Etat auf 115 Millionen Euro aufgestockt Diese Straßen, Brücken und Radwege werden im Emsland ab 2019 saniert

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

85 Millionen Euro standen bisher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zur Verfügung, um marode Straßen, Brücken und Radwege zu sanieren. Das ändert sich nun: Der Landesetat wird auf 115 Millionen aufgestockt. Foto: dpa85 Millionen Euro standen bisher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zur Verfügung, um marode Straßen, Brücken und Radwege zu sanieren. Das ändert sich nun: Der Landesetat wird auf 115 Millionen aufgestockt. Foto: dpa

Lingen . 85 Millionen Euro standen bisher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zur Verfügung, um marode Straßen, Brücken und Radwege in Niedersachsen zu sanieren. Das ändert sich nun: Der Landesetat wird auf 115 Millionen aufgestockt – und davon profitiert auch das Emsland.

„115 Millionen Euro für unsere Landesstraßen und Radwege ist ein historischer Höchstwert. Damit hat Niedersachsen die entscheidende Wende bei den Investitionen in die Landesstraßeninfrastruktur eingeleitet", sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann, als Mitte Dezember der Haushalt für das Jahr 2019 verabschiedet wurde. Die Aufstockung um rund 30 Millionen Euro kommt insbesondere den Ortsdurchfahrten zugute. (Weiterlesen: 15 Millionen Euro für den Straßenbau im Emsland)

Fünf Millionen Euro jährlich für Radwege

Dafür wurde extra ein Sonderprogramm beschlossen. Rund 15 Millionen Euro werden in den kommenden vier Jahren jährlich investiert und im Straßenerhaltungsbereich soll es zehn Millionen Euro mehr geben. Für die Erhaltung der Radwege rund fünf Millionen Euro – beispielsweise ist für 2019 der Neubau eines Radweges an der L51 zwischen Börger und Neubörger geplant.

Radfahrer, die von Baccum nach Thuine wollen, konnten im September 2018 nicht entlang der B 214 fahren. Dort gab es Schäden am Radweg, die ausgebessert wurden. Foto: Thomas Pertz


Klaus Haberland, Behördenleiter in Lingen, freut sich über die Zuwendungen, die "dringend notwendig" waren, sagte er am Montag bei einem Pressegespräch zusammen mit den Landtagsabgeordneten Bernd Busemann, Christian Fühner und Bernd-Carsten Hiebing (alle CDU). Zwar sei in den vergangenen Jahren viel Geld in Bundesstraßen gesteckt worden, jedoch wurde bei den Landesstraßen über Jahre hinweg gespart. Deutlich wurde dies, als zuletzt 2015 die Zustände der Ortsdurchfahrten, Landesstraßen, Brücken und Radwege mit speziellen Messfahrzeugen überprüft wurden und in Kategorien eingeordnet. 

66 Straßen in Ortschaften werden saniert

Offensichtlich wurde bei der Überprüfung, dass zahlreiche Ortsdurchfahrten marode Straßen haben und in einem kritischen Zustand sind. Bis 2022 sollen in zwei Bauabschnitten 66 Straßen in Ortschaften in ganz Niedersachsen saniert werden. Zehn Ortsdurchfahrten im Landkreis Emsland sind in dem Programm. (Weiterlesen: Geld für Sanierung von Ortsdurchfahrten im Emsland)

  • L48 Ortsdurchfahrt Dersum: Länge 1 Kilometer, geplant für 2020, Kosten 250.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Versen: Länge 0,5 Kilometer, im Programm für 2019, Kosten 150.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Wesuwe: Länge 3,1 Kilometer, im Programm für 2019, Kosten 500.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Rühle: Länge 0,9 Kilometer, im Programm für 2019, Kosten 200.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Klein Fullen: Länge  2,5 Kilometer, im Programm für 2019, Kosten 600.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Groß Hesepe: Länge 1 Kilometer, im Programm für 2019, Kosten 250.000 Euro
  • L30/L63/L836 Ortsdurchfahrt Lorup: Länge 2,5 Kilometer, geplant für 2020, Kosten: 750.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Oberlangen: Länge 1 Kilometer, geplant für 2020, Kosten 200.000 Euro
  • L48 Ortsdurchfahrt Niederlangen: Länge 1,7 Kilometer, geplant für 2020, Kosten 250.000 Euro
  • L31 Ortsdurchfahrt Brual/Rhede: Länge 4,7 Kilometer, geplant für 2021/2022, Kosten: 1.150.000 Euro
Die Ortsdurchfahrt Dersum gilt seit Jahren als marode. Sie kann mit dem zusätzlichen Geld des Landes Niedersachsen nun endlich bis 2020 saniert werden. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper


Es gibt im Emsland Straßen, Radwege und Ortsdurchfahrten die nicht in das Sonderprogramm fallen, bei denen die Straßenbaubehörde jedoch Handlungsbedarf erkennt. Dort werden nach aktuellen Planungen 2019 Erhaltungsmaßnahmen ausgeführt. Haberland weist darauf hin, dass es sich bei den Terminangaben um Planungszeiten handelt, Verzögerungen nicht mit eingerechnet sind. 

  • L55 Dohren bis Herzlake (inkl. Ortsdurchfahrt Herzlake): Länge 2,5 Kilometer, Kosten 850.000 Euro
  • L55 Ortsdurchfahrt Vinnen bis Ortsdurchfahrt Wieste: Länge 5,5 Kilometer, Kosten 1.000.000 Euro
  • L57 Ortsdurchfahrt Beesten: Länge 0,6 Meter, Kosten 350.000 Euro
  • L66 Ortsdurchfahrt Gersten (inkl. Strecke Gersten bis Lengerich): Länge 3,1 Kilometer, Kosten 750.000 Euro
  • Ortsdurchfahrt Dalum (inkl. Strecke Dalum bis Dalum-Siedlung): Länge 3,5 Kilometer, Kosten: 850.000 Euro.
  • L51 Ortsdurchfahrt Surwold (inkl.Strecke Surwold bis Papenburg): Länge 7,0 Kilometer, Kosten: 2.500.000 Euro (im Programm für 2021/2022)
  • diverse Radwege an Landesstraßen: für 2019 Maßnahmen in Höhe von 1.400.000 Euro und Maßnahmen (für 2020 geplant) in Höhe von 1.200.000 Euro

Bei der Überprüfung der Straßen wurde auch der Verkehr beobachtet. Je mehr Verkehr auf einer Straße herrscht, desto höher ist der Handlungsbedarf dort, sagt Haberland. Laut dem Behördenleiter stehen 2019 zwei Großprojekte an. Zum einen soll die L48 von Dalum bis nach Heede saniert werden, zum anderen die L55 von Herzlake bis nach Werlte. Insgesamt 60 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren im Geschäftsbereich Lingen für die Erhaltungsmaßnahmen im Straßen- und Brückenausbau umgesetzt werden – davon 16 Millionen Euro im Jahr 2019.

Im Emsland herrscht eine Verkehrsbelastung, die auch gerade Brücken im Emsland zu spüren bekommen, wie die Flutmuldenbrücke in Rhede. Klaus Haberland: "Sie können die Belastung der Neuzeit nicht mehr aushalten." Foto: Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr


Letztgenannte Strecke ist seit geraumer Zeit durch Schwerlastverkehr betroffen. Stichwort Krone. Der Fahrzeughersteller hat im August vergangenen Jahres in Werlte ein neues Oberflächenzentrum eingeweiht, seitdem hat sich der Verkehr rund um den Standort deutlich erhöht. (Weiterlesen: Krone: Klares Bekenntnis zu Standorten im Emsland)

Brücken an Belastungsgrenze

Im Emsland herrscht eine Verkehrsbelastung, die auch gerade Brücken zu spüren bekommen.  Haberland: "Sie können die Belastung der Neuzeit nicht mehr aushalten." Deswegen sieht der Landesetat viel Geld für Brückenersatzbauten vor: 

  • L31 Brualer Schlot in Brual: im Programm für 2019, Kosten: 750.000 Euro
  • L52 Flutmuldenbrücke in Rhede: im Programm für 2019, Kosten: 17.000.000 Euro
  • L55 Hasebrücke in Herzlake: im Programm für 2019, Kosten 350.000 Euro
  • L52 Emsbrücke (Landesanteil) in Rhede: geplant für 2020, Kosten 5.000.000 Euro
  • L47 Lambertsbrücken in Meppen: geplant für 2022, Kosten: 1.400.000 Euro
  • L55 Mittelradde in Vinnen: geplant für 2022, Kosten: 1.200.000 Euro. 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN