KoBS mit neuem Büro in Lingen Büro für Selbsthilfegruppen im südlichen Emsland

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Anlaufstellen für Selbsthilfegruppen gibt es im Emsland demnächst von Norden nach Süden: Manuela Feldmann, Katrin Berger, Anke Wilkens und Hedwig Lammers vor dem neuen Büro in Lingen.Anlaufstellen für Selbsthilfegruppen gibt es im Emsland demnächst von Norden nach Süden: Manuela Feldmann, Katrin Berger, Anke Wilkens und Hedwig Lammers vor dem neuen Büro in Lingen.

Lingen. Die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe (KoBS) hat seit Freitag ein Büro in Lingen.

Die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe hat seit Freitag ein Büro in Lingen. Die KoBS, wie sie kurz heißt, möchte somit Ansprechpartner für am Thema Selbsthilfe Interessierte im südlichen Emsland sein. Bislang hat die KoBS ein Büro ausschließlich in Meppen gehabt und von dort aus das komplette Emsland betreut. Wenn am kommenden Freitag das dritte Büro in Papenburg eröffnet wird, haben auch die Emsländer im Norden und Süden kurze Wege zur Selbsthilfe.  

Zwei neue Stellen

Möglich geworden ist die Eröffnung dieser zwei neuen Anlaufstellen durch finanzielle Aufstockung und die damit verbundene Schaffung zweier neuer Teilzeitstellen. Hedwig Lammers, Sozialwirtin und Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, hat am Freitag das neue Domizil in der Waldstraße mit der Hausnummer 83-85 bezogen; die Räumlichkeiten teilt sich die KoBS mit dem Fonds für Krebskranke Lingen. Unterstützt wird sie von Katrin Berger, die bei der Verwaltung hilft. In Papenburg heißt die neue KoBS-Ansprechpartnerin Manuela Feldmann. 

Hohe Zahl an Selbsthilfegruppen

„Bereits seit 1992 gibt es die KoBS im Emsland“, erklärt Anke Wilkens, Diplom-Sozialpädagogin, die nun im dritten Jahr in Meppen mitarbeitet. „Der Beratungsbedarf im Emsland ist so hoch, dass wir nicht mehr flächendeckend zufriedenstellend aus Meppen alle versorgen konnten“, begründet sie die Neugründung der zwei Standorte im Süden und Norden des Landkreises. Es gebe im Emsland eine recht hohe Zahl an Selbsthilfegruppen. „Unser Ziel ist, dass sich Selbsthilfe noch mehr etabliert. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen davon wissen“, ergänzt Lammers.

Ingangsetzer

Die KoBS fördert Selbsthilfegruppen hinsichtlich ihrer Verwaltungskosten, bei der Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere neu gegründeten Gruppen in der Findungsphase. Eigens für Letzteres gibt es Menschen wie Angelika Burke. Sie ist eine von sechs sogenannten Ingangsetzerinnen im Emsland. „Ich bin selbst Mitglied in einer Selbsthilfegruppe. Als ich in der Zeitung davon las, dass Ingangsetzer ausgebildet werden sollen, habe ich mich gemeldet“, erzählt die Lingenerin. In dem Lehrgang sei es in erster Linie um Themen wie Gruppendynamiken oder mögliche Konflikte in Gruppen gegangen, aber auch um ganz praktische Dinge wie die Suche nach einem Treffpunkt etc., bei denen die Ingangsetzer vor allem neue Gruppen in der Gründungsphase unterstützen sollen. „Wir werfen als Außenstehende einen Blick auf die Gruppe. Es wäre nicht gut, wenn ich Ingangsetzerin in meinem eigenen Themenfeld wäre“, sagt Burke, und Lammers fügt hinzu, dass die KoBS die Ingangsetzer wiederum mit regelmäßigen Reflexionstreffen und Fortbildungen betreut.

Nicht gegen, sondern mit seiner Krankheit leben

Eine der Selbsthilfegruppen unter dem Dach der KoBS ist die "SHG Lungenemphysem – COPD" (chronic obstructive pulmonary disease). Heinz Baumann ist der mittlerweile dritte Leiter dieser Gruppe, die sich seit 2011 in Lingen trifft. „Landläufig redet man von Staublunge oder chronischer Bronchitis. Fast jeder zehnte Deutsche leidet unter diesem Krankheitsbild. Ich kann mich nicht verstecken und die Erkrankung ignorieren, sondern ich muss lernen mit der und nicht gegen die Krankheit zu leben“, weiß Baumann. Einen Weg dafür bieten die monatlichen Treffen im Bonifatius Hospital. Hier finden sowohl inhaltlicher Austausch als auch sportliche Übungen statt. „Neue Forschungsergebnisse werden in auch für Nichtmediziner verständlicher Sprache vermittelt. Außerdem haben wir eine Lungensportgruppe, laden uns aber genauso Referenten zu relevanten Themen ein.“

Vernetzungsmöglichkeiten

Unterstützung bei all dem bietet die KoBS. Wobei die Selbsthilfegruppen sich im Grunde – wie der Name sagt – selbst helfen. Aber es gibt auch immer wieder Fortbildungsangebote, Gesamttreffen und andere Vernetzungsmöglichkeiten, die die KoBS organisiert.

Vermittlung

Anlaufstelle ist die KoBS natürlich aber auch für Menschen, die eine bereits bestehende Gruppe suchen. „In der Regel kommen zu uns Menschen, die ihre eigene Diagnose genau kennen. Wir können sie dann zu passenden Gruppen vermitteln“, erläutert Lammers. Wer eine neue Gruppe aufmachen möchte, könne die Kapazitäten der KoBS nutzen. „Nicht jeder möchte mit seinem Namen an die Öffentlichkeit treten und für eine Selbsthilfegruppe werben, etwa, wenn es um das Thema Sucht geht, aber auch, weil nicht jeder seine Krankheit vor sich hertragen möchte“, weiß die Sozialwirtin. Dies könne dann im Namen des Netzwerks geschehen.

Wegweiser

Unter dem Dach der KoBS treffen sich Selbsthilfegruppen für körperliche und seelische Erkrankungen, aber auch zu psychosozialen Bereichen wie Trauer oder Einsamkeit. Sie bringt noch in diesem Jahr einen neuen Wegweiser mit allen bestehenden Selbsthilfegruppen heraus. Auf der Homepage www.selbsthilfe-emsland.de findet sich stets der aktuelle Stand.


KoBS Lingen

Die KoBS Lingen befindet sich in der Waldstraße 83-85 und ist dort erreichbar
dienstags und freitags von 9 bis 12 Uhr
dienstags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr
und unter der Telefonnummer 0591 96693191 oder unter www.selbsthilfe-emsland.de.
Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen ist stets kostenlos. Träger der KoBS ist der Paritätische Wohlfahrtsverband Emsland.

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