Nach den gelben Säcken Remondis entschuldigt sich bei den Bürgern des Emslandes

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Auch in der Lingener Innenstadt waren am Donnerstagmorgen noch nicht alle gelben Säcke durch Remondis abgeholt worden. Foto: Ludger JungeblutAuch in der Lingener Innenstadt waren am Donnerstagmorgen noch nicht alle gelben Säcke durch Remondis abgeholt worden. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Nicht nur liegen gebliebene gelbe Säcke sorgen für Unmut bei den Bürgern in Lingen und Umgebung. Auch die teils widersprüchlichen Informationen des Entsorgers Remondis ärgern viele.

Sollen nicht abgeholte gelbe Säcke zur Nachabholung an der Straße stehen bleiben oder wegen des Sturms wieder ins Haus geholt werden? Diese Frage wurde von Remondis und seiner Hotline teils unterschiedlich beantwortet. "Aufgrund der besonderen Situation mit erhöhtem Beschwerdeaufkommen [...] lässt sich nicht in jedem Fall klar voraussagen, wann wo die Nachabfuhr erfolgen wird. Aussagen lassen sich immer nur gebietsweise treffen unter dem Vorbehalt des dann reibungslosen Ablaufs", erklärt Remondis-Sprecher Michael Schneider hierzu. Werde der Ablauf zum Beispiel durch die Wetterlage noch einmal gestört, gehe in Einzelfällen bei Bürgeranfragen die Empfehlung raus, die Säcke gegebenenfalls wieder hereinzuholen, was sich so kurzfristig nicht in allgemeingültige Aussagen übertragen lasse. Remondis wolle Informationen über etwaige Nachabfuhren so zeitnah wie möglich über die Presse und seine Hotline veröffentlichen.

Software-Fehler ist behoben

Eine Verbesserung der Situation verspricht sich Remondis von der Behebung eines Sotware-Fehlers bei der automatischen Tourenplanung. Darauf hatte das Unternehmen die Probleme zurückgeführt. "Die Software ist seitens des Herstellers seit vorgestern wieder instand gesetzt worden und funktioniert nun weitestgehend reibungslos", versichert Schneider am Donnerstag. Remondis arbeite daran, das alle regulären Abfuhren und die Nachabfuhren bis Samstagnachmittag durchgeführt seien, antwortete Schneider auf die Frage, ob die für Freitag geplante Abholung der gelben Säcke in Emsbüren und Salzbergen planmäßig erfolge. Schneider bittet darum, die gelben Säcke bis morgens um 7 Uhr an die Straße zu stellen, damit die Abfuhr vollständig erfolgen könne.

Warten auf bestellte Fahrzeuge

Nach Angaben von Remondis hat das Unternehmen neben den ursprünglich für das Emsland geplanten neun Fahrzeugen seit dem 8. Januar zwei weitere Abholfahrzeuge sowie einen Sprinter mit Kofferanhänger im Einsatz. "Bis zur Auslieferung der bereits im letzten Jahr bestellten Fahrzeuge mit höheren Ladekapazitäten werden wir weiterhin mit der erhöhten Anzahl von elf plus Sprinter fahren", sagt Schneider. In Einzelfällen könne es jedoch aufgrund der erhöhten Belastung durch die Nachabfuhr auch mal ein einzelner Fahrer die Nachabfuhr durchführen.

Unvorhersehbare Ereignisse

Vorhersehbare Probleme wie das wegen der Feiertage erhöhte Verpackungsaufkommen habe Remondis einkalkuliert. Technische Probleme, ausbleibende Fahrzeuglieferungen und andere unvorhersehbare Ereignisse ließen sich unglücklicherweise nicht vorhersehen. "Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns noch einmal bei allen Bürgerinnen und Bürgern aufrichtig entschuldigen", erklärt der Remondis-Sprecher. Das Unternehmen werde jedoch alles daran setzen, "schnellstmöglich zur gewohnten Tourroutine zurückzukehren".

Gespräche mit Bürgermeistern angekündigt

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone, Spelles Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf und auch Lathens stellvertretender Gemeindedirektor Helmut Wilkens hatten angekündigt, Remondis Einsätze von Bauhofmitarbeitern in Rechnung zu stellen. Diese sind im Rahmen der Gefahrenabwehr und Verkehrssicherung tätig geworden und haben vom Wind verwehte gelbe Säcke eingesammelt. Wird Remondis diese Rechnungen bezahlen? "Hierzu wird es in naher Zukunft Gespräche zwischen der Remondis-Geschäftsführung und den betroffenen Bürgermeistern geben", erklärt Unternehmenssprecher Michael Schneider.



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