Vorsitzende van Roje: Strenge Kriterien Im Weltladen in Lingen geht der Faire Handel vor

Im Weltladen in Lingen engagieren sich rund 25 Ehrenamtliche für den Fairtrade-Gedanken. Rund 2000 fair gehandelte Produkte werden nach Angaben von Barbara Ecke und Uta van Roje (von links) angeboten. Foto: Thomas PertzIm Weltladen in Lingen engagieren sich rund 25 Ehrenamtliche für den Fairtrade-Gedanken. Rund 2000 fair gehandelte Produkte werden nach Angaben von Barbara Ecke und Uta van Roje (von links) angeboten. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Rund 2000 fair gehandelte Produkte werden im Weltladen in der Großen Straße in Lingen zum Verkauf angeboten. Fair gehandelte Produkte gibt es natürlich auch anderswo, zum Beispiel in Supermärkten. Und wo liegt der Unterschied? "Einige Kriterien des Fairen Handels werden in Weltläden strenger gehandhabt", erklärte Vorsitzende Uta van Roje im Gespräch mit der Redaktion.

Die Arbeit der Weltläden erfolgt auf der Basis festgelegter Vereinbarungen, die den Begriff Fairtrade umfassend betrachten: "Es geht um ganze Produktionsabläufe", erläuterte van Roje. Nicht nur die Produktion erfolgt demnach unter fairen Bedingungen, worunter insbesondere eine faire Bezahlung zu verstehen ist, die ein menschenwürdiges Auskommen ermöglicht. Mit "Fair gehandelt" sei der ganze Ablauf gemalt, von der Produktion über die Lieferung bis hin zum Verkauf, sagte die Vorsitzende. Auch die Vermarktungsorganisationen und die Weltläden selbst seien verpflichtet, sich an die Konventionen des Fairen Handels zu halten. "Die gesamte Wertschöpfungskette wird überprüft", so van Roje. Die Importeure würden also ebenfalls kontrolliert - "und wir auch", so die Vorsitzende.

Der Weltladen in Lingen arbeitet nach Angaben von van Roje und der stellvertretenden Vorsitzenden Barbara Ecke viel mit der GEPA zusammen. Die Abkürzung steht für "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt". Sie ist der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt. 

Kontakt zu Produzenten

Der vor fünf Jahren in die Große Straße umgezogene Weltladen sucht aber immer auch, wo es möglich ist, den direkten Kontakt zu den Produzenten. Eine solche Möglichkeit ergab sich bei einem Besuch von Satyendra Khadgi von der Kubeshwar Technical School (KTS) aus Nepal, der 2017 zu Gast in Lingen war und an einem "Fairen Frühstück" im Pfarrzentrum St. Josef teilgenommen hatte. Er war auf Einladung von El Puente, Importeur von Produkten des Fairen Handels, in Deutschland und hatte auch in Lingen Station gemascht. Die KTS stellte er als eine nichtstaatliche nepalesische Hilfsorganisation vor, die durch den Fairen Handel Hilfsprojekte für die lokale Bevölkerung unterstützt. In Handarbeit werden nach seinen Angaben Strickwaren, Schmuck und Möbel hergestellt, die an lokale wie internationale Handelspartner verkauft werden. 

Die KTS ist eine von vielen Produzenten, deren Produkte den Weg in die Große Straße in Lingen finden. Einige dieser Produzenten stellt unsere Redaktion in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich Aktiven des Weltladens in den nächsten Monaten einmal in der Woche vor. Seit Februar 2015 ist die Stadt Lingen "Fairtrade"-Stadt. Den Titel versteht sie als Auftrag, den „Fairen Handel“ in der Kommune weiter zu fördern. 




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