Neujahrsempfang in Lingen Region bleibt für Neptune Energy wichtiger Öl- und Gasstandort

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In der "Schatzkammer" von Neptune Energy an der Waldstgraße in Lingen, wo das Unternehmen seine Bohrkerne aufbewahrt, fand Freitag der Neujahrsempfang statt. Von links: Christian Fühner, CDU/MdL, Uwe Fietzek, Erster Kreisrat in der Grafschaft Bentheim, Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), Jens Beeck, FDP/MdB, Geschäftsführer Andreas Scheck, Erster Bürgermeister Heinz Tellmann, Albert Stegemann (CDU/MdB) und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Foto: Thomas PertzIn der "Schatzkammer" von Neptune Energy an der Waldstgraße in Lingen, wo das Unternehmen seine Bohrkerne aufbewahrt, fand Freitag der Neujahrsempfang statt. Von links: Christian Fühner, CDU/MdL, Uwe Fietzek, Erster Kreisrat in der Grafschaft Bentheim, Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), Jens Beeck, FDP/MdB, Geschäftsführer Andreas Scheck, Erster Bürgermeister Heinz Tellmann, Albert Stegemann (CDU/MdB) und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Das Emsland und die Grafschaft Bentheim sind für Neptune Energy auch in Zukunft wichtige Standorte in der Erdöl- und Erdgasförderung. Dies hat Geschäftsführer Andreas Scheck am Freitag beim Neujahrsempfang des Unternehmens an der Waldstraße betont.

Das weltweit auf die Erkundung und Förderung von Öl und Gas fokussierte britische Unternehmen steuert seine Deutschlandaktivitäten vom Standort Lingen aus. 

Die Unternehmensgeschichte an der Waldstraße rund um die Öl- und Gasförderung ist lang und umfasst verschiedene Namen: Schachtbau, Deilmann Erdöl und Erdgas, Preussag Energie, Gaze de France, GDF Suez, Engie und nun Neptune. Die Wechsel haben in der Vergangenheit für Unruhe in der Belegschaft gesorgt, zuletzt im Vorfeld des Verkaufs der französischen Engie an Neptune. 

Diese Phase ist den Worten von Scheck zufolge, der 75 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Unternehmen begrüßte, vorbei. Der Lagerstätten- und Produktionsingenieur betonte, dass sich Neptune Energy auf Öl und Gas spezialisiert habe. "Wir sind Kerngeschäft", betonte Scheck in der so von ihm bezeichneten "Schatzkammer" des Unternehmens an der Waldstraße. Dort lagern insgesamt 80 Kilometer Bohrkerne in mehreren tausend Kisten. Sie geben unter anderem Aufschluss über das im Stein gebundene Öl und die Rentabilität von Förderaktivitäten.

Großprojekte in der Region

Nach Angaben von Scheck stehen 2019 neben der Sanierung der Schlammgrube Rühlermoor zwei weitere Großprojekte im Emsland und der Grafschaft Bentheim an. Dazu gehört eine neue Erkundungsbohrung im Erdgasfeld Adorf in der Gemeinde Hoogstede. Mit der 3500 Meter tiefen Bohrung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden.  "Ein besonders großes Zukunftspotenzial sehe ich im Erdölfeld Bramberge bei Geeste", sagte Scheck. "Wir denken konkret über neue seismische Messungen nach, um noch detaillierteres Wissen über den Untergrund zu erlangen", beschrieb der Ingenieur das weitere Verfahren. 

2017 förderte Neptune Energy in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim 1,6 Terrawattstunden Erdgas  und 153.000 Tonnen Erdöl. Insgesamt waren es in Deutschland 4,5 Terrawattstunden Erdgas und 286.000 Tonnen Erdöl. Bundesweit investiert Neptune Energy dieses Jahr rund 60 Millionen Euro, davon die Hälfte in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim.

Sicherheit hat höchste Priorität

Scheck betonte, dass das Unternehmen vor dem Hintergrund schwankender Ölpreise und der Notwendigkeit, weiter konkurrenzfähig zu bleiben, auch in Zukunft an der Optimierung seiner Prozessstruktur arbeiten werde. Oberste Priorität bei allen Aktivitäten müsse die Sicherheit haben. Er erinnerte dabei an zwei tödliche Arbeitsunfälle in den vergangenen fünf Jahren. "So etwas darf nie wieder vorkommen", sagte der Österreicher, der gleichzeitig den ebenfalls eingeladenen Feuerwehren für ihre Arbeit "höchste Anerkennung" aussprach.

Viel Lob für die Aktivitäten des Unternehmens auf dem Energiesektor, für seine Rolle als attraktiver Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler gab es von Finanzminister Reinhold Hilbers, dem Ersten Kreisrat Martin Gerenkamp und Lingens Erstem Bürgermeister Heinz Tellmann. Derzeit arbeiten von den rund 530 Mitarbeitern in ganz Deutschland 230 in der Unternehmenszentrale in Lingen und weitere 140 an den Standorten Osterwald und Rühlermoor sowie an vielen Betriebsplätzen in der Nachbarschaft.

Hilbers: Ein Stück weit unabhängig

Finanzminister Hilbers bezeichnete Neptune Energy als einen "ganz wesentlichen Standort der Energiewirtschaft", durch den die Region ein Stück weit unabhängig sei im Öl- und Gasbereich. Ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Politik und Unternehmen, "das weltweit zu Hause ist, aber hier seine Wurzeln hat", sei ein Garant für den weiteren Erfolg. "Das Erdöl- und Erdgasgeschäft ist für uns sehr wichtig", hob der Grafschafter Minister die Bedeutung dieses Industriezweiges hervor. Für die Landeskasse übrigens ebenfalls, denn über die Förderabgabe fließt auch Geld Richtung Hannover.

"Als Lingener ist für mich entscheidend, dass Sie hier sind", erinnerte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp an die traditionsreiche Geschichte des Unternehmensstandortes an der Waldstraße. Ähnlich äußerte sich Heinz Tellmann. Bei Geburtstagseinladungen von älteren Bürgern höre er häufig, "dass diese alte Schachtbauer sind und mit großem Interesse die Entwicklung hier verfolgen", meinte der Bürgermeister.




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