Neues System ab 14. Februar 2019 Nutzer der Stadtbibliothek Lingen buchen künftig selbst

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Annette Mansel verbucht Bücher: Diese Szenerie wird bald der Vergangenheit angehören. Im Hintergrund (von links): Anja Noschka, Monika Schwegmann, Josef Lüken.Annette Mansel verbucht Bücher: Diese Szenerie wird bald der Vergangenheit angehören. Im Hintergrund (von links): Anja Noschka, Monika Schwegmann, Josef Lüken.

Lingen. Die Stadtbibliothek Lingen stellt auf Selbstbedienung um. Ab dem 14. Februar 2019 müssen Nutzer ihre Medien eigenhändig verbuchen.

Für die Benutzer der Stadtbibliothek Lingen brechen neue Zeiten an. Ab dem 14. Februar werden Bücher, DVDs, CDs und sonstige Medien nicht mehr von den Angestellten der städtischen Einrichtung verbucht, sondern die Benutzer müssen dies mittels einer sogenannten RFID-Technologie selbst vornehmen. RFID steht für Radio-Frequenz-Identifikation. „Wir haben sämtliche Medien mit einem Chip versehen, also getaggt“, wie Josef Lüken, Leiter der Stadtbibliothek, erläuterte. Schon seit Mai hat das Team der Lingener öffentlichen Bibliothek jedes einzelne Medium mit einem solchen Chip ausgestattet.  

Gründlich aufgeräumt

Diese Arbeit, die dazu führte, dass der gesamte Bestand einmal angefasst werden musste, hat das Team von Lüken dazu genutzt, einmal gründlich aufzuräumen und alles auf den neuesten Stand zu bringen. So sind von den rund 90.000 Medien 17.000 aussortiert worden. „Wir liegen damit nun bei rund 73.000 Medieneinheiten. Dadurch haben wir Platz geschaffen, was uns auch gestalterisch neue Möglichkeiten bieten wird“, freut sich der Bibliotheksleiter über diesen Nebeneffekt.

Eingriff in die Bausubstanz

Anja Noschka ist Architektin und arbeitet im Fachdienst Hochbau der Stadt Lingen. „Die Installation der beiden Selbstverbuchungsterminals ist auch ein Eingriff in die Bausubstanz der Stadtbibliothek und vor allem auch in die EDV“, unterstreicht sie. Umgebaut wird vor allem der Thekenbereich. Dazu wird die öffentliche Bibliothek in der Karolinenstraße an insgesamt sieben Öffnungstagen geschlossen bleiben: Der letzte Öffnungstag vor dem Umbau ist Sonnabend, der 2. Februar. „Wir raten unseren Nutzern, benötigte Bücher bis dahin zu entleihen oder fällige zurückzugeben“, so Lüken.

Neues Erscheinungsbild

Ab Donnerstag, dem 14. Februar wird die Stadtbibliothek dann mit einem neuen Erscheinungsbild und vor allem mit neuer Technik aufwarten. „Wir gehören, was die Selbstverbuchung betrifft, in Niedersachsen zu den Vorreitern“, betont Monika Schwegmann, die den Fachbereich Kultur der Stadt leitet. Im Vergleich beispielsweise zu Nordrhein-Westfalen hinke Niedersachsen auf diesem Feld zurück. Das liege daran, dass es im Nachbarbundesland Fördergelder vom Land für diese Technik gebe, nicht so in Niedersachsen.

Keine Angst vor neuer Technik!

Besonderen Wert legte Lüken in seinen Ausführungen darauf, Benutzern etwaige Ängste vor der neuen Technik zu nehmen. „Wir werden uns als Team den Nutzern eher mehr als weniger zuwenden können. Wir werden jedem einzelnen genau erklären, wie die Selbstverbuchung funktioniert. Beim zweiten Besuch wird schon niemand mehr Schwierigkeiten damit haben, und beim dritten Besuch wird vergessen sein, dass es je anders war“, zeigte er sich zuversichtlich.

 Dem Diplom-Bibliothekar war auch ganz besonders wichtig, dass seine Mitarbeiterinnen keine Ängste bezüglich der Automatisierung haben. „Die Mitarbeiterinnen werden durch die Selbstverbuchung nicht überflüssig. Im Gegenteil: Es gibt so viele sinnvollere Tätigkeiten für sie. Und die Bibliothek war immer ein kommunikativer Ort und soll dies auch bleiben“, deshalb habe sich das gesamte Team Beispiele in Bibliotheken Nordrhein-Westfalens angesehen.

Intelligentes Bücherregal

Nicht nur die Ausleihe der Medien wird ab dem 14. Februar mittels Selbstverbuchung erfolgen: ebenso die Rückgabe. Der Nutzer muss die Bücher dann in ein „intelligentes Bücherregal“ zurückstellen. „Die Erfahrung aus anderen Bibliotheken zeigt, dass dadurch, dass die Bücher sofort wieder in einem präsentablen Zustand bereitstehen, die Neuausleihe um 30 Prozent steigt“, freut sich Lüken auf einen weiteren Vorteil.

weitere Umbaupläne für die Stadtbibliothek

Die Möglichkeit, über einen Außenschacht Bücher zurückzugeben, steht ebenfalls im Raum. Allerdings solle dies zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden. „Wenn der Außen- und Innenbereich der Bibliothek saniert werden, kann so ein Schacht mit eingebaut werden“, erläutert Noschka. „Dazu ist ein größeres Konzept nötig“, stimmt Schwegmann zu. Es gibt also noch Pläne für die Stadtbibliothek. Aber im Moment sehen die Verantwortlichen gespannt den Kapazitäten, die sich aus der Selbstverbuchung ergeben, entgegen.


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