Am 29. Januar in der Landwehr-Akademie Schweinehaltung im Fokus beim Tag der Landwirtschaft in Lohne

Unter extremen Preisdruck arbeiten derzeit Schweinehalter (im Bild ein Betrieb im Landkreis Dahme Spree). Foto: Marius Schwarz/dpaUnter extremen Preisdruck arbeiten derzeit Schweinehalter (im Bild ein Betrieb im Landkreis Dahme Spree). Foto: Marius Schwarz/dpa

Lingen. Zum dritten Mal laden die Volksbanken Lingen und Süd-Emsland sowie die VR Agrarberatung zum Tag der Landwirtschaft ein. Das Thema am Dienstag, 29. Januar, um 9.30 Uhr in der Landwehr-Akademie in Wietmarschen-Lohne lautet "Alle wollen, dass Tiere sich wohlfühlen", im Fokus steht dabei die Schweinehaltung.

Seit Jahrzehnten arbeiten die drei Veranstalter gut mit den landwirtschaftlichen Betrieben in der Region zusammen, betonten die Vorstände Jürgen Hölscher (Volksbank Lingen), Norbert Focks (Volksbank Süd-Emsland) und Johann Kalverkamp (VR Agrarberatung) in einem Pressegespräch. Die Branche sei ein wichtiger Geschäftspartner, mache sie doch bei der Volksbank Lingen 25 Prozent des Kreditgeschäfts aus, bei der Volksbank Süd-Emsland noch mehr.

Zum dritten Tag der Landwirtschaft am 29. Januar in der Landwehr-Akademie in Lohne laden (von links) Norbert Focks (Volksbank Süd-Emsland), Johann Kalverkamp (VR Agrarberatung) und Jürgen Hölscher (Volksbank Lingen) ein. Das Thema lautet diesmal: „Alle wollen, dass Tiere sich wohlfühlen“. Foto: Mike Röser


Doch im Spannungsfeld zwischen viel Arbeit, geringen Erträgen und öffentlicher Kritik bleibe für Landwirte nur wenig Raum, Zeit und Kraft. Deshalb wolle man im Format "Tag der Landwirtschaft" die Möglichkeit anbieten, über den Tellerrand zu schauen, erklärt Hölscher: "Wir wollen andere Blickwinkel anbieten und Verantwortliche zusammen bringen. Uns ist auch wichtig, damit zu motivieren." Das betont auch Focks: "Das sind Themen, die im Alltag oft auf der Strecke bleiben."

Finanzierbares Wohl der Tiere

Für das Forum am 29. Januar in der Landwehr-Akademie in Lohne (Beginn: 9.30 Uhr) haben sich die Veranstalter für das Thema „Alle wollen, dass Tiere sich wohlfühlen“ entschieden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Schweinehaltung, die in den vergangenen Monaten oftmals im Fokus öffentlicher Kritik stand und in der es für Landwirte derzeit kaum möglich ist, kostendeckend zu arbeiten. "Wenn ich Leistung vom Tier will, dann muss es dem Tier gut gehen, das ist jedem Landwirt klar", sagte Kalverkamp. Alle Bestrebungen zum Wohl des Tieres müssten jedoch finanzierbar sein - und das in einem Marktumfeld, in dem die Landwirte nur extrem niedrige Preise erzielen.

Zwei Vorträge

Wie die moderne Landwirtschaft den gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden kann, soll deshalb in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion herausgearbeitet werden. Den Auftakt macht Prof. Dr. Peter Kunzmann. Er lehrt am Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Zur Tierethik kam er 2002, als er eine Studie zu ethischen Fragen der Nutztierhaltung mitverfasste. Kunzmann wird über die Verantwortung des Menschen gegenüber dem Tier referieren. Er verrät, warum viele Tiere zu Weihnachten beschenkt werden und erklärt, unter welchen Bedingungen es Tieren auch in der Massentierhaltung gut geht.

Im Anschluss wird Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter Qualitätsmanagement und Veterinärwesen in der Tönnies-Gruppe, die Schweinefleischerzeugung aus Sicht eines führenden Vermarkters erläutern und Hinweise geben, auf welche Veränderungen sich die Landwirte in der Zukunft einstellen müssen.

Zwei Landwirte diskutieren mit

Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten sowie zwei Landwirten aus dem Geschäftsgebiet der veranstaltenden Banken. Dabei handelt es sich um Peter Janßen aus Wietmarschen-Lohne und um Bernd Hopmann aus Emsbüren. Beide führen schweinehaltende Betriebe und werden in der Diskussion die praktischen Möglichkeiten des gesellschaftlichen Veränderungswunsches reflektieren.

Der Eintritt kostet für Mitglieder der Volksbank Lingen und der Volksbank Süd-Emsland 5 Euro, für Nichtmitglieder 10 Euro.  Um kurzfristige Anmeldung in den Filialen oder per E-Mail an loepker@agrarberatung.com wird gebeten.


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