Organisatoren nennen Gründe Abifestival war gestern: Festival in Lingen erhält neuen Namen

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Das Team rund um das Abifestival und den gleichnamigen Verein ändert den Namen des Festivals – und das hat seine Gründe. Foto: Mike Röser/Grafik: Heiner Wittwer, Verein AbifestivalDas Team rund um das Abifestival und den gleichnamigen Verein ändert den Namen des Festivals – und das hat seine Gründe. Foto: Mike Röser/Grafik: Heiner Wittwer, Verein Abifestival

Lingen. Zwei Jahre war es lediglich eine Idee, doch nun ist sie in die Tat umgesetzt worden. Das Team rund um das Abifestival und den gleichnamigen Verein ändert den Namen des Festivals – und das hat seine Gründe.

Es war ein Schock für viele Fans des Abifestivals, als bekannt wurde, dass aufgrund zu weniger Helfer das Festival in Lingen im vergangenen Jahr abgesagt werden musste. Jetzt soll aber nach vorne geschaut werden, es wird ein neuer Anlauf gestartet: Das Festival soll 2019 wieder stattfinden. 

Aus Abifestival wird Lautfeuer

Dieses Jahr aber in anderer Form, denn das Festival bekommt einen neuen Namen. Von nun an wird es Lautfeuer heißen, sagt Laura Joana Rohoff. Die Lingenerin sitzt am Mittwoch mit ihren Mitstreiterinnen  Franziska Egbers und Tina Poppenborg in der Redaktion der Lingener Tagespost. Während Rohoff und Egbers Abiturientinnen sind und in diesem Jahr dem Vorstand angehören, hat Poppenborg schon vor Jahren ihr Abitur gemacht. Seit zehn Jahren gehört sie zum Förderverein des Abifestvals, ist aber dennoch im Organisationsteam involviert.  

Notbremse mit Blick auf 2020

Dass nicht nur Abiturienten das kostenlose Festival auf einer Wiese nahe des alten AKW organisieren, ist nicht neu: 2016 wurde der Verein geöffnet – für Ehemalige, Studierende, Auszubildende oder normale Arbeitnehmer. Es war die Notbremse – mit Blick auf das Jahr 2020. Wegen der Umstellung von G 8 auf G 9 – also von der achtjährigen auf die neunjährige reguläre Verweildauer am Gymnasium bis zum Abitur – wird es im Frühjahr 2020 an dieser Schulform kein Abitur somit keine Abiturienten geben. (Weiterlesen: Neues Schulgesetz mit großen Änderungen) Doch es gibt Hoffnung: An den Berufsbildenden Schulen gibt es 2020 einen Abiturjahrgang, im kommenden Jahr müsste demnach das Festival nicht komplett ohne die Hilfe aktueller Abiturienten auskommen, die derzeit etwa 60 Prozent aller Helfer ausmachen. 

Neben der Öffnung des Vereins ist die Namensänderung ein weiterer Schritt für die Zukunftsfähigkeit, heißt es. "Wir denken, gerade Helfer, die keine Abiturienten sind, können sich mit dem Namen besser identifizieren", sagt Franziska Egbers. Außerdem schafft der Name neue Möglichkeiten, Sponsoren zu finden, sagt Tina Poppenborg.  Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Sponsoren oder auch Musik-Manager den Namen Abifestival häufig nur mit einer kleinen Abifeier verbinden – und nicht mit einem mehrtägigen Musikfestival. (Weiterlesen: Neuer Anlauf: Abifestival soll es 2019 wieder in Lingen geben)

Franziska Egbers, Laura-Joana Rohoff und Tina Poppenborg gehören Zum Vorstands- und Organisationsteam des Festivals Lautfeuer. Foto: Julia Mausch

Genau das ist jedoch das Festival, das in den vergangenen Jahren zu einer Art Tradition geworden ist, seit es 1981 erstmals ausgetragen wurde. Damals spielten lokale Bands vor ein paar Hundert Besuchern, mittlerweile sind zu Spitzenzeiten auch mal 10.000 Besucher zeitgleich auf dem Gelände. Neben den lokalen Heroes treten deutschlandweit erfolgreiche Musiker auf, sei es Cro, AnnenMayKantereit, Bausa, Kraftklub oder KIZ. Zwischen 350 und 400 ehrenamtliche Helfer sind in den Monaten zuvor und am Festivalwochenende sowie beim Auf- und Abbau im Einsatz. Ob bei der Teamplanung, in der Technik, beim Bandbooking, bei der Versorgung, in den Bereichen Standlizenzen und Sponsoring, oder als Helfer während des Festivals. (Weiterlesen: Abifestival 2017: Wenn Hip-Hopper als Täufer nach Lingen kommen)

"Der Name soll das Festival wiederspiegeln. Es ist bunt und laut und die Helfer sind mit Feuer und Flamme bei der Sache"Franziska Egbers

Dass die Helferzahl erreicht wird, dem blickt  Laura Joana Rohoff optimistisch entgegen. "Bereits jetzt ist die Helferzahl deutlich höher als im Januar vergangenen Jahres." Dennoch werden weitere helfende Hände für das Festival am 9. und 10. August 2019 gesucht. Das Festival hat nicht nur einen neuen Namen, es soll sich auch optisch verändern. Passend dazu erhält das Festival Lautfeuer ein neues Logo, natürlich mit Flammen. "Der Name soll das Festival widerspiegeln. Es ist bunt und laut und die Helfer sind mit Feuer und Flamme bei der Sache", sagt Franziska Egbers.

Vereine behalten ihre Namen

Doch der Veranstalter Abifestival sowie der Förderverein bleiben ihren Namen treu. In diesem Jahr wird deswegen auf den Plakaten auch stehen: "Abifestival präsentiert Lautfeuer". Festival-Vorstand und Vereinsmitglieder sind derzeit auf Sponsorensuche, denn der Budgettopf muss voll sein, schließlich finanziert sich das Festival nicht nur über Lizenzen für Speise- und Getränkeverkauf. Ein erster Erfolg: Laut Poppenborg hat Oberbürgermeister Dieter Krone dem Vorstand bereits zugesagt, den finanziellen Zuschuss zu erhöhen, so wie es bereits im vergangenen Jahr geplant war. 


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