Musik aus "Herr der Ringe" und "Hobbit" Wenn der Hobbit Pippin in Lingen liest, singt und tanzt

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Die Vielseitigkeit der Sängerinnen und des Akkordeonspielers Øyvind Ougaard beim "Herr der Ringe"-Konzert war beeindruckend. Foto: Mike RöserDie Vielseitigkeit der Sängerinnen und des Akkordeonspielers Øyvind Ougaard beim "Herr der Ringe"-Konzert war beeindruckend. Foto: Mike Röser

Lingen. Eine Trilogie hat die Kinosäle zu Beginn des neuen Jahrtausends geprägt - auch durch die Filmmusik des mehrfachen Oscar-Gewinners Howard Shore: "Der Herr der Ringe". Ein Wiederhören und mehr hat es am Mittwochabend in der Lingener Emslandarena gegeben – und das mit einem "echten" Hobbit.

Es war die Rolle seines (bisherigen) Lebens: Billy Boyd verkörperte in der epischen Verfilmung von Tolkiens "Der Herr der Ringe" einen der Hobbits, Pippin. Seitdem kommt der 50-Jährige immer wieder zurück auf diesen Mega-Erfolg – und so fällt es ihm nicht schwer, an diesem Abend in der Emslandarena in die Rolle des Erzählers zu schlüpfen.

Der verstorbene Sir Christopher Lee, der in den "Herr der Ringe"-Filmen den Saruman spielt, begrüßte die Besucher und wünschte viel Vergnügen. Foto: Mike Röser


Mit warmen Applaus der rund 850 Zuschauer (die Halle ist etwa zur Hälfte gefüllt) nimmt der große Name des Abends Platz, nach dem ein noch größerer erscheint: der 2015 verstorbene Sir Christopher Lee (in den Filmen spielt er den Zauberer Saruman). Per Videoeinspielung wünscht er eine vergnügliche Musikreise in die Welt der Fantasie.

Im feinen Zwirn statt mit haarigen Füßen

Der Gefährte in dieser Welt ist Boyd, der auch ohne haarige Füße, wie sie die Hobbits haben, dafür im feinen Zwirn, zu Pippin wird. Auf Englisch liest der Schotte, wohl akzentuiert und verständlich: mal allein in der Stille, oft begleitet von lieblichen Klängen der Hobbit-Heimat Auenland, im Finale von "Der Herr der Ringe" ankämpfend gegen das tosende Orchester. Und mit dem Fuß wippend, wenn das Tolkien-Ensemble zur irisch-folkloristisch angehauchten Musik auf der Bühne feiert.

Besonders machte das Konzert ein Original-Schauspieler auf der Bühne: Billy Boyd (am Mikrofon), der in den Filmen den Pippin spielt, las die Geschichte vor, wippte mit, sang und tanzte zum Abschluss. Foto: Mike Röser


Manchem mag das Erzählen Pippins stören beim Versuch, mit geschlossenen Augen in Film-Erinnerungen zu schwelgen. Doch sorgt gerade das erzählerische Element für Struktur und Dramaturgie für jeden, der nicht jede Musikpassage einer Filmszene genau zuordnen kann – zumal einige wenige, aber wohlgesetzte Stücke aus der zweiten Tolkien-Filmtrilogie, "Der Hobbit" (2012 bis 2014), eingestreut werden.

Musikalisch auf sehr gutem Niveau

Bei den Musikern des Orchesters handelt sich um den Chor und die Philharmonie des Auenlandes sowie in Teilen auch um das Staatlich Akademische Symphonie-Orchester der Republik Weißrussland, das bei einer Veranstaltung in der Arena unmittelbar zuvor nur schwer in den Tag gekommen war. Das alles ist musikalisch auf sehr gutem Niveau, ohne die Perfektion von Shores Original-Meisterwerken zu erreichen.

Spielfreude in weiß: das Tolkien-Ensemble aus Dänemark. Foto: Mike Röser


Doch weder Pippin, noch Chor oder Orchester sind die Stars des Abends. Das ist vielmehr das Tolkien-Ensemble, auf das die Produktion zurückgeht. Einer davon ist Akkordeonspieler Øyvind Ougaard, der auf seinem Instrument sowohl chaotische Orks als auch feiernde Hobbits zum Leben erweckt. Ihn zu beobachten offenbart Freude am Werk und am Musizieren; diese zeigt jedes Mitglied des Ensembles. Insbesondere die drei Sängerinnen, deren Vielseitigkeit – von Folklore bis sphärischem "Elbengesang" - beeindruckt.

Seinen Song "The Last Goodbye" sang Billy Boyd zum Abschluss des offiziellen Teils - ehe es auf der Bühne zur Zugabe eine "Hobbit-Party" gab, bei der Boyd wild mittanzte. Foto: Mike Röser


Das Publikum dankt es mit großem Applaus - und wird belohnt, als Boyd nach Sologesang ("The Last Goodbye") zur zweiten Zugabe endgültig zu Pippin wird und den zuvor wippenden Füßen beim "Hobbit-Tanz" mit den Sängerinnen freien Lauf lässt.


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