeinde St. Bonifatius als Träger der viergruppigen Kita St.Michael am Langschmidtsweg im Stadtteil Reuschberge wegen des erhöhten Bedarfs die Sanierung und Erweiterung der Einrichtung.

Gestiegener Bedarf wegen der Kinder im Emsauenpark

Der Bedarf resultiert nach Darstellung der Verwaltung daraus, dass viele Bewohner des in der Nähe liegenden neuen Baugebietes Emsauenpark ihre Kinder gerne in die Kita St. Michael schicken möchten. Als Reaktion darauf wurden bereits neue Gruppen der Kita St. Michael als Außenstelle in der Paul-Gerhardt-Schule (Grundschule) eingerichtet, um den Bedarf bis zur Fertigstellung der Erweiterung zu decken.

Schwegmann: Machbarkeit ist gegeben

Im Verlauf der Planungen für den Standort brachten die Kirchengemeinde St. Bonifatius und das Bistum Osnabrück die ehemalige Kirche, die gegenwärtig vom Kulturforum St. Michael für Veranstaltungen genutzt wird, ins Gespräch. Eigentümer des Gebäudes ist das Bistum beziehungsweise die Kirchengemeinde St. Bonifatius. Es wurde die Idee entwickelt, das Gebäude für die Kinderbetreuung und für Kultur gemeinsam zu nutzen. "Der Planungs- und Abstimmungsprozess mit allen Beteiligten ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass eine Machbarkeit sowohl unter dem Aspekt multifunktionaler Nutzungsmöglichkeiten, als auch unter Beachtung von Denkmalschutzaspekten gegeben ist", betonte Schwegmann.

Die Kita St.Michael in Lingen muss dringend erweitert werden. Dazu soll der Raum der früheren Kirche St. Michael genutzt werden. Foto: Ludger Jungeblut


Im bisherigen Kita-Gebäude sollen nach entsprechendem Umbau Nebenräume entstehen. In Erweiterung zur ehemaligen Kirche hin ist die zentrale Anordnung eines Küchen- und Mensabereiches geplant, um dann über einen zu bauenden Verbindungsgang die neuen Räume für die Kita in der früheren Kirche zu erreichen.

Zwei Geschosse für die Kita

Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sollen vier Krippen- beziehungsweise Kindergartengruppen einschließlich aller notwendigen Neben- und Sanitärräume untergebracht werden. Alle Gruppenräume erhalten einen direkten Zugang zum künftig erheblich erweiterten Außengelände der Kita, das sich um das gesamte ehemalige Kirchengebäude erschließt.

Zweites Obergeschoss für das Kulturforum

Im zweiten Obergeschoss des früheren Kirchenschiffs bis unter das Dach soll dann mit einer lichten Höhe von bis zu acht Metern ein Veranstaltungsraum für das Kulturforum entstehen, der ausdrücklich in seiner Akustik auf die Bereiche Sprache und klassische Musik ausgerichtet werden soll.

Verwaltung: Neue Fenster sorgen für genügend Tageslicht

Auf die Frage von Sabine Stüting (Die Bürgernahen), ob ausreichend Tageslicht in das alte Kirchengebäude bei der Nutzung als Kita fälle, betonte Schwegmann, dass die Fassade aufgebrochen werde, um Fenster einzusetzen. Schon allein aus rechtlichen Gründen müssten die Räume Tageslicht erhalten, ergänzte Fachbereichsleiter Frank Botterschulte. Nach Mitteilung von Schwegmann ermittelt ein Architekturbüro derzeit die detaillierten Kosten, deren Auflistung  im Februar vorliegen sollen. Die Stadt wolle im Frühjahr entscheiden, in welchem Umfang sie sich an den Kosten beteilige.


Kulturforum St. Michael

Die Michaelkirche wurde 1969 errichtet, um vor allem den den katholischen Bundeswehrangehörigen der nahe gelegenen Scharnhorstkaserne einen religiösen Anlaufpunkt zu bieten. Als die Filialkirche von St. Bonifatius im Jahr 2002 vom Bistum Osnabrück nicht mehr benötigt wurde, setzten sich Bürger für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes ein. Auf Initiative des Lingener Unternehmers und Kulturmäzens, Harald Müller, bildete sich das Kulturforum St. Michael, das 2003 als gemeinnütziger Verein ins Vereinsregister eingetragen wurde. Seitdem finden in dem Gebäude verschiedene Veranstaltungen statt, die immer wieder große Beachtung finden. Dem Verein liegt vor allem die Förderung von talentierten jungen Musikerinnen und Musikern am Herzen. Erster Vorsitzender ist Christian Gnaß, als Zweite Vorsitzende fungiert Gaby Stegmann.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN