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11.01.2019, 13:26 Uhr KOMMENTAR

VHS Lingen mit Bildungs-"Klebstoff"

Von Thomas Pertz


In der Straße Am Pulverturm befindet sich die Geschäftsstelle der VHS Lingen. Foto: Wilfried RoggendorfIn der Straße Am Pulverturm befindet sich die Geschäftsstelle der VHS Lingen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Genau 100 sind es in Kürze: Die Rede ist von den Integrationskursen der Volkshochschule Lingen für geflüchtete Menschen. Wenn man bedenkt, dass es im Jahr 2016 exakt die Hälfte waren, wird deutlich, welche Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungsträgers dahinter steckt.

An diesem Beispiel wird außerdem sichtbar, dass das bundesweite Motto der Volkshochschulen zum 100. Geburtstag, „Wissen teilen“, in der VHS Lingen kein Lippenbekenntnis ist, sondern ein praktizierter Arbeitsauftrag.

„Wissen teilen“ findet natürlich auch an anderen Stellen und in unterschiedlichen Sachgebieten der VHS statt. Die Vielzahl von Integrationskursen dokumentiert aber besonders deutlich, was der Bildungsträger ebenfalls sein soll und in Lingen auch ist: Jemand, der den Kleister anrühren kann in Zeiten, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt.

 Alles nur Worthülsen? Antwort: Unter den vielen nebenberuflichen Dozenten der VHS ist auch ein Syrer, der Arabisch unterrichtet, und eine Iranerin, die Leckeres über die persische Küche berichten und praktizieren kann. Beide sind aus ihren Heimatländern geflohen und waren Teilnehmer von Integrationskursen in Lingen.

Auch wenn der Bildungsträger vor Ort noch keine 100, sondern „erst“ 73 Jahre alt ist, schließt sich hier doch der Kreis zu den Anfängen der Volkshochschulbewegung 1919. Die erfolgte in einer Zeit gesellschaftlicher Zerrissenheit. Die VHS Lingen hält 2019 mit ihrem Bildungs-„Klebstoff“ dagegen. 


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