Wie rastet Lingen aus? Kaya Yanar kommt am Sonntag in die Emslandarena

Er sucht Ärger: Kaya Yanar zeigt am Sonntag in Lingen sein neues Programm „Ausrasten“. Foto: Daniel PreprotnikEr sucht Ärger: Kaya Yanar zeigt am Sonntag in Lingen sein neues Programm „Ausrasten“. Foto: Daniel Preprotnik

Lingen. Der Komiker Kaya Yanar rastet am Sonntag, 20. Januar, in der Emslandarena in Lingen aus, steht in der Ankündigung. Doch kann der grundsympathische Deutsch-Türke tatsächlich wütend werden?

„Ausrasten! Für Anfänger“ ist der Titel des neuen Programms von Kaya Yanar. Mit Anfänger sind wohl die Menschen im Publikum gemeint. Der 45-jährige Comedian ist selbst schon ein Fortgeschrittener im Ausrasten, wie er im Dezember bei einem Auftritt in Ravensburg laut Schwäbischer Zeitung sagte: „Ich bin jetzt 45 Jahre alt, gehe direkt auf die 60 zu. Heute regen mich Dinge auf, die haben mich früher überhaupt nicht interessiert.“

Menschen, die auf ihr Smartphone starren

Ausrasten als Alterserscheinung? Mitnichten. Ein Teil seiner Show besteht darin, dass ihm die Zuschauer per Facebook mitteilen sollen, was sie zum Ausrasten bringt. „Ich raste aus, wenn die verdammte Schlange vor der Damentoilette dreimal so lang ist, wie bei den Männern!“, zitierte der gebürtige Frankfurter bei der Premiere seines Programms vor etwa einem Monat in Remagen laut Bonner General-Anzeiger ein Mädchen, das den Account ihres Vaters nutzte. Dort verriet Kaya Yanar auch, was ihn zum Programm „Ausrasten“ inspirierte: Es sind die so genannten Smombies, also Menschen, die permanent auf ihr Smartphone starren. „Begegnet man denen auf der Straße, muss man eine Vollbremsung hinlegen, um eine Kollision zu vermeiden.“

In Ravensburg enthüllte Yanar übrigens ein anderes Geheimnis, als sich jemand über die fehlenden Trennwände an den Pissoirs der Konzerthalle und der fehlenden Privatsphäre beschwerte. „Ihr Deutschen geht pinkeln und guckt nur auf euren Lörres. Türken schauen dem Toiletten-Nachbarn direkt in die Augen und sobald dieser mal aus Versehen zurückschaut: Was guckst du?!“, erzählte Kaya Yanar.

„Was guckst du?!“

Die TV-Show „Was guckst du?!“ war der Durchbruch für den Sohn türkischer Migranten. Indem er anderen Einwanderern aufs Maul schaute, wie im Ravensburger Beispiel, erfand er die so genannte „Ethno Comedy“. Die bekanntesten Figuren aus Yanars Panoptikum waren der Türsteher Hakan oder der indische Taxifahrer Ranjid. Der Comedian ist bei seinen Parodien jedoch nie gehässig oder böse. Vielmehr zeichnen sie sich durch eine gute Beobachtungsgabe und viel Schalk im Nacken aus.

Kaya Yanar wirkt trotz seines großen Erfolgs authentisch. Vielleicht ist gerade das das Geheimnis seines Erfolgs. Aber ihm nimmt das Publikum ab, wenn er selbst über seine Gags lacht. Seine Spontaneität sorgt zudem dafür, dass die Interaktion mit dem Publikum zu den lustigsten Momenten seiner Shows zählt. So wird sein Auftritt in der Emslandarena anders sein als in Remagen oder Ravensburg. Mal sehen, was die Lingener zum Ausrasten bringt.

Kaya Yanar, Emslandarena, Lingen, So., 20. 1., 18 Uhr, Eintritt: 20,85 bis 38,35 Euro. Karten erhältlich unter www.deinticket.de oder den Nummern 0591/91295-0 und 0591/9144-144.


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