Wegen starker Nachfrage Buch über das Heuerlingswesen im Emsland neu aufgelegt

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Die achte Auflage des Buches "Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen" ist jetzt erhältlich. Foto/Repro: Lensing/RobbenDie achte Auflage des Buches "Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen" ist jetzt erhältlich. Foto/Repro: Lensing/Robben

Lingen. Das Buch "Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen" ist jetzt neu aufgelegt worden. Dies haben die Herausgeber mitgeteilt.

Im Herbst 2014 veröffentlichten Helmut Lensing und Bernd Robben ein Buch, das sich mit verschiedenen Facetten des Lebens der Heuerleute und der vielfach aus ihren Reihen stammenden Knechte, Mägde und Siedler im nordwestdeutschen Raum beschäftigt. Heuerleute, Heuerlinge, Kötter, Häuslinge, Häusler, Inwürner, Würner, Lieftüchter oder Arröder – so vielfältig wie die Bezeichnungen für diese ländliche Unterschicht war auch die regionale Ausgestaltung des Heuerlingswesens.

Wesentlicher Bestandteil des Lebens

Nahezu 400 Jahre war das Heuerlingssystem in Nordwestdeutschland ein wesentlicher Bestandteil des Lebens auf dem Land. Je nach Region besitzen bis zu 80 Prozent der alteingesessenen heutigen Bevölkerung Heuerleute als Vorfahren. Dennoch – während über das Leben der proletarischen Arbeiter zahlreiche Untersuchungen und Abhandlungen existieren, war das wissenschaftliche Interesse am Alltag der ländlichen besitzlosen Schicht ausgesprochen gering. Von Bernd Robben angebotene Vorträge über das Thema stießen seinerzeit durchweg auf Ablehnung bei den Verantwortlichen der ländlichen Heimatvereine.

Tabuthema auf dem Land

Wegen der sehr kontroversen Beurteilung des Heuerlingswesens mit dem damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnis der Heuerleute von den Bauern war dies ein Tabuthema auf dem Land, das alte Wunden aufzureißen und selbst Jahrzehnte nach dem Verschwinden des Heuerlingssystems noch für Streit zwischen Nachfahren der Heuerleute und ländlichen Dienstboten und der Bauern zu sorgen vermochte. Die Erfahrungen und Überlieferungen beider Gruppen zum Heuerlingssystem unterschieden sich komplett. Völlig überraschend avancierte daher ihr Buch mit dem Titel „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!“ zu einem regionalen Bestseller. Es traf einen Nerv der ländlichen Bevölkerung und führte zu zahlreichen Anfragen nach Vorträgen.

Tiefsitzende Verbitterung

So hielt vor allem der Pensionär Robben inzwischen weit über einhundert Vorträge im gesamten Verbreitungsgebiet des Heuerlingswesens und erlebte in den Diskussionen die immer noch teilweise tief sitzende Verbitterung ehemaliger Heuerleute. Nach einiger Zeit ging er dazu über, die Aussagen von Zeitzeugen – wenn sie damit einverstanden waren – mit der Kamera festzuhalten, um sie für die Nachwelt zu sichern. Darüber ist auch auf seiner Internetplattform „heuerleute.de“ nachzulesen.

Viele Anfragen nicht bedient

Mitte November 2018 erschien die von Helmut Lensing leicht überarbeitete 7. Auflage. Doch auch sie war bereits nach gut drei Wochen vergriffen. Viele Buchanfragen konnten nicht mehr bedient werden. Ein Teil der umgehend in Auftrag gegebenen wortgleichen 8. Auflage wurde immerhin schon zum vierten Adventswochenende ausgeliefert. Damit erreicht das Werk inzwischen eine Auflage von nahezu 15.000 Exemplaren und ist eines der auflagenstärksten regionalgeschichtlichen Veröffentlichungen im Nordwesten seit Jahrzehnten geworden.

Achte Auflage ist erhältlich

Nun ist das Heuerleutebuch also in der 8. Auflage wieder über den Buchhandel (ISBN 978-3-9818393-1-9) zum Preis von 24,90 Euro erhältlich oder kann direkt unter kontakt@emslandgeschichte.de (zzgl. Versandkosten) direkt bestellt werden.


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